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Vertragsunterzeichnung: Bürgermeister Heinrich Hofmann (r.) und PMG-Geschäftsführer Dimitri Steinke.

U-Bahnverlängerung

Aufgaben an PMG übertragen

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Der nächste historische Schritt auf dem Weg zur U-Bahnverlängerung nach Martinsried: Nach dem Grundsatzbeschluss des Planegger Gemeinderates im Oktober unterzeichnete gestern Bürgermeister Heinrich Hofmann den Projektmanagementvertrag.

Planegg– Im kleinen Sitzungssaal des Rathauses kamen Hofmann und Dimitri Steinke, Geschäftsführer der U-Bahn Martinsried Projektmanagement GmbH & Co.KG (PMG), zusammen, um ihre Unterschriften unter ein Papier zu setzen, das sämtliche im Kontext der Verlängerung der U-Bahnlinie 6 von Großhadern nach Martinsried anfallenden Aufgaben an die PMG überträgt. „Die PMG wird für uns das Bauwerk schlüsselfertig und betriebsbereit herstellen“, so Stefan Schaudig, Geschäftsleiter der Gemeinde. Die Gemeinde ist Bauherr, doch von der Entwurfsplanung über die Baudurchführung bis hin zum Rechnungsabschluss wird alles nun von der PMG erledigt, die als öffentlich-rechtliche Gesellschaft zu 50,1 Prozent dem Freistaat gehört. Mit 33,3 Prozent ist der Landkreis München beteiligt, mit 16,1 Prozent die Gemeinde Planegg.

Der Freistaat war es auch, der Geschäftsführer Steinke bestellte. Der 39-jährige promovierte Steuerrechtler, in Kasachstan geboren, als Kind mit den Eltern nach Russland und schließlich mit 14 Jahren nach Osnabrück gezogen, arbeitete in den vergangenen drei Jahre in der Staatskanzlei, zuständig sowohl für den Finanzsektor als auch fürs Ministerium des Innern und damit für Bau und Verkehr. „Ich bin mit den ganzen großen Verkehrsthemen vertraut“, so Steinke. Im Dezember begann er parallel zu seinen Aufgaben in der Staatskanzlei mit seinem Engagement für die PMG, seit Januar ist er als Beamter beurlaubt und kümmert sich ausschließlich als Geschäftsführer um die PMG. Steinke: „Ich habe die Gesellschaft zum Laufen gebracht.“ Büroräume sind inzwischen in Fürstenfeldbruck gefunden, wo Steinke auch zu Hause ist. Seit Anfang März wird er von einer Assistentin unterstützt. Fehlt noch ein Stellvertreter, „mit technischem Sachverstand und im Idealfall Erfahrung im Projektcontrolling“, so Steinke. Die PMG arbeite „im eigenen Namen, aber auf Rechnung der Gemeinde“. Steinke sagt über seine Aufgabe: „Ich bin der, der den Ton angibt, um Reibungsverluste zu vermeiden und die Ressourcen in eine Richtung zu lenken.“

Heute steht ein Termin mit dem Planungsbüro an, das die Gemeinde schon seit Längerem in Sachen U-Bahn berät, in der übernächsten Woche sei ein Treffen mit einer Fachkanzlei für Vergaberecht anberaumt, da die Projektsteuerung europaweit ausgeschrieben werden muss. Für Unternehmen in diesem Bereich, so Steinke, sei die U-Bahnverlängerung „ein Filetstück. Die werden sich darum reißen.“ Tatsächlich hat es laut Schaudig schon konkrete Anfragen gegeben.

Die aktuellste Kostenschätzung über 73,5 Millionen Euro stammt aus dem Jahr 2012. „Im Rahmen der Planung wird eine Kostenschätzung geschehen“, so Steinke. Da ein Anstieg der Baupreise auch bei anderen kommunalen Projekten zu bemerken sei, so Schaudig, dürften auch die Kosten für den U-Bahntunnel noch steigen, allerdings in überschaubarem Ausmaß. Allein schon, weil man „sehr einfache Bodenverhältnisse oberhalb des Grundwassers mit gutem, standfestem Kies hat“. Der Freistaat übernimmt 95 Prozent, der Landkreis zwei Drittel vom Rest und die Gemeinde ein Drittel, also 1,67 Prozent.

Der Spatenstich soll spätestens im Herbst erfolgen. „Wir brauchen bis Oktober den offiziellen Beginn der Bauarbeiten. Ich bin da frohen Mutes“, sagte Bürgermeister Hofmann. Grund für den zeitlichen Druck ist der 2013 rechtskräftig gewordene Planfeststellungsbeschluss, der nur bis Oktober gilt. Sollte bis dahin nichts passiert sein, erlischt die Baugenehmigung. Bis es richtig losgeht mit den Arbeiten, dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Sobald der Projektsteuerer gefunden ist, wird dieser in Zusammenarbeit mit der PMG die Fachplaner ausschreiben.

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