Die PPM-Gründer: die Gemeinderäte Philipp Pollems (l.) und Peter von Schall-Riaucour.
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Die PPM-Gründer: die Gemeinderäte Philipp Pollems (l.) und Peter von Schall-Riaucour.

Planegg: Pollems und von Schall-Riaucour gründen Gruppierung

Aus Liste FDP wird PPM

  • Nicole Kalenda
    VonNicole Kalenda
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Planegg hat eine neue Gruppierung: „Pro Planegg & Martinsried“, kurz PPM. Die beiden Gründer, die Gemeinderäte Philipp Pollems und Peter von Schall-Riaucour, ziehen damit einen Schlussstrich unter den Streit mit der FDP.

Planegg – Der Bruch kam kurz nach der Kommunalwahl im März 2020. Weil sich das langjährige FDP-Mitglied Fritz Haugg nicht durchsetzen konnte mit seiner Forderung, Fraktionsvorsitzender zu werden, erklärte er sich zum FDP-Einzelkämpfer. Pollems, parteifreier Bürgermeisterkandidat der FDP, und von Schall-Riaucour, seit 2008 als Parteifreier für die FDP im Gemeinderat, firmierten ab diesem Zeitpunkt als Liste FDP. Im Juni, inzwischen hatte Haugg Susanne Trenkle (bisher UPM) zum Eintritt in die FDP überzeugt und damit Fraktionsstatus erlangt, schrieb der Vorsitzende des FDP-Kreisverbands München-Land, Michael Ritz, an Pollems und von Schall-Riaucour: „Sollte der Name der FDP weiter von Ihnen zur Bezeichnung Ihrer Fraktion geführt werden, behalten wir uns rechtliche Schritte vor.“

Neue Wege gehen

Laut Kommunalaufsicht, so von Schall-Riaucour im Pressegespräch, dürften er und Pollems sich „auch heute noch Liste FDP nennen“. Einem Markenrechtsstreit sähe man gelassen entgegen, erklärte Pollems. Trotzdem möchten die beiden lieber das Kapitel FDP abschließen und neue Wege gehen. „Wo eine Tür zugeht, geht auch eine auf“, sagte von Schall-Riaucour. Ab sofort wollen er und Pollems als PPM Gemeindepolitik gestalten. „Wir verlassen das Parteiumfeld der FDP am Höhepunkt, dem liberalen Gedanken werden wir immer treu bleiben.“ Der Schritt sei mit einem gewissen Risiko verbunden, da ein, zwei Gemeinderatssitze stets sicher gewesen seien. „Wir haben die Hoffnung und die Chance, dass uns die Wähler treu bleiben und wir viele hinzugewinnen.“ Denn die PPM soll eine dauerhafte Größe in der Planegger Kommunalpolitik werden. Pollems: „Mit dieser Gruppierung wird in fünf Jahren wieder angetreten.“

Kompetenzteam geplant

An der Einstellung zu Planegger Themen ändert sich nichts: Den angestrebten Kauf des Heide-Volm bejahen beide. Von Schall-Riaucour: „Da vertrauen wir auf das Verhandlungsgeschick unseres Bürgermeisters.“ Man wolle eine komplette Umgestaltung der Bahnhofstraße erreichen, so Pollems. „Wenn der Kauf des Heide-Grundstücks funktioniert, wunderbar.“ Die PPM spricht sich für einen Verbleib der Polizeiinspektion in Planegg aus und ist hin- und hergerissen, was die seit Jahren geplante und jetzt wieder infrage stehende Westumfahrung Martinsrieds angeht. Pollems: „Wir glauben nicht, dass es die Problematik löst, eine neue Straße zu bauen.“ Derzeit lasse man eine Idee rechtlich prüfen, wie die Anwohner der Röntgenstraße ohne aufwendige Bautätigkeit entlastet werden können.

Die PPM befindet sich im Aufbau. „Wir haben jetzt den Namen“, sagte Pollems. Alles andere, etwa Logo oder Internetauftritt, kämen noch. Man plane, ein Kompetenzteam mit Bürgern zu bilden, „die sich nicht parteipolitisch binden, aber mitgestalten wollen“, erläuterte von Schall-Riaucour. „Langfristig ist unser Ziel, unseren Einfluss im Gemeinderat mit mehr Räten zu stärken, aber nicht unbedingt einen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen.“

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