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U-Bahn: Rodungsarbeiten starten

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Von: Nicole Kalenda

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Müssen weg: Die Bäume entlang des Fußwegs auf dem Martinsrieder Campus stehen dort, wo der U-Bahntunnel verlaufen wird.
Müssen weg: Die Bäume entlang des Fußwegs auf dem Martinsrieder Campus stehen dort, wo der U-Bahntunnel verlaufen wird. © Dagmar Rutt

Die U-Bahn verspätet sich. Statt der Inbetriebnahme im Dezember 2025 wird jetzt die Fertigstellung in 2026 angepeilt. Im Januar beginnen die Fällarbeiten im Umgriff der künftigen U-Bahnstrecke zwischen Klinikum Großhadern und Martinsried. Auf 40 000 Quadratmetern werden Bäume und Sträucher entfernt.

Martinsried – Die Auftragsvergabe für die Hauptbauleistung ist für August nächsten Jahres vorgesehen. „Ab diesem Zeitpunkt können bauvorbereitende Maßnahmen initiiert werden. Mit den Ingenieurbauleistungen wird dann voraussichtlich im Jahr 2023 begonnen“, heißt es im jüngsten Sachstandsbericht, der vom November stammt.

Offene Bauweise

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet Fällungen und Rodungen zwischen Anfang März und Ende September, also muss das Baufeld jetzt von störendem Bewuchs befreit werden. Tunnel und U-Bahnhof werden in offener Bauweise errichtet, die Fläche des reinen Bauwerks ist rund einen Kilometer lang und im Durchschnitt 15 Meter breit, was 15 000 Quadratmetern entspricht. Die Gesamtfläche, die nötig ist zur Herstellung der unterirdischen Bauwerke, hat jedoch eine Breite von 40 Metern.

Zunächst wird der Baum- und Strauchbestand gefällt. Das anfallende Holz wird zusammengetragen und abtransportiert. Dann folgen die Rodung und der Abtransport der Wurzelstöcke, bevor naturschutzfachliche Zäune aufgestellt werden. Von den Fällungen betroffen sind laut Michael Brucker, Technischer Leiter der U-Bahn Martinsried Projektmanagement GmbH & Co.KG, (PMG) die Einzelbäume entlang des Fußwegs zwischen den Instituten auf dem Martinsrieder Universitätscampus sowie ein Waldstreifen nördlich der Strecke zwischen der Straße Am Klopferspitz und dem Klinikum. „Nicht betroffen von den Fällungen ist der Bannwald südlich der Strecke“, so Brucker auf Merkur-Anfrage. Die Fällungen werden abschnittsweise durchgeführt und sollen bis Februar dauern. Die Wurzelstockrodungen sind ab April geplant.

Verzögerungen

Als Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, und Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, im Mai die Baustelle der P&R-Anlage der künftigen U-Bahnstation Martinsried am Life-Science-Campus der Ludwig-Maximilians-Universität besichtigten, hieß es noch, die Verlängerung der U6 werde mit dem Fahrplanwechsel 2025/26 in Betrieb genommen, also Mitte Dezember 2025. Allerdings kam es in den vergangenen Monaten zu Verzögerungen, auch wegen neuer Erkenntnisse zum Grundwasserstand und weil nach dem Gestaltungswettbewerb für den künftigen U-Bahnhof zusätzliche, technisch bedingte Planungsschritte vorgenommen werden mussten. Deswegen rechnet die PMG, die sich im Auftrag der Gemeinde Planegg als Bauherrin um die Realisierung des Projekts kümmert, inzwischen mit einer Fertigstellung 2026.

Parkdeck-Baustelle in Winterpause

Auch bei der P&R-Anlage, die als Deck über bereits bestehenden Mitarbeiter-Parkplätzen der Universität errichtet wird und auf 80 Stellplätze ausgelegt ist, wurde der Zeitplan nicht ganz eingehalten. Die Fertigstellung war für Herbst vorgesehen. Lieferschwierigkeiten bei Baumaterialien ließen sich nicht immer durch interne Optimierungen auffangen, sowohl bei Metall- als auch Holzbauarbeiten blieben mehrere Ausschreibungsrunden ohne Angebote. Hinzu kamen zuletzt Temperaturen um den Gefrierpunkt. Sie führten dazu, dass etwa Asphaltarbeiten, der Einbau der Rampenheizung und die Verlegung von Kabeln und Leitungen nicht wie vorgesehen erfolgten. Die Baustelle befindet sich jetzt in der Winterpause. Sobald es die Witterung im neuen Jahr erlaubt, soll es weitergehen. Die Fertigstellung ist noch fürs Frühjahr vorgesehen.

Im zweiten Quartal 2022 soll dann eine vollständige Kostenberechnung vorliegen. Im Augenblick ist die Rede von 168 Millionen Euro, von denen der Freistaat den Löwenanteil übernimmt und für Planegg rund 6,4 Millionen Euro anfallen.

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