Fünf-Jahres-Auftrag vergeben

84 350 Euro für die Baumkontrolle

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Die Gemeinde Planegg lässt sich die Kontrolle ihrer Bäume in den nächsten fünf Jahren 84 350 Euro kosten. 3200 Einzelbäume und 115 Gruppen nennt sie ihr Eigen. Alle aufgeführt im Baumkataster und mit Nummer und Barcode versehen.

Planegg– Einmal im Jahr sind mehrere Baumsachverständige rund eine Woche lang in Planegg unterwegs, um die gemeindeeigenen Bäume auf Verkehrssicherheit zu überprüfen. Sie schauen sich die Kronen an, untersuchen, ob die Bäume unter Pilzbefall leiden und vergeben Noten. Im schlimmsten Fall eine Fünf. „Dann ist Gefahr in Verzug und es müssen sofort Maßnahmen ergriffen werden“, sagt Richard Richter, Leiter des Bau- und Umweltamtes. „Aber so etwas findet sich im Gemeindegebiet nicht mehr.“ Die Mehrheit der Bäume sei mit Drei benotet, womit die Maßnahmen, die die Kontrolleure vorschlagen, mittlere Priorität besitzen.

Bisher wurde die Kontrolle jährlich ausgeschrieben. Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, beschloss jetzt der Ausschuss für Umwelt, Bauleitplanung und Verkehr, den Auftrag für einen Zeitraum von fünf Jahren zu vergeben. Die Treeconsult Brudi & Partner aus Gauting, die schon in den vergangenen Jahren jeweils das günstigste Angebot abgegeben hatte, bekam für 16 870 Euro jährlich den Zuschlag bis einschließlich 2022. „Bäume stellen einen hohen Wert dar. Finanziell, fürs Ortsbild und fürs Kleinklima am Ort“, sagt Richter. In jedem Baum stecke viel Zeit und Pflege.

Dass die Gemeinde über ein Baumkatester verfügt, erleichtert die Aufgabe. 2006 wurde damit begonnen, jeden einzelnen Baum zu erfassen. Zunächst beschränkte man sich auf Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 100 Zentimetern, später kamen jüngere und schlankere Bäume hinzu, zuletzt die Jungbäume. Jeder erfasste Einzelbaum und jede Baumgruppe sind mit sechsstelliger Nummer und Barcode ausgezeichnet. Die Plakette hängt an einem Alunagel, der dem Baum laut Richter keinen Schaden zufügt, am Baum. Gibt der Baumkontrolleur sie ins Baumkataster-Programm ein, sind sämtliche Befunde und Maßnahmen der vergangenen Jahre nachzulesen. „Der Anfangsaufwand, ein Kataster zu erstellen, ist nicht gering, aber wenn man es hat, ist es eine unheimliche Erleichterung“, sagt Richter.

Die Baum-Rundgänge 2017 hatten zur Folge, dass in den ersten beiden Monaten dieses Jahres allein am Friedhof neun und an der Kreuzwinkelstraße auf der Westseite des S-Bahnhofs elf Bäume gefällt wurden. „Die waren abgestorben“, so Richter über die acht Eichen und drei Hainbuchen, die in der Kreuzwinkelstraße entfernt wurden. „Wir fällen nichts, was nicht unbedingt sein muss.“

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