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Sechs Ladestationen sind in einem ersten Schritt in Planegg geplant.

Derselbe Anbieter wie in Gräfelfing

E-Ladesäulen: Planegg zieht nach

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Von null auf sechs, später sieben Standorte: Planegg führt öffentliche E-Ladestationen ein. Um Einheitlichkeit zu ermöglichen, wählte der Gemeinderat denselben Anbieter wie Gräfelfing.

Planegg – Nach der Nachbargemeinde legt nun auch Planegg sein E-Ladesäulenkonzept in die Hände der eze.network GmbH. An sechs Stationen soll je eine Ladesäule mit zwei Anschlüssen errichtet werden. Nach Abschluss der Sanierung der Tiefgarage unter dem Marktplatz ist dort eine siebte Lademöglichkeit geplant.

Während Gräfelfing 2016 eine erste Lademöglichkeit an der Ecke Bahnhof-/Steinkirchner Straße in Betrieb nahm, sind Lademöglichkeiten wie in der Robert-Koch-Straße im Planegger Gewerbegebiet Steinkirchen und Am Klopferspitz in Martinsried nicht kommunalem Engagement zur Förderung der Elektromobilität zu verdanken. Nach einem Antrag der Freien Wähler Dynamischen im vergangenen Sommer wurde die Gemeinde nun aktiv.

Die in Landsberg ansässige eze.network GmbH zählt zu den führenden Anbietern für Ladeinfrastruktur. Sie beschafft und installiert die Ladesäulen und betreibt sie, kümmert sich also um Hard- und Software, Wartung und Service. Die Gemeinde muss für den Netzanschluss sorgen und stellt die benötigten Parkplätze samt Markierung und Beschilderung zur Verfügung. An eze.network überweist sie pro Ladepunkt 52 Euro monatlich. Die Nutzer zahlen 30 Cent pro Kilowattstunde Ökostrom, die zu 100 Prozent an den Betreiber gehen. Zusätzlich wird ein Zeittarif von einem Euro pro Stunde fällig. Davon erhält die Gemeinde die Hälfte, sodass sie bei 104 Stunden Ladezeit pro Anschluss ihre monatlichen Kosten wieder hereinbekommt. Der Nutzer kann mit EC- oder Kreditkarte sowie gängigen Ladekarten oder Apple beziehungsweise Google Pay zahlen.

Aus Wettbewerbsgründen wurden drei Firmen wegen eines E-Ladekonzepts angefragt. Die Wallbe GmbH schied aus, weil sie weder den laufenden Betrieb noch die Wartung der Ladestationen übernimmt. Die Wirelane GmbH aus München erstellte zunächst ein Angebot mit 115 Euro monatlich pro Ladepunkt für die Gemeinde. Dafür hätte Planegg Einfluss auf den Nutzerpreis gehabt. In einem zweiten Angebot sollten 75 Euro pro Monat fällig werden, der Ökostrom vom Regionalwerk Würmtal kommen und die Kilowattstunde 38 Cent kosten.

„Kein Flickenteppich im Würmtal“

„Für mich ist essenziell, dass es im Würmtal keinen Flickenteppich gibt, dass nicht jede Gemeinde einen anderen Betreiber hat“, sagte Fritz Haugg (FDP) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Auch Michael Book (CSU) sprach sich für „halbwegs gleiche Ladesäulen im Würmtal“ aus. Bürgermeister Hermann Nafziger sagte: „Ich fände es gut, wenn wir im Würmtal gleiche Preise und Strukturen hätten.“ Auch Neuried bemühe sich „sehr stark“ um ein Ladesäulenkonzept und „Krailling eigentlich auch“.

Die Wirelane-Regionalwerk-Kombination fand ebenfalls Unterstützer. „Charme hat für mich, wenn auf den Ladesäulen Regionalwerk Würmtal steht“, erklärte Roman Brugger (SPD). Die Gemeinde Planegg ist an dem kommunalen Energieversorger beteiligt. Unterstützung bekam er von Jürgen Peters (Grüne): „Die Frage der Einheitlichkeit sollte nicht überbewertet werden.“ Weil nach sechs Jahren die monatlichen Kosten pro Ladepunkt von 75 auf 20 Euro sinken sollen, nannte Felix Kempf (SPD) das Wirelane-Angebot eine „interessante langfristige Perspektive“. Er rechnete vor, dass nach zehn Jahren Wirelane billiger wäre als eze.network. Vorausgesetzt, die Säulen sind so lange in Betrieb und werden nicht gegen modernere ausgetauscht. Die Entscheidung gegen Wirelane fiel mit 12:11 Stimmen knapp aus. Der Gemeinderat beschloss mit 18:5, eze.network mit der Umsetzung eines Ladeinfrastrukturkonzeptes und dem Betrieb der E-Ladesäulen zu beauftragen. Für die Herstellung des Netzanschlusses und die Fundamente rechnet Planegg pro Ladesäule mit 10 000 Euro.

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