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Anlässlich der Unterschriften-Aktion versammelten sich Anwohner des Wohngebietes im Grund am Rapsfeld. Der Acker könnte im Zuge der Änderung des Flächennutzungsplans Bauland werden. Wolfga ng Cebulla (li.) will die Ortsrandbebauung hier und andernorts per Bürgerentscheid verhindern.

änderung des Flächennutzungsplans

Bürgerbegehren gegen neues Bauland

Die geplante Wohnbebauung im Planegger Grund schlägt hohe Wellen. Mittlerweile gibt es zwei getrennte Unterschriften-Aktionen. Eine Bürgerinitiative will den Verlust der Grünflächen durch ein Bürgerbegehren verhindern.

Planegg – Karin Fasser und Wolfgang Cebulla kennen derzeit nur ein Thema. Das Paar, das seit 20 Jahren im Planegger Grund wohnt, setzt sich gegen die Bebauung der angrenzenden Ackerfläche zur Wehr. Aus der anfänglichen Unterschriftenaktion ist mittlerweile ein Bürgerbegehren geworden. „Unterschriften allein bewirken rechtlich gesehen gar nichts“, so Fasser.

Der Planegger Gemeinderat hatte beschlossen, nach 40 Jahren einen neuen Flächennutzungsplan (FNP) aufzustellen (wir berichteten). Das Gremium hat bereits über einen ersten Entwurf diskutiert. Demnach sollen, neben der Fläche im Grund, auch in Martinsried zusätzliche Wohngebiete ausgewiesen werden. Dieses Vorhaben betrifft den Wall, der die Röntgen- von der Einsteinstraße trennt, sowie einen Acker am Klopferspitz.

Karin Fasser und ihrem Mann geht es dabei hauptsächlich um die Flächen im Grund sowie am Klopferspitz. Ihr Bürgerbegehren mit der Frage „Sind Sie dafür, dass bei einer Änderung des Flächennutzungsplans wertvolle grüne Flächen im Außenbereich nicht als Bauland ausgewiesen werden? So das Feld westlich der Straße ’Im Grund’ beziehungsweise südlich der Münchner Straße und das waldangrenzende Feld ,Am Klopferspitz’“ muss von einem bestimmten Anteil von Wahlberechtigten unterzeichnet werden. In Planegg liegt dieser Anteil bei neun Prozent, was rund 780 Unterschriften ausmacht. Liegen die benötigten Unterschriften vor, beginnt eine rechtliche Prüfung. Danach hat die Gemeinde die Möglichkeit, sich mit den Bürgern zu einigen. Andernfalls kommt es zum Bürgerentscheid.

Innerhalb von zwei Tagen hat das Paar aus Planegg bereits 250 Unterschriften gesammelt. Um noch mehr Menschen zu erreichen, liegen die Listen unter anderem in der Planegger Dorfgalerie und im Eiscafe Cappuccino am Planegger Marktplatz aus. Bis kommenden Montag wollen Fasser, Cebulla und ihre Helfer die 780 Stimmen beisammen haben. An diesem Tag findet um 19 Uhr im Rathaus eine Gemeinderatssitzung zum Flächennutzungsplan statt.

Auch Sabine Haugg und Judith Grimme, Sprecherinnen von Bündnis 90/Die Grünen in Planegg, werden dann anwesend sein. Der im September vergangenen Jahres gegründete Ortsverband ist nicht im Gemeinderat vertreten. Haugg und Grimme haben ebenfalls eine Unterschriftenaktion gestartet, unabhängig vom Bürgerbegehren. „Uns geht es in erster Linie um die geplante Bebauung des Walls in Martinsried“, erklärt Sabine Haugg. Deshalb die Abspaltung von Karin Fasser und Wolfgang Cebulla. Allerdings würden sie dabei nicht als Bürgerinitiative agieren, sondern als Partei. „Eine Bebauung dieses Walls kann man den Anwohnern nicht antun“, sagt Haugg. Außerdem seien bereits zahlreiche Projekte am Laufen, die mit wachsenden Bevölkerungszahlen einhergingen. Allein in den letzten fünf Jahren seien rund 600 neue Bürger nach Planegg gekommen. Im Zuge der aktuellen Projekte, darunter die Neugestaltung des Planegger Bahnhofareals sowie der Bau von Studentenwohnungen in Martinsried, müsse man mit rund 1000 weiteren Neubürgern rechnen. „Man sollte erst abwarten, welche Auswirkungen das hat, vor allem in Bezug auf die Infrastruktur“, meint Judith Grimme.

Karin Fasser würde sich indes wünschen, als geschlossene Gruppe zu agieren. Obwohl sich die Interessen, zumindest in räumlicher Hinsicht, unterscheiden. Fasser: „Dann wäre unser Einfluss noch viel größer.“

Karin Priehler

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