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Sie hielten und halten bis heute die Freundschaft hoch: Vertreter von Planegg und Meylan bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde vor 30 Jahren; im Bild die damalige Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses und 2. Bürgermeisterin von Meylan, Claude Moussy, und Planeggs damaliger Bürgermeister Günther Schuppler. 

30 Jahre Partnerschaft Planegg – Meylan

Feiern mit guten Freunden aus Frankreich

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30 Jahre alt und so lebendig wie am ersten Tag: die Partnerschaft der Gemeinden Planegg und Meylan. Christi Himmelfahrt kommen die Franzosen wieder zu Besuch. Dann wird gefeiert.

Planegg „Habt ihr in Planegg auch Frauen?“ Diese Frage stellten sich die Menschen in Meylan, als sieben Planegger vor über 30 Jahren zu ihnen reisten, um sie zu beschnuppern. Die Franzosen statteten dem Würmtal einen Gegenbesuch ab – freilich nicht ohne weibliche Unterstützung. Das Ergebnis: zwei Partnerschaftsverträge – zu sehen im Planegger Rathaus – sowie eine enge Freundschaft zwischen den Bürgern der beiden Gemeinden. Kein Treffen musste je ausfallen. Seit 30 Jahren besuchen sie sich jedes Jahr. Nachdem im vergangenen Jahr der Vertragsabschluss vor drei Jahrzehnten in Meylan begangen wurde, kommen die Franzosen nun zu Christi Himmelfahrt zum Feiern ins Würmtal.

Das Schöne ist: „Da gibt es überhaupt keine Ermüdungserscheinungen“, sagt die Planegger Koordinatorin der Partnerschaft Annelore von Aufseß. Dass diese Freundschaft auch nach 30 Jahren nicht einschläft, ist am Programm für das kommende Treffen zu erkennen. Die Franzosen schicken diesmal einen Bus mit dem Jugendblasorchester „BoPerCui“ ihrer Musikschule voraus. Die rund 30 Nachwuchsmusiker kommen bereits am Mittwoch, 9. Mai, um sich mit Schülern der Planegger Musikschule auszutauschen und anzufreunden. Davon haben alle etwas: Am Samstag, 12. Mai, sind das Planegger Akkordeonorchester „Die Funtasten“ und die französischen Bläser dann ab 19 Uhr im Kupferhaus gemeinsam und öffentlich zu hören. „Die sind umwerfend, da wird eine Show abgezogen, da schnallst du ab“, freut sich die Koordinatorin schon jetzt.

Im zweiten Bus der Franzosen, der am Donnerstagabend, 10. Mai, in Planegg eintreffen soll, sind unter den 33 Gästen auch rund zehn französische Tänzer. Diese wollen laut Annelore von Aufseß mit den Almaröslern Kontakte knüpfen und beim Abschieds-Frühschoppen am Sonntag, 13. Mai, der heuer erstmals im Kupferhaus stattfindet, ihr Können präsentieren. Wer sich davon überzeugen möchte, sei herzlich eingeladen.

„Die Partnerschaft lebt, es gibt immer wieder neue Ideen“, sagt von Aufseß erfreut. Zwar komme heuer der neue Bürgermeister aus Meylan, Jean-Philippe Blanc, nicht mit, dafür aber seine Stellvertreterin Françoise Balas. Diese sei im Stadtrat von Meylan für Jugend, Kultur und Partnerschaften zuständig und vom vorangegangenen Besuch bereits bekannt.

Wegen Überalterung, die viele Vereine plagt, macht sich von Aufseß keine Gedanken. Sie gibt zu: „Der Stamm, der seit Anfang an dabei ist, wird jetzt alt.“ Doch die Jugend wachse Gott sei Dank nach. Außerdem gehe es nicht ohne die Alten: Sie seien verlässlich, nicht krank, nicht arbeitsüberlastet, und ihre Kinder seien groß, so dass sie sich nicht um deren Betreuung kümmern müssten, sondern jederzeit etwas unternehmen könnten. „Das mit der Überalterung wird übertrieben“, findet sie.

Die Stammgäste aus Meylan kommen jedenfalls weiterhin nach Planegg. 50 Prozent der diesmal erwarteten Gäste seien bereits langjährige Freunde der Planegger. Und weil heuer gefeiert wird, bekommen die Freunde jetzt besonders viel Zeit miteinander geschenkt. Freitag und Samstag habe die Gemeinde tagsüber bewusst kein Programm vorgegeben. Am Freitagabend aber versammeln sich alle zu einem Festakt auf dem Dampfer „Seeshaupt“ auf dem Starnberger See. Gewürdigt wird dann auch die Arbeit von Mireille Adjy Anastasiou, die 15 Jahre lang Präsidentin des Partnerschaftsausschusses von Meylan war und jetzt als regulärer Gast anreist. Ihr Nachfolger Michel Bally sei bereits seit Jahren Gastgeber und werde im Rahmen des Besuchs nun erstmals offiziell und förmlich begrüßt.

Mit auf dem Schiff sind auch die ehemaligen Planegger Bürgermeister. Denn anerkennend sagt Annelore von Aufseß: „Alle Bürgermeister hier wie dort haben immer die Partnerschaft gefördert.“ Sie weiß, wovon sie spricht. Von Aufseß ist seit Anbeginn der Partnerschaft dabei – nur bei der eingangs erwähnten Schnupperreise war sie als Frau freilich nicht zugegen. Dass diese Partnerschaft drei Jahrzehnte lang mit so viel Leben gefüllt gewesen sei, sei alles andere als selbstverständlich, weiß die Planeggerin und sagt: „Wir sind vom Glück gesegnet.“

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