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Schlagabtausch im Sitzungssaal: Die FLG-Schüler durften einen Tag lang in die Rolle von Gemeinderäten schlüpfen.

Planegger Rathaus

51 Schüler ringen um neues Planegger Bahnhofsareal

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Schüler haben am Mittwoch im Rathaus über die Neugestaltung des Planegger Bahnhofsareals beraten  - als Bürgermeister und Gemeinderäte.  

Planegg – Das Planegger Rathaus hat am Mittwoch nun schon im zweiten Jahr in Folge Schüler des Feodor-Lynen-Gymnasiums (FLG) zu einem Planspiel begrüßt. 2019 befassten sich Zehnt- und Elftklässler mit den damals anstehenden Europawahlen, jetzt setzten sich zwei neunte Klassen im Vorfeld der Kommunalwahl am 15. März mit einem der derzeit wichtigsten Themen im Ort auseinander: der Neuordnung des Bahnhofsareals.

Die Anregung zu dem offenen Planspiel stammt vom Landratsamt, vier Kommunen im Landkreis München haben sie aufgegriffen: Neben Planegg sind dies Haar, Unterschleißheim und Ottobrunn. Fürs FLG organisierte erneut Angelika Lawo, die Fachleiterin Sozialkunde, den Vormittag in der Gemeindeverwaltung. Eric Treske vom Beratungsunternehmen intrestik und Bettina Schmitt von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München, kümmerten sich um den Ablauf. Unter dem Stichwort „Bebauungsplan klimafreundliche Gemeinde durch Park/Bike & Ride“ befassten sich die 51 Schüler in Gruppen mit dem Bahnhofsareal. Ob sie Lobbyisten waren oder einer Gemeinderatsfraktion angehörten, entschieden die Umschläge, die jeder Einzelne am Morgen erhalten hatte. In Zenos (9d) Kuvert fand sich der Buchstabe B, was ihn zum Bürgermeister und Leiter der abschließenden Gemeinderatssitzung machte. Übers Rathaus verteilt sah man die Neuntklässler Ideen sammeln. Die Lobbyisten bekamen zwischenzeitlich die Gelegenheit, ihre Anliegen anzubringen.

Als die Fraktionsmitglieder zur abschließenden Diskussion im Sitzungssaal Platz nahmen, zeigte sich, dass sich das Thema verselbstständigt hatte: Statt nur um Park/Bike & Ride ging es auch um Wohnen. Gewerbe, wie von der Schüler-CSU gewünscht, fand keine Mehrheit, das von der Interessengruppe „Junge für McDonald’s“ propagierte Schnellrestaurant wurde nicht einmal erwähnt. Doch die Frage, wie viel Wohnungen für welche Klientel gebaut werden sollen, führte zu einigen Redebeiträgen. Während die SPD zunächst nur an Sozialwohnungen dachte, sagte Percy, der für die Freien Wähler Dynamischen (FWD) sprach: „Das Wort Sozialwohnung hat einen bitteren Beigeschmack.“ Auch Normalverdiener sollten auf dem neuen Areal ein Zuhause finden. Man einigte sich auf eine ausgewogene Mischung aus Sozial- und bezahlbaren Wohnungen, um Ghettoisierung zu vermeiden. Mit ihrem Anliegen, einen verkehrsberuhigten Bereich zu schaffen, konnten sich FWD, Grüne Gruppe 21 und FDP aber nicht durchsetzen, auch eine Anlaufstelle für Jugendliche wurde abgeschmettert.

Die eingeplante halbstündige Pause wäre der Diskussion zum Opfer gefallen, hätte nicht der vom Rathaus spendierte Imbiss gewartet. Nach der letzten Abstimmung erfuhren die Neuntklässler schließlich, wie es tatsächlich ums Bahnhofsareal steht. Bürgermeister Heinrich Hofmann, 3. Bürgermeisterin Anneliese Bradel sowie die Gemeinderäte Cornelia David (FWD) und Roman Brugger (SPD) beantworteten Fragen, verteilt auf die vier Ecken des Sitzungssaals.

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