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Nach fünf Jahren bei den Augustinern legt Bruder Christian am Samstag in der Wallfahrtskirche Maria die feierliche Profess ab. Der Gottesdienst, der um 14 Uhr beginnt, ist öffentlich.  

Erste feierliche Profess in Maria Eich

Für immer Augustiner

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Bruder Christian hat sich entschieden – für das Leben in der Gemeinschaft der Augustiner. Der 37-jährige Doktor der katholischen Theologie legt am Samstag die feierliche Profess ab und bindet sich endgültig an den Orden. Deutschlandweit gab es das zum letzten Mal vor drei Jahren, in Maria Eich noch nie.

Planegg– Der Augustinerorden war einer der großen Bettelorden des Spätmittelalters. Die deutsche Abteilung, Provinz genannt, unterhält heute an sieben Orten zwischen Berlin und Planegg Konvente. 56 Augustiner leben in Deutschland, fünf in Maria Eich. Einer von ihnen ist Bruder Christian.

In Schweinfurt geboren, lernt Christian Rentsch die Augustiner während seiner Schulzeit in Münnerstadt kennen, wo es ebenfalls ein Kloster gibt. Die Mutter ist im Pfarrgemeinderat, Christian selbst Ministrant. „Viele Augustiner waren mit meinen Eltern befreundet und immer wieder bei uns zu Gast.“ Während sich seine älteren Geschwister für weltliche Studienfächer entscheiden, der Bruder Nautik, die Schwester Englisch und Deutsch auf Lehramt am Gymnasium, trägt sich der jüngste Rentsch gegen Ende der Schulzeit mit dem Gedanken „Priester oder Ordensmann“ zu werden. Er will nichts übereilen. „Lebensentscheidungen fallen heute nicht mehr mit 18, 19, so wie das früher der Fall war.“ Rentsch beginnt, in Würzburg, wo die Zentrale der Augustiner-Provinz angesiedelt ist, Theologie zu studieren, „um in der Richtung zu bleiben“.

Als Studium und Doktorarbeit dem Ende entgegengehen, ist Rentsch in einem Alter, in dem viele seiner Freunde heiraten. Er beschließt, sich den Augustinern anzuschließen. „Ich dachte, wenn ich es nicht versuche, ärgert es mich hinterher.“ Er vertieft den Kontakt, kommt einmal wöchentlich zum Morgengebiet und Frühstück. Im Februar 2012 zieht er schließlich ins Kloster und beginnt sein einjähriges Noviziat.

„Es ist die Zeit des Mitlebens. Beide Seiten haben die Möglichkeit abzuwägen, ob das überhaupt etwas ist“, sagt Bruder Christian. „Man macht ein Jahr nichts anderes, als sich mit dem Orden, seiner Art zu beten, seiner Spiritualität zu beschäftigen. Und viel mit sich selbst.“ Er versucht herauszufinden, was ihm wichtig ist, wofür sein Herz brennt. Rentsch stellt fest, dass er nicht alleine leben möchte. „Ich bin am wachsten und lebendigsten, wenn ich mit Menschen zu tun habe. Das war ein Grund zu sagen, das Leben in Gemeinschaft, was ja Kloster ist, könnte etwas für mich sein.“ Nach vielem Nachdenken sei ihm klar geworden, dass er ein Gemeinschaftsmensch sei. „Was natürlich auch heißt, dass man auf Partnerschaft und Zweierbeziehung verzichtet. Das gehört zum Leben dazu.“

Rentsch legt die einfache Profess ab, bindet sich zeitlich befristet an den Orden, ist nun Augustiner wie alle anderen auch. Diese Phase dauert mindestens drei Jahre, in der Regel vier. Jedes Jahr erneuert man das Versprechen.

Im April vergangenen Jahres zieht Bruder Christian nach Maria Eich, wo bisher nur Augustiner hinkamen, die bereits die feierliche Profess abgelegt hatten. Er beginnt, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München zu arbeiten. Sein Verdienst fließt wie der aller anderen Brüder auf das Klosterkonto. An persönlichem Besitz liegt Augustinern nichts. „Für Augustinus ist wichtig, dass man alles gemeinsam hat, gemeinsamen Besitz. Das ziehen wir auch durch.“

Statt wie bisher zwei Dutzend Mitbrüder hat er nun fünf, nach dem Tod von Pater Edelbert im vergangenen Jahr nur noch vier. Bruder Christian fühlt sich wohl in Planegg. „Vielleicht ist für uns Augustiner das Leben in der kleinen Gemeinschaft tatsächlich das Naheliegende. Wenn man wirklich zusammenleben will, geht das nicht in riesigen Gruppen.“ Maria Eich nennt er einen „wunderschönen Ort“. Dass er durch seine Arbeit an der Universität „ein Stück weit Anschluss nach draußen“ hat, weiß er zu schätzen. Nach einigen Monaten in Planegg stellt er den Antrag, die feierliche Profess ablegen zu dürfen. Die Provinzleitung stimmt zu.

Am Samstag ist es so weit: Bruder Christian freut sich auf den Gottesdienst, auch wenn die einfache Profess für ihn der wichtigere Schritt war. „Das Leben ändert sich jetzt nicht mehr fundamental. Ich bleibe Augustiner.“ Seine komplette Familie reist an. Die Mutter, der am wichtigsten ist, dass es ihrem Sohn gut geht, und die Geschwister mit ihren Familien, die schon immer der Meinung waren, „dass jeder machen muss, was er für richtig hält“.

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