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Einweihung des Steinway-Flügels im November 2008 mit dem Pianisten Franz Massinger. Das gebrauchte Instrument hat damals noch den stolzen Preis von rund 71 000 Euro. Die Nutzung des Flügels kostet heute 300 Euro pro Tag.

Planegger Konzertsaal wird zunehmend von Orchestern und Musikern gemietet

Kupferhaus für Tonaufnahmen begehrt

Planegg – Das Planegger Kupferhaus hat sich zu einer angesehenen Adresse entwickelt. Während die Bürger vor allem das kulturelle Angebot zu schätzen wissen, nutzen immer mehr Künstler die erstklassige Akustik im Saal.

Wie das Kulturforum Planegg mitteilt, sind Tonaufnahmen zu einem festen Bestandteil des Kupferhauses geworden. An insgesamt 26 Tagen hatten Künstler im vergangenen Jahr den Konzertsaal gemietet. Damit haben sich die Aufnahmetage mehr als verdoppelt. So war das Kupferhaus 2014 nur an zwölf Tagen gebucht.

Im Schnitt mieten die Kunden den Saal für zwei Tage. Aber auch vier Tage sind keine Seltenheit. Zum Beispiel, wenn ein Orchester mehrere Stücke einspielt. „Wir verzichten komplett auf Werbung“, sagt Claudia Heuermann vom Kulturforum Planegg. Die Tonmeister seien so gut vernetzt, dass das Kupferhaus allein durch Mundpropaganda immer bekannter werde. Zu den Stammkunden zählen das Münchner Kammerorchester, der Bayerische Rundfunk sowie der Klarinettist Giora Feidmann, ein bekannter Klezmer-Musiker. Auch zahlreiche Pianisten nutzen regelmäßig die besondere Akustik.

In der Wandverkleidung integrierte Akustikrollos sorgen für eine variable Dämpfung und sind so den unterschiedlichen akustischen Anforderungen gewachsen. Dafür verantwortlich ist die ortsansässige Firma Müller-BBM, die seit 1962 erfolgreich Konzertsäle und Opernhäuser im In- und Ausland realisiert. Darunter das Teatro La Fenice in Venedig, das Wiener Konzerthaus, das Haus für Mozart in Salzburg sowie das Hangzhou Grand Theatre in China.

Ein besonderes Schmuckstück im Planegger Kupferhaus ist der Steinway-Flügel. Sogar der Bayerische Rundfunk, der laut Claudia Heuermann normalerweise immer seinen eigenen Flügel mitbringt, zieht den Steinway inzwischen vor. Dessen Nutzung kostet pro Tag 300 Euro.

Wer den Saal für Tonaufnahmen mietet, zahlt am ersten Tag 650, an jedem weiteren Tag 400 Euro. „Wenn sich nur Künstler und Tonmeister im Saal befinden, entsteht für uns kaum Aufwand“, erklärt Heuermann. Weil kein Publikum zu betreuen ist, sei außerdem nur wenig Personal nötig. Allerdings sei es durchaus eine Herausforderung, die Kultur- beziehungsweise Schulveranstaltungen sowie die Vermietung des Saals für Tonaufnahmen unter einen Hut zu bringen. „Das ist oft ein lustiges Jonglieren“, sagt Claudia Heuermann und lacht.

Doch dass sich der Aufwand lohnt, zeigt sich beim Blick auf die Einnahmen. Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, brachten Vermietungen sowie vermischte Einnahmen, die unter anderem aus Förderungen bestehen, im vergangenen Jahr 17 490 Euro ein. Wobei die Vermietungen rund 90 Prozent des Betrags ausmachen. Claudia Heuermann: „Wir wussten, dass wir durch die Akustik und den Flügel einen Wettbewerbsvorteil haben, aber mit diesem Ausmaß hätten wir nicht gerechnet.“

kp

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