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Der Hörsaal des Biomedizinischen Centrums (BMC) in Martinsried bietet Platz für mehr als 900 Studenten. 

LMU in Martinsried/Grosshadern: Investitionen gehen weiter

Campus wächst auf 12 000 Studenten an

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Rund 2500 junge Leute beginnen zu diesem Wintersemester ein Studium am LMU-Campus in Martinsried/Großhadern. Somit studieren dort jetzt fast 12 000 Kommilitonen. Derzeit wird ein neuer Verbindungsweg zwischen den Campusteilen gebaut, der wegen Altlasten fast 400 000 Euro kostet.

Martinsried – 1156 junge Leute beginnen nach den vorläufigen, noch nicht endgültigen Zahlen der LMU heuer ein Medizin-Studium. 536 Studenten starten mit Chemie und Pharmazie sowie 751 mit Biologie. Insgesamt sind damit am Campus Martinsried/Großhadern in diesem Semester bisher 11 940 Kommilitonen eingeschrieben. Davon mit 7403 wesentlich mehr Frauen als Männer (4537). 6651 junge Menschen studieren Medizin, 2683 Chemie und Pharmazie und 2606 Biologie.

Alles in allem sind damit wesentlich mehr Menschen auf dem Campus eingeschrieben als Anfang Oktober des Vorjahres (rund 9200). Biologie hat so rund 900 Kommilitonen mehr, Medizin rund 700. „Ob es aber wirklich eine solch starke Zunahme an Studenten gibt, zeigt sich erst mit den endgültigen Zahlen in einigen Wochen“, sagt LMU-Sprecherin Katrin Gröschel. „Viele immatrikulieren sich und machen dann doch einen anderen Studiengang oder etwas ganz anderes und studieren dann am Ende nicht dauerhaft auf dem Campus.“ Möglich sei auch, dass die zentrale Vergabe von Medizin- und Pharmazie-Plätzen dieses Jahr schon weiter vorangeschritten sei.

Auffällig ist außerdem, dass rund 62 Prozent der Studenten auf dem Campus weiblich sind. Grundsätzlich sind in den sogenannten MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sehr viel mehr Männer als Frauen eingeschrieben. „Das liegt aber daran, dass die Ingenieurs- und andere technische Fächer so stark männerdominiert sind“, sagt Katrin Gröschel. „Medizin und insbesondere Biologie sind hingegen traditionell totale Frauen-Studiengänge.“ Der Frauenanteil in diesen Fächern sei mit dem der anderen Universitäten in Bayern vergleichbar und „nicht LMU-spezifisch“. Die Uni habe bisher noch keine Umfrage oder Studie gemacht, warum sich so viele Frauen für diese Fächer interessieren.

Die beiden großen Bauprojekte auf dem Campus lägen „gut im Zeit- und Kostenplan“, sagt LMU-Sprecherin Constanze Drewlo. Im Juli war Richtfest für das neue StuBistro, welches die bereits bestehende Mensa entlasten soll (wir berichteten). Derzeit läuft der Innenausbau. „Im Spätherbst erfolgt dann parallel dazu die Konstruktion der Fassade, die Inbetriebnahme ist zum Beginn des Wintersemesters 2018/2019 geplant“, sagt Drewlo. Die bereits bestehende Mensa war schon vor der Eröffnung des Biomedizinischen Zentrums (BMC) mit 2000 zusätzlichen Studenten zu klein für den Campus geworden.

Das neue Bistro soll Abhilfe leisten. Es wird drei Ebenen und innen 268 Plätze bieten, dazu 70 Plätze im Außenbereich. Die Kosten belaufen sich auf 7,2 Millionen Euro. Bis zur Fertigstellung hat die Mensa des Campus nach wie vor erweiterte Öffnungszeiten mit warmem Essen von 11 bis 15 Uhr. „Die Stundenpläne der Fakultäten sind so aufeinander abgestimmt, dass die Mittagspausen nicht gleichzeitig erfolgen“, sagt Drewlo.

Die Bauarbeiten für das neue Institut für chemische Epigenetik haben am Freitag, 15. September, mit der Aushebung der Baugrube begonnen. Die Fundamente und der Rohbau folgen als nächster Schritt. Die mit 38,7 Millionen Euro veranschlagten Kosten trägt zur Hälfte der Bund.

Damit der „Campus noch besser zusammenwächst“, lässt die LMU zur Zeit einen zweiten Verbindungsweg zwischen den Teilen in Großhadern und Martinsried bauen. Der Fußweg verläuft nördlich des Fußballplatzes ungefähr vom Genzentrum zum BMC. Er soll eine etwas kürzere Verbindung zum Beispiel für Studenten des Campus Großhadern werden, die zur Mensa in Martinsried möchten. Der Weg wird in zwei Woche fertig, „im Winter wird er jedoch nicht geräumt“, sagt Gröschel. Die Kosten belaufen sich auf etwa 390 000 Euro, von denen mit 145 000 Euro „ein großer Teil allerdings aus unvorhergesehenen Ausgaben resultiert“, erklärt Gröschel. Der Weg durchschneide einen Wall, in dem „unter anderem Kühlschränke, Waschmaschinen, Teerbrocken und andere Altlasten verborgen waren“. Diese mussten aufwendig entsorgt werden.

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