Juniorwahl: Im Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium durften Kinder und Jugendliche ihre Stimme für die Bundestagswahl abgeben.
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Juniorwahl: Im Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium durften Kinder und Jugendliche ihre Stimme für die Bundestagswahl abgeben.

Juniorwahl am Feodor-Lynen-Gymnasium Planegg

Bei der Jugend liegen die Grünen vorn

  • Victoria Strachwitz
    VonVictoria Strachwitz
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Auch die Schüler des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums haben gewählt – bei der sogenannten Juniorwahl. Ergebnis: Die Grünen liegen deutlich vorne. Die FDP ist stark wie immer.

Planegg – Ginge es nach Schülern des Feodor-Lynen-Gymnasium (Feo) in Planegg, hätte Anton Hofreiter von den Grünen und nicht Florian Hahn (CSU) das Direktmandat für den Bundestag gewonnen. Sie beteiligten sich an der sogenannten Juniorwahl. Das Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasium hätte ebenfalls gerne mitgewählt, doch die Veranstalter mussten der Schule – wie vielen anderen auch – mangels Finanzierung absagen.

Rund 90 Prozent der wahlberechtigten 681 Schüler der siebten bis zwölften Jahrgangsstufe des Feo nahmen ihre Chance wahr. Ihre Wahlbeteiligung war also leicht höher als die der wahlberechtigten Erwachsenen in Planegg – allerdings wurden sie von ihren Lehrern zur Wahlkabine gebracht. Ihr Stimmzettel entsprach dem des Wahlkreises München-Land.

Florian Hahn kann sich auf etwas gefasst machen, wenn er auch für den nächsten Bundestag antritt. Denn die künftigen Wähler gaben Hofreiter 28 Prozent ihrer Erststimmen, Hahn bekam 25,13 Prozent, Axel Schmidt von der FDP 15 Prozent, Korbinian Rüger von der SPD 12,75 Prozent. Elisa Minnelli, von der Fachschaft Geschichte- Sozialkunde am Feo erzählt, ein Schüler habe zu Beginn der Vorbereitung auf die Wahl erklärt: „Es wählt ja eh jeder das, was die Eltern sagen.“ Dann aber habe sie „super Diskussionen“ vor allem mit einer siebten Klasse gehabt. „Das hat bei den Schülern im Kopf etwas bewegt“, sagt Minnelli. „Die waren ganz erfreut, dass sie auch wählen durften“ – und zwar so, wie sie es für richtig halten. Das Ergebnis zeigt: Sie haben anders gewählt als die Erwachsenen.

Bei Erst- wie Zweitstimmen an der Spitze

Auch ihre Zweitstimmen bekamen nicht zuerst CSU, dann Grüne, dann SPD und dann FDP. Das Ergebnis der Schüler im Wahlkreis München-Land sieht wie folgt aus: Grüne 27,4 Prozent, FDP 23,3 Prozent, CDU/CSU 14,1 Prozent und SPD 12,4 Prozent. Die Linke bekam nicht nur 2,2 Prozent der Zweitstimmen wie beim amtlichen Ergebnis der Bundestagswahl, die Schüler gaben ihr 5,3. Die Tierschutzpartei bekam sogar noch etwas mehr.

„Dass die FDP stärker ist als die SPD, ist typisch Feo“, meint Minnelli. Vor der Wahl sei der Informationsbedarf riesig gewesen. Der Wahl-O-Mat habe nur bedingt geholfen, weil gerade die Jüngeren mit komplizierten Sachfragen oder Fremdwörtern zu Beginn wenig anzufangen wussten. Doch Minelli erklärt, die Schüler hätten dies zum Anlass genommen, mit Lehrern und Eltern darüber zu sprechen. Für ihre erste richtige Wahl seien sie nun gewappnet. Nur ganz wenige Stimmen seien ungültig gewesen – weil keine Wahl getroffen wurde. Bei den Schülern kam die Aktion gut an, weil es eine gute Vorbereitung auf ihre spätere Bürgerpflicht war. Und es war „cool“, so Lea Lochner, für den Q11-Kurs Sozialkunde, nach der Zeit der Isolation zu Hause endlich mal wieder ein spannendes Projekt gemeinsam zu stemmen.

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