Den Abschied von der Bräurosl gaben Heides, hier Georg mit Tochter Daniela, im Sommer 2020 bekannt.
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Den Abschied von der Bräurosl gaben Heides, hier Georg mit Tochter Daniela, im vergangenen Sommer bekannt. Sie taten dies, um zumindest ihre Wirtschaft halten zu können. Nun kam auch fürs Heide-Volm das Aus.

Familie Heide gibt Ende bekannt

Das Wiesn-Aus hat nichts genutzt: Beliebtes Traditionsgasthaus wird nächstes Corona-Opfer

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Das Heide-Volm macht dicht: 90 Jahre hat die Familie Heide die Traditionsgaststätte am Planegger Bahnhof betrieben. Als Grund wird die Corona-Pandemie genannt.

Planegg – „Lange haben wir gehofft, dass wir diesen Schritt nicht gehen müssen“, heißt es in der Mitteilung. Doch ließen die „anhaltende Coronavirus-Pandemie, die Dauer des zweiten Lockdowns sowie die wieder steigenden Corona-Fallzahlen in Deutschland und die damit verbundene Perspektivlosigkeit“, was eine baldige Öffnung angehe, der Familie keine Wahl. Seit dem 2. November mussten Gastronomiebetriebe wie Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen coronabedingt erneut schließen. Der Betrieb von Wirtshaus und Biergarten werde eingestellt. Nach einem Dank für „jahrelange Treue“ schreiben Heides: „Wir als Familie nehmen uns die Zeit, zu reflektieren und uns für die Zukunft neu aufzustellen.“ Zu erreichen waren Heides gestern nicht.

Aus für Traditionsgaststätte beschlossen: „Das Heide-Volm war typisch Planegg“

Ganz überraschend kommt die Entscheidung für Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger nicht. Er habe bereits Gerüchte gehört, sagte er auf Merkur-Anfrage. „Ich finde es sehr schade. Das Heide-Volm war typisch Planegg.“ Als Bub sei er dort zum Kinderfasching gegangen, als Erwachsener habe er fast kein Konzert der Spider Murphy Gang im Festsaal der Heides verpasst. Dessen Abriss ist in vollem Gange. Die Familie möchte an der Stelle einen Supermarkt mit darüberliegenden Wohnungen errichten. Wegen des Vorhabens waren Gemeindeverwaltung und Heides in Gesprächen. „In letzter Zeit sind die ein bisschen zäh gelaufen“, so Nafziger. Nachdem Heides sich im vergangenen Juli vom Oktoberfest und dem Bräurosl-Zelt verabschiedet hatten und coronabedingt in den vergangenen zwölf Monaten die meiste Zeit Wirtschaft und Biergarten zu hatten, „hätte ich wenigstens erwartet, dass sie das Bauvorhaben vorantreiben, um ein neues Geschäftsfeld zu erschließen“. Nafziger hofft, dass es bei einem Ende März vereinbarten Gesprächstermin bleibt.

Der Abriss des Heide-Volm-Festsaals in Planegg ist in vollem Gange

Wegen anhaltendem Corona-Lockdown: Aus für das Heide-Volm in Planegg vor den Toren Münchens

Daniela Heides Urgroßvater Georg Heide, der 1931 die Wirtschaft „Zum Volm“ übernommen hatte, machte daraus das größte Vergnügungszentrum vor den Toren Münchens. Das Heide-Volm galt jahrzehntelang als Faschingshochburg. 1936 kam die Bewirtschaftung der Bräurosl hinzu, einem der größten Festzelte auf dem Münchner Oktoberfest. 1971 übernahm Großvater Willy Heide die Aufgabe des Festwirtes, 2002 schließlich Daniela Heides Eltern Georg und Renate Heide. 2011 investierte die Familie rund 650.000 Euro in eine neue Küche für die Planegger Wirtschaft. Von einer Investition „für die nächsten 25 Jahre“ sprach Georg Heide damals.

Dass die Corona-Seuche alles ändern würde, ahnten Heides schon vergangenes Jahr. Sie verabschiedeten sich schweren Herzens vom Oktoberfest, auch um ein mögliches Aus für ihre Traditionsgaststätte zu verhindern. Nun kam es anders. Das Heide-Volm ist nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Lokal, dass wegen der Pandemie die Pforten schließen muss. Nahezu zeitgleich mit Familie Heide gab auch der Betreiber von „Jan‘s Bistro“ in Ismaning das coronabedingte Ende seines Lokals bekannt.

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