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Gemeinde- und Kreisrätin Bela Bach (SPD) gibt ihrer anstehenden Dissertation den Vorrang vor der Politik. 

Studium hat Vorrang

Bela Bach hört als SPD-Kreisvorsitzende auf

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Die Planegger SPD kann aufatmen. Bela Bach bleibt ihr als Gemeinderätin erhalten. Auch als Kreisrätin ist sie weiter tätig. Dem Vorstand der SPD im Landkreis München will sie nach zehn Jahren aber nicht mehr angehören.

Planegg – Die 28-Jährige will nicht länger Kreisvorsitzende sein, sondern sich verstärkt ihrer Dissertation und der Vorbereitung auf ihr zweites juristisches Staatsexamen widmen.

Damit kommt sie der Empfehlung ihres politischen Ziehvaters Peter Paul Gantzer nach. Der langjährige SPD-Landtagsabgeordnete schrieb ihr bereits zu ihrem 20. Geburtstag einen Brief. „Ich sah, wie ehrgeizig sie war, in die Politik zu gehen.“ Und da habe er ihr geraten, sich nicht nur darauf zu konzentrieren, sondern auch, ihre Ausbildung zu verfolgen und einen Beruf zu ergreifen. Gantzer: „Ich konnte in der SPD immer meine Meinung sagen, denn ich hätte jederzeit gehen können.“ Die gleiche Unabhängigkeit legte er Bach nahe. Und sie scheint ihm zu folgen.

Zudem hat Bach erkannt, dass es angesichts des bevorstehenden Kommunalwahlkampfes als Kreisvorsitzende jemanden brauche, „der Zeit mitbringt und auch vor Ort ist“. Der Landkreis München sei mit 29 Gemeinden flächenmäßig sehr groß. „Das kann ich nicht leisten.“ Vergangene Woche teilte sie dem Vorstand daher mit, bei den nächsten Vorstandswahlen im Juni nicht mehr anzutreten.

Als Bachs Nachfolgerin kommt ihre Stellvertreterin Annette Ganssmüller-Maluche in Betracht, die gleichzeitig Vize-Landrätin ist. Bei der letzten Vorstandswahl unterlag diese Bach, jetzt scheint der Weg frei. „Ich stünde bereit“, sagt Ganssmüller-Maluche. Doch sie kandidiere nur, wenn es gewünscht sei. „Eine Kampfkandidatur tue ich mir nicht an.“ Bach jedenfalls sagt: „Ich würde das sehr begrüßen.“ Ganssmüller-Maluche zieht nicht nur die Kandidatur zur Kreisvorsitzenden der SPD in Erwägung, sondern auch die für das Amt des Landrates. „Kommunalpolitik ist meine Leidenschaft.“ Bach wird erst mal keine Konkurrentin sein. Langfristig aber meint nicht nur Gantzer, dass diese wiederkommen wird. Er sieht in ihr ein politisches und menschliches Talent. „Es wäre ein großer Verlust, käme sie nicht wieder.“

Auch Planeggs SPD-Ortsvorsitzender Felix Kempf sagt: „Wie ich sie kenne, wird sie sich nicht gänzlich aus der Politik zurückziehen.“ Bela Bach selbst sagt: „Die Zukunft wird es zeigen. Die Partei muss entscheiden, ob sie mich haben will.“ 

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