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Sie achten auf Peter Pöschls Wohlergehen: Ehefrau Monika und Tochter Lena Pöschl sowie die Assistenzhunde Bonny (links) und Benno. Der braucht noch eine teure Ausbildung, ehe er alle Aufgaben wahrnehmen kann. 

Bonny bekommt Benno zur Seite

Assistenzhündin für Planegger lebenswichtig

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Die schwer kranke Assistenzhündin Bonny lebt weiter für ihr Herrchen Peter Pöschl, länger als gedacht. Damit ihr designierter Nachfolger Benno perfekt ausgebildet wird, braucht es jedoch Geld.

Planegg– Kunststücke sind Bonnys Spezialität. Sie zieht ihrem kranken Herrchen die Schuhe aus, hebt für ihn Geldstücke auf, drückt statt seiner den Knopf für den Aufzug und rettet ihm immer wieder das Leben. Auf Bonny ist Verlass. Nur als die Hündin schwer erkrankte und es hieß, sie werde sterben, machte sie eine Ausnahme. Ein Kunststück vollbrachte sie trotzdem. Zwei Jahre nachdem die Ärzte sie wegen eines bösartigen Nasentumors aufgaben, packt die Assistenzhündin Bonny im Hause des Diabetikers und MS-erkrankten Peter Pöschl (50) aus Planegg immer noch mit an.

„Sie kann sehr stur sein“, sagt Pöschls Frau Monika (48). Für ihren Mann ist ein Assistenzhund lebensnotwendig. Er erkennt, wenn dessen Blutzucker zu niedrig ist, und schlägt Alarm, er hält ihn auf Trab und ermöglicht ihm etwas Selbstständigkeit. Monika Pöschl konnte dank Bonny wieder arbeiten gehen, Tochter Lena (16) hatte weniger Verantwortung zu tragen. Ohne einen Assistenzhund müsste die Familie ihr Leben wieder komplett umkrempeln.

Bonny ist also ein Glücksfall für die Planegger Familie.Gleichzeitig stellt sie sie vor ein Dilemma. Mit Bonnys langem Leben hatten sie nicht gerechnet. Nach der Prognose der Tierärzte hatten Pöschls vor zwei Jahren wieder einmal viel Geld für einen neuen Assistenzhund gesammelt (wir berichteten). Und so zog schon bald der Welpe Benno bei ihnen ein. Jetzt haben Pöschls zwei Hunde.

Als einer der Spender von damals sich nun bei unserer Zeitung meldete, war mit Irritationen zu rechnen. Doch nachdem dieser den aktuellen Stand der Schicksalsgeschichte erfuhr, hält er weiter fest zur Familie Pöschl. Denn den Neurieder Johann Sedlmeyr stört nicht, dass er für einen Hund gespendet hat, den es streng genommen noch gar nicht braucht. Er freut sich, dass Benno jetzt richtig eingearbeitet werden kann und keine Lücke zwischen den zwei Hunden entsteht – wie damals befürchtet. 100 Euro hat er vor zwei Jahren gespendet und will es nun wieder tun.

Ausbildung eines Assistenzhundes kostet 25 000 Euro

Einen ausgebildeten Assistenzhund gibt es nicht geschenkt. Und Pöschls konnten bislang nur rund die Hälfte der nötigen 25 000 Euro einsammeln. Peter Pöschl und er kennen sich nicht, seien sich nie begegnet, doch seine Geschichte hat Sedlmeyr mitgenommen. „Wenn jeder bissl spenden tät, hätte der Mann keine Probleme“, meint Sedlmeyr. Für ihn sei es nur schwer erträglich, dass es im Würmtal Menschen gebe, die täglich mehrere Weißbier im Biergarten trinken, aber zum Spenden nichts übrig hätten. Er appelliert deshalb an die Menschen im Würmtal, für Bennos weitere Ausbildung zu spenden. Der designierte Nachfolger des Golden Retrievers Bonny, der Berner Sennenhund Benno, hat bereits bewiesen, dass er seiner Aufgabe gewachsen ist. „Als Benno zwei Wochen alt war, wurde er getestet, ob er Zucker anzeigen kann“, sagt Monika Pöschl. Den Hundeführerschein hätten ihr Mann und Benno bereits bestanden. Im Herbst stehe die Assistenzhunde-Team-Prüfung an.

Es ist ein Wunder, dass Bonny noch lebt

Bonnys Tumor schlummere nur, sagt Monika Pöschl. „Sie ist schwer krank. Es ist ein Wunder, dass sie noch da ist.“ Benno bekam durch dieses Wunder Zeit geschenkt, in seine Rolle hineinzuwachsen. Er zeige zuverlässig an, wenn Peter Pöschls Zuckerwerte wieder einmal nicht stimmten. So könne sich die achtjährige angeschlagene Hündin zwischendurch Auszeiten nehmen – obgleich ihr dies schwerfällt. „Die konnte nach der Narkose kaum stehen und hat ihren Job gemacht“, sagt Pöschl. In Rente könne man sie also nicht schicken.

Johann Sedlmeyrs Wunsch ist jetzt, dass er nicht der Einzige ist, der noch einmal spendet. Monika Pöschl selbst fällt es schwer, um weitere Hilfe zu bitten. Sie dankt für die Unterstützung, die ihr nun zum wiederholten Mal widerfährt. Und sie gibt sie weiter, indem sie sich als Vorsitzende für den Verein „Assistenz- und Servicehunde in Bayern“ einsetzt.

Spendenkonto

Wer den Pöschls helfen möchte, einen neuen Assistenzhund zu bekommen, kann das über den Förderverein Martinsrieder Christkindlmarkt e.V., Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, IBAN: DE 52 702 501 500 260 442 173, BIC: BYLADEM1KMS oder über den Verein Assistenz- und Servicehunde in Bayern e.V. tun; Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, IBAN: DE 07 702 501 500 028 571 370, BIC: BYLADEM1KMS. Bitte in beiden Fällen unbedingt angeben: „Zweckgebunden für Pöschl“.

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