Querschnitt des Bahnsteigbereichs der neuen U-Bahnstation Martinsried
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Querschnitt des Bahnsteigbereichs: Die Lage des südlichen Gleises 1 (r.) bleibt unverändert, nach Norden hin wird der Bahnsteig um drei Meter verbreitert. Grafik: Gemeinde Planegg

Änderungen bis 26. Mai einsehbar

U-Bahn-Verlängerung: Planung aktualisiert

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Das Tunnelbauwerk ist nun breiter, ebenso der Bahnsteig, der Aufzug wurde verlegt, außerdem der Notausstieg auf der Strecke. Die Planänderungen zur Verlängerung der U-Bahnlinie 6 vom Klinikum Großhadern nach Martinsried sind seit dieser Woche einsehbar.

Planegg – Als der Planegger Gemeinderat im Oktober 2017 in einer Sondersitzung die Verträge zum Bau der U-Bahn-Verlängerung vom Klinikum Großhadern nach Martinsried genehmigte, waren die Pläne veraltet. Vor allem die Anforderungen im Brandschutz hatten sich seit dem Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern im September 2013 geändert. Die Regierung verlängerte 2018 auf Antrag der Gemeinde die Frist, innerhalb der die Bauarbeiten beginnen müssen, bis November 2023. Damit einher ging ein „Riesenanhang an Auflagen“, wie Michael Brucker sagt. Brucker ist Technischer Leiter der U-Bahn Martinsried Projektmanagement GmbH & Co.KG (PMG), die von der Gemeinde als Bauherrin sämtliche Aufgaben im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Projekt übertragen bekommen hat.

Enge Absprache mit Behörden

Die Anforderungen sind nun in enger Absprache mit der Regierung von Oberbayern, Naturschutzbehörden, Wasserwirtschaftsamt, Branddirektion München und den Stadtwerken als Betreiber der U-Bahn berücksichtigt. „Das ist die entscheidende Planänderung. Wenn die genehmigt ist, legen wir los“, sagt Brucker. Der nächste Schritt auf dem Weg dorthin ist die öffentliche Auslegung: Bis Ende Mai sind die Tekturunterlagen im Planegger Rathaus und im Internet einsehbar. Im Anschluss wägt die Regierung Einwendungen ab.

Dass der Tunnel nun breiter ist als ursprünglich geplant, dürfte dem Fahrgast entgehen. Aber auch der Bahnsteig in Martinsried hat gewonnen, statt 7,50 ist er nun 10,48 Meter breit, bei einer unveränderten Länge von 120 Metern. Grund ist, dass basierend auf modernen Brandschutzkonzepten der Aufzug nun gemeinsam mit Treppe und Rolltreppe am westlichen Bahnsteigende eingerichtet wird und nicht mehr mitten auf dem Bahnsteig. Dafür braucht es Platz. Weggefallen ist außerdem eine dritte, ebenfalls mittig geplante Treppe. Auf Wunsch der Stadtwerke wurden die Betriebsräume vergrößert, die mangels Zwischengeschoss in beide Richtungen anschließend an den Bahnsteig untergebracht werden müssen.

Feuerwehr kommt besser zu neuem Notausstieg

In der alten Planung sollte der Notausstieg, der sich am Westende des Bahnsteigs am Klinikum befindet, ersatzlos abgebrochen werden. Verschwinden muss er noch immer, weil er einer Verlängerung der Linie im Weg steht. Allerdings werden jetzt auf beiden Seiten des Bahnsteigendes Notausgänge gebaut. Da zwischen zwei Notausstiegen 600 Meter Strecke liegen dürfen, kann nun der im Tunnel geplante Notausstieg weiter nach Westen verlegt werden, dorthin, wo die Feuerwehr über den Klopferspitz besser hinkommt und das Löschwasser aus dem Trinkwassernetz der Gemeinde Planegg entnommen werden kann. Damit entfällt der Bau eines Brauchwasserbrunnens sowie eines unterirdischen Löschwasserbehälters.

Die mit dem U-Bahn-Projekt beauftragten Planungsbüros sind laut Brucker inzwischen dabei, „aufgrund ihrer Planungen die Kosten zu berechnen“. Sobald dies geschehen ist, dürften belastbare Zahlen vorliegen. Aktuell werden die Gesamtkosten mit 137 Millionen Euro veranschlagt. Ziel ist, im Frühjahr/Sommer 2022 mit den Bauarbeiten zu beginnen. Brucker: „Wir liegen im Zeitplan.“

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