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Mit 100 Zuhörern war die Bürgerversammlung im Konzertsaal des Kupferhauses eher spärlich besucht.  

Planegger Bürgerversammlung

Bürgermeister lässt Antragsteller warten

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Die Planegger Bürgerversammlung hat zwei Anträge Wolfgang Cebullas zum neuen Flächennutzungsplan abgelehnt. Bis der Mitinitiator des Bürgerbegehrens „Wertvolles Grün im Außen von Planegg darf nicht bebaut werden“ zu Wort kam, musste er sich in Geduld üben.

Planegg– 100 Bürger kamen am Mittwochabend in den Konzertsaal des Kupferhauses und damit halb so viele wie im Vorjahr. Unter ihnen war auch Wolfgang Cebulla, Anwohner der Straße Im Grund und engagiert im Kampf gegen die Ausweisung neuer Wohngebietes auf einer dortigen Ackerfläche sowie auf einer Fläche östlich der Pasteurstraße in Martinsried. Cebulla hatte im Vorfeld der Bürgersammlung zwei Anträge angekündigt und diese vormittags per Mail an die Gemeindeverwaltung geschickt. Als die Bürger nach Bericht von Bürgermeister, Feuerwehr und Polizei schließlich das Wort hatten, meldete er sich sofort.

Trotzdem musste er eineinhalb Stunden warten, bis er seine Anträge stellen konnte. Zwischenzeitlich erteilte Bürgermeister Heinrich Hofmann anderen Bürgern das Wort, teilweise auch mehrfach. Zudem wurde Landrat Christoph Göbel, der mit Verspätung direkt von einer Bürgerversammlung in Oberhaching ins Kupferhaus gekommen war, die Möglichkeit eingeräumt, aufgelaufene Fragen zu beantworten.

Es war 22 Uhr, als Cebulla ins Saalmikrofon sprechen durfte. Etliche Bürger hatten die Versammlung da bereits verlassen. Cebulla bezog sich auf den Gemeinderatsbeschluss, ein Verkehrsgutachten zu den Folgen der im Vorentwurf zum neuen Flächennutzungsplan vorgesehenen zusätzlichen Wohn- und Gewerbegebiete sowie eine Wohnraumbedarfsanalyse für die nächsten 15 Jahre erstellen zu lassen. Er forderte, dass mindestens drei unabhängige Verkehrsgutachter von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagen werden sollten. Außerdem sollten die Arbeiten am Flächennutzungsplanentwurf eingestellt werden, bis Gutachten und Bedarfsanalyse vorlägen. Bürgermeister Hofmann sagte zum Verkehrsgutachten: „Darüber muss man nicht abstimmen.“ Das habe der Gemeinderat ohnehin beschlossen. Der Antrag wurde mit 22:22 und, bei nochmaligem Nachzählen, 22:21 Stimmen abgelehnt. Die Abstimmung über die Einstellung der Arbeiten am Flächennutzungsplan leitete Hofmann ein: „Wer also will, dass die Verwaltung nicht mehr arbeitet.“ Mit 25:16 Stimmen wurde dies ebenfalls abgelehnt.

Cebulla zeigte sich enttäuscht: „Der Hausherr hat sein Recht in Anspruch genommen. Er hat meine Wortmeldung nicht wahrgenommen, mein weiteres Armheben stets ignoriert.“ Im Gemeinderat am Donnerstag, 29. November, will Cebulla nun die Unterschriften fürs Bürgerbegehren überreichen (19 Uhr, Rathaus).

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