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Die Nextbike-Station in der Robert-Koch-Straße in Steinkirchen wird abgebaut. Dafür soll Steinkirchen zwei MVG-Leihradstationen bekommen.  

Planegg macht bei Pilotprojekt mit

148 Leihräder an 17 Stationen

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Das Bundesumweltministerium unterstützt die Ausweitung des MVG-Leihradsystems auf den Landkreis München. Und macht den Gemeinden, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, Vorgaben. Planegg soll in den nächsten zwei Jahren 17 Stationen errichten.

Planegg– Der Planegger Gemeinderat hat am Donnerstag die Einführung des MVG-Radverleihsystems im kompletten Gemeindegebiet einstimmig befürwortet. Einen Großteil der Investitionskosten übernehmen Bund und Landkreis München. Der Kreis kommt außerdem für die Hälfte des Betriebskostendefizits auf, die andere Hälfte zahlt die Gemeinde. „Wir gehen davon aus, dass die Stationen nicht kostendeckend betrieben werden können“, sagte Rathaussprecherin Bärbel Zeller. Das Projekt habe durch die Unterstützung durch das Bundesumweltministerium „andere Dimensionen“ angenommen.

Im November 2016 hatte Planegg beschlossen, im Gewerbegebiet Martinsried zwei Stationen für Leihräder der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu installieren. Weil man abwarten wollte, ob Zuschüsse fließen, wurden sie geplant, aber noch nicht eingerichtet. Nun fördert das Umweltministerium das Projekt mit 3 Millionen Euro.

Sichtbarkeit und Verfügbarkeit sind entscheidend für den Erfolg eines Leihradsystems. Laut der Non-Profit-Organisation Institute for Transportation and Development Policy müssen pro Quadratkilometer zehn bis 16 Stationen und pro 1000 Einwohner zehn bis 30 Räder zur Verfügung stehen. Das macht in Planegg 17 Stationen und 148 Räder. Die Stationen müssen fünf Jahre betrieben werden. Die Ausleihe funktioniert über eine Smartphone-App. Die Minute kostet im Grundtarif acht Cent.

Eine Liste mit Standorten liegt vor, sechs Stationen sollen 2018 entstehen. „Um im Förderprogramm dabei zu sein, müssen wir nächstes Jahr 200 000 Euro verbauen“, so Zeller. Voraussichtlich an drei Standorten im Gewerbegebiet Martinsried, am Innovations- und Gründerzentrum in Martinsried, am Uni-Campus und am S-Bahnhof Planegg. Vorausgesetzt, die MVG heißt die Auswahl gut. „Im Jahr darauf können die ersten Wohngebiete erschlossen werden“, so Zeller. Die Investitionskosten für alle 17 Stationen inklusive Rädern liegen bei 614 000 Euro, auf Planegg entfallen 2018 und 2019 jeweils 75 000 Euro. Sollten die ersten sechs Stationen mittelprächtig genutzt werden, müssen Gemeinde wie Landkreis mit jeweils 13 000 Euro das Betriebskostendefizit ausgleichen. Bei null Auslastung sind es je 26 000 Euro, also insgesamt 52 000 Euro. Die Betriebskosten pro Rad liegen damit bei rund 1000 Euro jährlich. Da junge Leute und vor allem Studenten starke Nutzer von Leihradsystemen sind, hofft die Gemeinde auf eine gute Auslastung durch die Mitarbeiter und Studierenden auf dem Campus.

Bei der Frage nach Erfahrungswerten musste Zeller passen. Europaweit gebe es nichts Vergleichbares. Bisher gibt es Leihräder vor allem in Großstädten wie London, Paris, Kopenhagen, Hamburg oder München. Dort liegt die Auslastung einzelner Stationen bei 100 Prozent.

Die MVG hat Nextbike mit dem Leihradsystem beauftragt. Die beiden Nextbike-Standorte in Planegg im Gewerbegebiet Steinkirchen und am S-Bahnhof sind aufgrund ihres Alters nicht kompatibel. Sie werden demnächst abgebaut.

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