Mit Maske (vorne v.r.): Markus Söder, Martin Stratmann, (Mitte v.r.) Hubert Aiwanger, Bernd Sibler, (hi.) Tobias Bonhoeffer, Petra Schwille.
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Unterzeichnung der Absichtserklärung (vorne v.r.): Markus Söder, Martin Stratmann, (Mitte v.r.) Hubert Aiwanger, Bernd Sibler, (hi.) Tobias Bonhoeffer, Petra Schwille.

Flaggschiff im Bereich der „Lebenswissenschaften“

500 Millionen für Campus Martinsried

  • Peter Seybold
    VonPeter Seybold
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In Martinsried soll ab 2023 ein neues Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz entstehen. Damit soll sich der Campus weiter zu einem Flaggschiff im Bereich der „Lebenswissenschaften“ wie Biologie und Pharmazie entwickeln. Der Freistaat Bayern will das Vorhaben mit bis zu 500 Mio. Euro fördern.

Martinsried – Schon heute ist der Martinsrieder Campus ein wichtiger Standort in der europäischen Wissenschaftsbranche. Hier sind unter anderem die Max-Planck-Institute für Neurobiologie und für Biochemie beheimatet sowie zahlreiche naturwissenschaftliche Unternehmen des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie (IZB) und die entsprechenden Fakultäten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU).

Künftig soll der Campus weiter aufgewertet werden: Das Max-Planck-Institut für Neurobiologie und das bisher in Seewiesen (Landkreis Starnberg) ansässige Max-Planck-Institut für Ornithologie sollen in Martinsried zu einem gemeinsamen neuen Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz zusammengeschlossen werden. Das Institut und der dadurch neugestaltete Campus sollen ab 2023 entstehen und über den Zusammenschluss auch zusätzliche, neue Abteilungen erhalten. Der Standort Seewiesen bleibt als Außenstelle für naturnahe Forschungen weiter erhalten.

Absichtserklärung unterzeichnet

Mit dem neuen Institut soll der Martinsrieder Campus endgültig zu einem Flaggschiff der „Lebenswissenschaften“ für ganz Europa und darüber hinaus werden. Zu den „Lebenswissenschaften“ gehören unter anderem die Biotechnologie, Chemie und Pharmazie. Sofern der bayerische Landtag zustimmt, will der Freistaat das Vorhaben mit bis zu 500 Millionen Euro fördern. Ministerpräsident Markus Söder und Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, unterzeichneten in der vergangenen Woche eine entsprechende Absichtserklärung im Max-Planck-Haus in München. „Wir wollen diese Innovationspipeline erhalten und stärken“, erklärte Söder bei der Unterzeichnung mit Blick auf Martinsried.

In dem neuen Institut sollen sich Forscher mit der Entwicklung neuer Technologien befassen. Unter anderem geht es um molekulares Design, 3D-Drucken von biologischen Komponenten, Robotik, Mikrosystemtechnik und Künstliche Intelligenz. „Aber auch die Entwicklung neuer, umfangreicher, rechnergestützter und analytischer Werkzeuge, Maschinelles Lernen und Big Data werden eine große Rolle spielen“, erklärt die Max-Planck-Gesellschaft.

Neubauten notwendig

Der Zusammenschluss macht in den nächsten Jahren Neubauten in Martinsried nötig. Die Max-Planck-Gesellschaft erwägt zum einen, ihr bislang auf dem Campus Garching angesiedeltes Rechenzentrum um einen Standort in Martinsried zu erweitern. „Auf diese Weise können neue Kapazitäten geschaffen werden, um den Herausforderungen im Bereich der Analyse von molekularen Strukturen, Proteinnetzwerken, Imaging-Daten und multidimensionalen Verhaltensmessungen gerecht zu werden“, erklärt die Gesellschaft. Außerdem ist der Bau von standardisierten, vielfältig einsetzbaren Laboren sowie der von Speziallaboren und technischen Sonderbereichen wie (Kryo-) Elektronenmikroskopie und Magnetresonanztomographie geplant.

Besonderen Wert lege die Gesellschaft auf die Nachhaltigkeit des neuen Campus: „Wir wollen einen klimaneutralen Forschungscampus, der in seiner Art und Größe vorbildlich ist“, erklärt Präsident Martin Stratmann. Vorgesehen ist auch ein transparent gestaltetes Begegnungszentrum für Wissenschaft und Öffentlichkeit in der Nähe der zukünftigen U-Bahn-Haltestelle in Martinsried.

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