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Fleißige Müllsammler an der Würm: (v.li.) Andi Voss, Sandra und Pascal Groß, Christine Meisinger und Andrea Grill. Voss und Grill sind auch Geocacher. 

Ramadama

Warteliste für Müllsammler

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Wie wird ein Ramadama zu einer erfolgreichen Aufräumaktion? Man holt Geocacher und die Feuerwehr an Bord und serviert gute Schnitzel.

Planegg – Seit wann reißen sich Menschen darum, Müll zu sammeln? Seit wann gibt es eine Warteliste fürs Ramadama? Es ist eigentlich ganz einfach. Schon die Römer wussten, wie man Leute unterhält: Brot und Spiele. In Planegg zogen beim traditionellen Ramadama heuer 70 Freiwillige mit Müllsäcken durch die Straßen und Grünanlagen, um die Gemeinde von herumliegendem Müll zu befreien. „Und es wären noch mehr gewesen“, sagt die Neuriederin Andrea Grill, die mitgeholfen hat, Planegg sauber zu machen.

Andrea Grill kennt sich aus. Sie ist auch die Initiatorin des Neurieder Ramadamas, das kürzlich stattfand. Die Teilnehmerzahl in Planegg sei limitiert gewesen, es habe eine Warteliste gegeben. Für den großen Andrang gebe es mehrere Gründe. „Das liegt an der tollen Organisation und der Verpflegung. Das spricht sich rum“, meint sie und führt aus, was damit gemeint ist. Wer an entlegenen Orten der Gemeinde Müll sammle, werde von der Feuerwehr mit deren großen Fahrzeugen zum Einsatzort gefahren. „Das ist sehr lustig“, sagt Grill. Ferner serviere die Gemeinde allen Teilnehmern, nachdem sie zwei Stunden lang Müll aufgeklaubt haben, ein richtig gutes Schnitzel. Und drittens: 60 der 70 Teilnehmer seien Geocacher gewesen, wie Andrea Grill selbst. Diese begeben sich mit ihren Smartphones auf eine elektronische Schnitzeljagd. Sie verstecken in der Natur kleine Schätze und geben die Koordinaten des Verstecks mittels App anderen Geocachern bekannt. Wer einen Schatz findet, darf sich dann in ein Logbuch eintragen. Manchmal sei auch ein kleiner Schatz zum Mitnehmen versteckt. Doch für diese Art von Fund gebe es eine strenge Regel: „Wenn man etwas nimmt, muss man etwas anderes hineinlegen.“ Ein hübscher Aufkleber könne beispielsweise gegen eine Murmel oder einen kleinen Schlüsselanhänger getauscht werden.

Eine Variante dieses Spiels funktioniere nach dem Prinzip „Cache in trash out“ („Cachebehälter rein, Müll raus“). Und davon haben jetzt Neuried und Planegg profitiert. Es gelte, die Natur nicht nur zu nutzen, um Schätze zu verstecken, sie müsse im Gegenzug auch gepflegt werden. Pflanzaktionen, Flussreinigungen, Beseitigung von Riesenbärenklau und Abfallsammelaktionen wie in Planegg und Neuried werden so Teil eines Spiels. „Als Geocacher hat man einen Umweltethos“, erklärt Grill. Wer neben dem Müllsuchen einen Schatz entdecke, freue sich zusätzlich.

Neben den begehrten Schätzen fanden die Teilnehmer des Planegger Ramadamas an den Straßenrändern und Bushaltestellen aber auch reichlich Unrat. „Nichts Großes, dafür umso mehr Kleines“, berichtet Grill. Jede Menge Flaschen und Verpackungsmüll stopften sie in Säcke, die sich anschließend bergeweise türmten. Dennoch lobt Grill die Planegger: „Die Grünanlagen waren ziemlich sauber.“ Und vor allem dank der Hilfe der Geocacher gilt dies nun nicht mehr nur für die Grünanlagen.

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