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Stahlkonstruktion aus sechs Stahlringen: Der Gemeinderat entschied sich letzlich für die Skulptur von Thomas Kroiher. Der Brunnen soll künftíg Martinsrieds Ortsmitte schmücken.

Wettbewerb entschieden

2,75 Meter hohe Brunnen-Skulptur für die neue Martinsrieder Ortsmitte

Jetzt ist es beschlossene Sache: In die Ortsmitte von Martinsried kommt eine 2,75 Meter hohe Brunnen-Skulptur von Thomas Kroiher. Das hat der Planegger Gemeinderat in jüngster Sitzung mit 14:9-Stimmen entschieden

Planegg – . Eine fachkundige Jury hatte die Stahlkonstruktion aus sechs Stahlringen vor allem wegen ihrer Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit aus sieben Arbeiten ausgewählt. Überraschend stellte die FDP-Fraktion den Antrag, die Martinsrieder Bürgern selbst entscheiden zu lassen – und hätte den Entscheid damit fast gekippt.

In seiner Sitzung am 26. Januar hatte der Gemeinderat den Beschluss aufgehoben, in der Ortsmitte von Martinsried einen einfachen Wasserspielplatz für Kinder zu schaffen (wir berichteten). Damit wollte man dem ausdrücklichen Wunsch der Martinsrieder Bürger entsprechen, die sich bei einer Umfrage für einen Brunnen mit Fontänen und Skulptur ausgesprochen hatten. Es wurde während der Folgesitzung im April daher beschlossen, einen Brunnenwettbewerb auszuloben, den man in die Hände eines fachkundigen Auswahlgremiums legen wollte. Als wichtige Entwurfs- und Enscheidungskriterien wurden vier Hauptpunkte definiert: Die Skulptur muss ein Unikat sein mit Bezug zu Martinsried. Sie soll sich harmonisch in die geplante Platzgestaltung einfügen. Es muss maximale Sicherheit in Bezug auf Hygiene gewährleistet sein sowie ein optimiertes Kosten-Nutzen Verhältnis.

Mit Kunstsachverstand hatte die Jury alle Punkte abgehakt und kam zu dem Schluss: Die Arbeit von Thomas Kroiher „ist mit Abstand der beste künstlerische Beitrag“. „Wir haben auch die Einhaltung von Kosten und Folgekosten geprüft sowie die Pflege, Standsicherheit und Verkehrssicherheit“, berichtete Manfred Mayerle als Vorsitzender der Jury. Die Gesamtkosten für die Erstellung des Kunstwerkes und für das Künstlerhonorar belaufen sich auf 64 123 Euro und sollen in den Haushalt von 2018 eingestellt werden. Die Kosten der Arbeit von Christian Tobin, der mit seinen „Drehenden Steinen“ ebenfalls in die Endauswahl kam, lagen noch darüber.

Kunst im öffentlichen Raum sei keine Geschmacksfrage, sondern brauche Sachverstand, konterte Mayerle die aufgekommene Frage, ob Kunst eigentlich für den Bürger da sei oder umgekehrt. Um den Bürger allein könne es ja wohl nicht gehen, wenn der FDP-Antrag eigentlich ein flammendes Plädoyer für den Brunnenentwurf von Tobin sei, frotzelte Ralf Tatzel von der SPD-Fraktion. Doch auch er sprach sich für eine stärkere Bürgerbeteiligung aus, einzelne Stimmen aus der CSU-Fraktion und Teilen der Grünen pflichteten bei. Ob es am Ende die drohenden Zusatzkosten waren, die eine erneute Umfrage erzeugt hätte, die auch noch auf die Planegger Bürgerschaft ausgedehnt werden sollte, bleibt offen. Die Endscheidung fiel jedenfalls für das Modell von Thomas Kroiher.

Drei Fontänen durchdringen von außen die massive Skulptur von Thomas Kroiher, die durch weitere Wassersäulen ergänzt werden kann. Lichtinstallationen sollen bei Dunkelheit Akzente setzen. Auf den Schmalseiten der drei Zentimeter dicken Stahlbänder können Daten und Texte zur Geschichte von Martinsried eingraviert werden. Die Gestalt der Skulptur ändert sich mit jedem Schritt und regt dadurch zu immer neuen Assoziationen an.

Alle sieben Brunnenmodelle

können ab Dienstag, 25. Juli, im Planegger Rathaus zu den üblichen Geschäftszeiten besichtigt werden. Die Arbeiten werden zunächst für circa zwei Wochen im Foyer ausgestellt.

Alexandra Joepen-Schuster

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