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Mehr als 200 Bürger kamen zu dem von Erwin Fellner moderierten Informationsabend in die Turnhalle der Martinsrieder Grundschule. Fotos: Dagmar Rut

Informationsabend für Martinsried

Verkehr bleibt das beherrschende Thema

Mehr als 200 Bürger kamen am Dienstagabend in die Turnhalle der Martinsrieder Grundschule, um sich in puncto Ortsumfahrung, Ortsmittegestaltung, Verkehr und U-Bahn auf den neuesten Stand der Dinge bringen zu lassen.

MartinsriedDas erste Thema des Abends war ein uraltes: die Ortsumfahrung. Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) informierte die Bürger, dass die Planung zur sogenannten „Sillattrasse“ – einer Westumfahrung der Röntgenstraße, die in die Fraunhoferstraße einmünden soll – bis Herbst 2018 fertig sein wird. Ob es den bei den Anwohnern der Röntgenstraße unbeliebten Walldurchstich von der Röntgen- in die Fraunhoferstraße geben wird, hänge nach wie vor von Verhandlungen über ein Grundstück dort ab. „Wir hoffen, dass sich die Eigentumsverhältnisse in diesem guten Jahr bis Planfertigstellung geklärt haben“, so Hofmann.

Es gab bei diesem Themenblock, wie erwartet, viele Wortbeiträge. Unter anderem wollte Hans Kistenmacher wissen, „ob ich diese Umgehungstraße überhaupt noch erlebe“. Der 75-jährige Martinsrieder wartet seit 35 Jahren darauf. Bürgermeister Hofmann wollte sich da naturgemäß noch nicht festlegen, sagte jedoch: „Ich hege die Hoffnung, dass wir im März 2020 die Straße einweihen können.“ Einem anderen Bürger leuchtete nicht ein, warum die „Sillattrasse“ und die avisierte anschließende Gewerbetrasse bis hoch zum AEZ nicht in einem Rutsch gebaut werden können. Das sei doch alles Scheibchenpolitik. Die Bauplanung der „Ortsumfahrung Teil 1“ (Sillattrasse) sei einfach nur der erste Schritt, so Hofmann. Wie der genaue Trassenverlauf aussehen soll, müsse erst noch in den Gremien besprochen werden.

Ob die Umgehungsstraße tatsächlich zu einer Entlastung für Martinsried werden wird, zweifelte ein weiterer Zuhörer an. Er befürchtete, dass die Lochhamer Straße zwischen Obi und Sportzentrum zu einem Nadelöhr mutiere. Für Hofmann könne hier der Walldurchstich Abhilfe schaffen. Die Anwohner hätten damit die Chance aus ihrem Ort herauszufahren, ohne die Ortsmitte passieren zu müssen. Die Umgehungsstraße werde hauptsächlich Transitverkehr in Richtung Gräfelfinger Autobahnanschluss anziehen, argwöhnte dagegen ein anderer Martinsrieder. „Es soll Untersuchungen bezüglich eines zweiten Autobahnanschlusses geben. Wir werden genau hinschauen, was die Nachbarkommune hier erwägen wird“, sagte Hofmann. Er betonte aber unter dem Punkt „Verkehrsmonitoring“, dass der Durchgangsverkehr im Vergleich zu 2014 um 18,5 Prozent gesunken sei und das Gesamtaufkommen um fünf Prozent.

Den innerörtlichen Verkehrsfluss verbessern soll auch der sich momentan im Bau befindliche Minikreisel in der Ortsmitte Ecke Lochhamer Straße/Röntgenstraße. Der neue Kreisel, in dessen Zuge auch die Röntgenstraße mit Tempo 20 in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgewandelt wird, soll im November fertig sein. Barbara Markert aus Martinsried sieht jedoch in diesem Minikreisel nur eine große Gefahrenquelle für die Schulkinder, die hier die Lena-Christ-Straße und die Planegger Straße in Richtung Grundschule überqueren müssen. Dem widersprach Hofmann. Beide Straßen erhielten einen Zebrastreifen, der durch einen Schulweghelfer gesichert werde. Der Minikreisel sei Teil des Masterplans, der mit der Neugestaltung des Kirchplatzes und der Kreuzung Neurieder Straße größtenteils schon umgesetzt worden sei. Die Baustelle Ortsmitte mit Marktplatz, geplantem Café, Tischtennisplatten und Brunnen soll laut Planung im Herbst 2018 realisiert sein. Kostenpunkt: 3 Millionen Euro.

Eine solche Großbaustelle sei in den nächsten Jahren aber auf jeden Fall nicht mehr zu erwarten, beruhigte Hofmann. Auch bei der Wohnbebauung sehe er derzeit keine größeren Vorhaben auf die Gemeinde zukommen. Zumindest nicht in einer solchen Größenordnung.

Zum Ende der dreistündigen Veranstaltung, die durch die FDP-Fraktion angeregt worden war, informierte die Gemeinde noch über ein ebenso nicht mehr taufrisches Thema: die U-Bahn. Die Verträge seien ausgehandelt. Momentan warte man auf die Auskünfte der Finanzämter. Liegen diese vor, habe die Gemeinde als Bauherr dann alle Fäden in der Hand, frei zu entscheiden. Mit einer Nutzung der U-Bahn können die Bürger sicherlich erst in sechs bis acht Jahren rechnen.

Carolin Högel

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