Inspektionsleiter Thomas Sorgalla überreicht Anika Bichlmeier ein Geschenk und Blumen: Sie hatte beim Einkauf festgestellt, dass ein alter Mann betrogen werden sollte, und rief umgehend die Polizei.
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Inspektionsleiter Thomas Sorgalla überreicht Anika Bichlmeier ein Geschenk und Blumen: Sie hatte beim Einkauf festgestellt, dass ein alter Mann betrogen werden sollte, und rief umgehend die Polizei.

Lob von der Polizei

Aufmerksame Zeugin verhindert Betrug

Planegg – Mit Aufmerksamkeit und Hartnäckigkeit verhinderte die 30-jährige Anika Bichlmeier einen Betrugsfall. Thomas Sorgalla, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Inspektion in Planegg, dankte der Münchnerin nun für ihr vorbildliches Verhalten und beschenkte sie mit Blumen und einem „Polizeibienenhonig“ von der Diensthundestaffel in München.

Zeugin des Betruges wurde die in Planegg arbeitende Anika Bichlmeier während einer Mittagspause in einem Supermarkt in Planegg. Als sie dort an der Kasse stand, wurde sie stutzig: Der ältere Mann in der Schlange vor ihr legte mehrere Gutscheinkarten im Wert von insgesamt 900 Euro aufs Band. In diesem Augenblick erinnerte sich Bichlmeier an einen Artikel, in dem sie von einer perfiden Betrugsmasche gelesen hatte: Bei dieser würden Betrüger über das Telefonbuch Bürger anrufen, sich als Computerfirma ausgeben und den Leuten am Hörer erzählen, dass ihr Computer durch einen Virus bedroht sei. Um das Gerät zu schützen, müsse der Computer gesperrt werden. Das koste Geld – und solle in Gutscheinkarten an die angebliche Computerfirma überwiesen werden.

Prompt reagierte Anika Bichlmeier und fragte die Kassiererin, ob ihr der Kauf des 89-Jährigen aus dem Landkreis Starnberg nicht seltsam erscheine. Die Dame verneinte die Frage. Doch Bichlmeier ging der Vorfall nicht aus dem Kopf. Als sie den Laden verließ, rief sie direkt die örtliche Polizei an. Kurz darauf und zur gleichen Zeit, als der 89-Jährige den Supermarkt verließ, traf ein Polizeibeamter ein. Noch an Ort und Stelle stellte sich heraus, dass Anika Bichlmeier die Lage richtig eingeschätzt hatte und den Betrug durch ihr aktives Einschreiten hatte verhindern können.

„Die Betrüger solcher PC-Sperrungen arbeiten wie ein Callcenter, sind gut strukturiert und sitzen meist im Ausland“, weiß Hauptkommissar Sorgalla. Die Täter seien schwer zurückzuverfolgen und ihre Methode „sehr perfide“. Betrüger, die PC-Sperrungen ankündigen, sich als falsche Polizisten ausgeben, durch Schockanrufe Geld kassieren oder falsche Gewinnversprechen am Telefon machen, gäbe es laut Sorgalla immer mehr. „Allein in München lagen die Betrugsfälle im Jahr 2020 im Millionenbereich“, sagt der Inspektionsleiter. „Seriöse Firmen verlangen keine Vorausbezahlung über das Telefon. Bei solchen Anrufen sollte sofort die Polizei informiert werden.“ Zwar würde bei 100 Versuchen nur eine Person auf die Betrugsmasche hereinfallen und Geld überweisen, doch für die Täter sei das Ertrag genug.

Lara Listl

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