Netzübernahme nicht auf Gemeindekosten

Würmtal - Die Würmtal-Holding müsste eine Übernahme der Stromnetze selbst finanzieren. Auch Planegg und Krailling wollen für das Millionen-Projekt kein Geld zuschießen.

Auch Planegg und Krailling werden die geplante Stromnetz-Übernahme durch die Würmtal-Holding nicht aus der Gemeindekasse finanzieren. Entsprechende nicht-öffentliche Beschlüsse der Gemeinderäte bestätigte Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann jetzt auf Nachfrage, nachdem bekannt geworden war, dass Gauting in diesem Jahr letztmalig Geld in die Holding stecken will. „Die Würmtal-Holding muss ein Konzept zur vollständigen Fremdfinanzierung vorlegen“, sagte Hofmann.

Die Holding gehört den Gemeinden Gauting (50 Prozent), Planegg (30 Prozent) und Krailling (20 Prozent) und fungiert derzeit ausschließlich als Besitzgesellschaft für das Regionalwerk Würmtal. Sie soll künftig aber auch in den Netzbetrieb in den Gemeinden einsteigen.

Dazu soll sie 51 Prozent der neu zu gründenden Stromnetz Würmtal GmbH übernehmen. Die anderen 49 Prozent an der geplanten Netzgesellschaft soll die Bayernwerk AG halten, die die drei Netze bisher alleine betreibt. Für ihren Anteil soll die Holding wie berichtet fünf Millionen Euro an die Bayernwerk AG zahlen, falls die gemeinsame Gesellschaft die Konzession für das Stromnetz erhält. Wer die Konzession erhält, sollen die Konzessionsausschüsse der drei Gemeinderäte noch in diesem Jahr entscheiden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August. Über mögliche Mitbewerber ist bislang nichts bekannt.

Für die im Erfolgsfall fälligen fünf Millionen Euro müsste die Würmtal-Holding einen Kredit aufnehmen oder ein anderes Finanzierungsmodell finden. Aus dem Betrieb des Regionalwerks kann sie die Netzübernahme nicht finanzieren. Die Belieferung der rund 2000 Kunden mit an der Börse eingekauftem Strom und Gas deckt gerade die Selbstkosten. Und dabei fallen Posten wie das Gehalt des gemeinsamen Geschäftsführers nicht beim Regionalwerk, sondern bei der Holding an. Die Gemeinden bezuschussen die Holding bisher – offenbar in der Hoffnung einer Netzübernahme – jährlich mit einem sechsstelligen Betrag.

Rubriklistenbild: © dpa

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