Bautafel Parkdeck Martinsried
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Die Bautafel für das neue Parkdeck steht bereits.

U-Bahn: Arbeiten am P&R-Parkdeck beginnen

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Der erste Spatenstich für das U-Bahn-Projekt fiel vergangenen Herbst der Corona-Pandemie zum Opfer. Gebaut wurde trotzdem – ein Ersatzparkplatz. Der ist nun fertig. Mitte März geht es mit dem P&R-Parkdeck weiter.

Martinsried – Dass Kerstin Schreyer, Bayerns Ministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, am Mittwoch den Start der Arbeiten am U-Bahn-Tunnel zwischen Klinikum Großhadern und Martinsried noch für dieses Jahr ankündigte (wir berichteten), sorgte im Planegger Rathaus für Überraschung. Die Gemeinde ist Bauherr der Verlängerung der U6, auch wenn sie nur 1,67 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten übernimmt, der Landkreis 3,33 Prozent und der Freistaat mit 95 Prozent der größte Geldgeber ist. „Wir wissen von nichts, aber wir würden uns dem nicht versperren“, sagte Bürgermeister Hermann Nafziger auf Anfrage. Realistisch ist das freilich nicht. „Beim reinen U-Bahn-Bau reden wir von Anfang 2022, vorher auf keinen Fall“, so Planeggs Geschäftsleiter Stefan Schaudig.

Dreieinhalb Jahre nach der Sondersitzung des Gemeinderates, in der die Verträge zur Verlängerung der U6 einstimmig genehmigt wurden, ist dennoch schon etwas zu sehen: der Ersatzparkplatz an der Ecke Am Klopferspitz/Würmtalstraße, auf dem Universitätsmitarbeiter parken können, während über einem Teil des regulären Campusparkplatzes ein Parkdeck in Stahlverbundkonstruktion errichtet wird. Dort sollen, wenn die U-Bahn ihren Betrieb aufnimmt, auf der oberen Ebene bis zu 80 U-Bahn-Nutzer gebührenpflichtig ihre Autos abstellen können, während unten für die Mitarbeiter der universitären Einrichtungen reserviert ist.

U-Bahn soll zum Fahrplanwechsel 2025/26 in Betrieb gehen

Geplant ist, dass die U-Bahn ab Fahrplanwechsel 2025/26 Martinsried anfährt. Das Planegger Rathaus legt Wert darauf, dass die zwischen Lena-Christ-Straße und Campus situierte Haltestelle keine Endhaltestelle sei. Die deutlich größeren Parkkapazitäten in Großhadern blieben erhalten. „Wenn die Leute merken, dass sie hier nicht gut parken können, wird sich das einspielen“, hofft Nafziger. Die Option, das Parkdeck in die Breite zu erweitern, bestehe allerdings.

Kaum war der Ersatzparkplatz, der sich auf Grund des Freistaates befindet und Raum für etwa 120 Autos bietet, planiert, wurden die ersten Wohnmobile und Wohnwagen dort abgestellt. Also errichtete man eine Barriere und will auch noch die Einfahrt mit einer Höhenbegrenzung versehen. Der Parkplatz ist nicht öffentlich und wird nicht geteert. „Er muss nicht ewig halten“, sagt Nafziger. Die Fläche wird jedoch auch dann noch gebraucht, wenn das Parkdeck in schätzungsweise neun bis zwölf Monaten fertiggestellt ist: Sobald die Tunnelarbeiten beginnen, sollen dort und weiter südlich die Container mit den Büros der Bauleitung und der Arbeiter, Baumaterial und Aushub, der beprobt werden muss, Platz finden.

„Es ist ein kleiner Anfang, das erste Zeichen, dass etwas passiert in Sachen U-Bahn“, sagt Nafziger zum Ersatzparkplatz. Im Hintergrund wird spätestens seit der Gründung der mit dem Projekt betrauten U-Bahn Martinsried Projektmanagement GmbH & Co.KG 2018 intensiv gearbeitet. Nach wie bringt man die veraltete Planung auf den aktuellen Stand. Eine endgültige Kostenschätzung steht noch aus. Statt der 73,5 Millionen Euro aus dem Jahr 2012 ist inzwischen von 130 Millionen die Rede.

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