Zweistelliger Millionenbetrag

Nach Corona-Aus der Heide-Volm: Areal wird veräußert - Gemeinde will „Krallen ausfahren“

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Nach dem coronabedingten Aus des Wirtshauses Heide-Volm in Planegg bei München, will die Gemeinde „die Krallen ausfahren“ und das Areal erwerben. Es geht um Millionen.

Planegg – Seit Heides Mitte März das Ende des seit 90 Jahren in Familienbesitz befindlichen Wirtshauses Heide-Volm verkündeten, machen sie sich rar. Auch am vergangenen Donnerstag tauchten weder Georg Heide noch seine Tochter Daniela zum Gesprächstermin im Planegger Rathaus auf. Stattdessen schickten sie einen Bevollmächtigten zu Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU), der ihm eröffnete, dass Heides weder nach der Corona-Pandemie wieder öffnen möchten, noch einen Pächter suchen. Die 1,3 Hektar südöstlich des Bahnhofs sollen zeitnah veräußert werden, um dort vor allem Wohnungen zu errichten. Als Nafziger die Gemeinde als Kaufinteressent ins Spiel brachte, habe ihn der Vertreter der Familie gefragt, ob er wisse, um wie viel Geld es gehe. „Ich weiß sehr genau, wie viel das wert ist“, sagt Nafziger im Merkur-Gespräch. Er geht von einem zweistelligen Millionenbetrag aus.

Planegg bei München: Areal der Heide-Volm soll veräußert werden - es geht um Millionen

Noch am selben Abend informierte er den Gemeinderat nicht öffentlich und setzte kurzfristig am Dienstag eine weitere Sitzung an. In der Zwischenzeit bereitete der Anwalt der Gemeinde, Gerhard Spieß von der Kanzlei Döring Spieß, gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung die Vorkaufssatzung vor. Werden sich Heides mit einem Käufer einig, kann die Gemeinde zu den Konditionen des Kaufvertrags den Grund erwerben. Ein besonderes Vorkaufsrecht zu beanspruchen ist dann möglich, wenn die Gemeinde für das Gebiet städtebauliche Maßnahmen vorsieht. „Die Vorkaufssatzung ist das Sicherungsmittel der Planungshoheit. Die Planungshoheit lässt sich am besten umsetzen, wenn die Gemeinde Eigentümer ist“, erläuterte Spieß. Er erinnerte daran, dass es in den vergangenen Jahren in den Gesprächen mit Heides „sowohl inhaltlich als auch zeitlich nicht ganz einfach war“, das neue Bahnhofsumfeld zu entwickeln. Der Bereich im Norden und im Westen angrenzend zu den Gleisen ist in Gemeindehand, die südliche Fläche gehört den Heides, die sich mit der Entscheidungsfindung Zeit ließen. Lange Jahre hatten sie anstelle ihres Festsaals ein Hotel setzen wollen, zuletzt sollte dort ein Supermarkt mit Wohnungen darüber entstehen. Die Abbrucharbeiten laufen, aber das Projekt wird erst einmal nicht fortgesetzt.

Planegg: Bürgermeister will mit Heides verhandeln - „fahren unsere Krallen aus“

Der Gemeinderat beschloss einstimmig den Erlass der Vorkaufssatzung. Wenn es nach Nafziger geht, soll sie gar nicht erst zum Zug kommen. Als nächsten Schritt will er sich mit Heides verständigen, zu welchen Bedingungen sie verkaufen. „Es ist eine Jahrhundertchance. Der Beschluss soll zeigen, dass wir als Gemeinde das Grundstück wollen.“ Er hoffe, dass nach 90 Jahren in Planegg das Herz der Heides noch für die Gemeinde schlage. Sollte Planegg jedoch nicht zum Zug kommen, weil ein Investor Unrealistisches bietet, dann „fahren wir unsere Krallen aus“. Die Planungshoheit wird sich die Gemeinde nicht nehmen lassen.

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Rubriklistenbild: © Walter Wohlrab Muenchen

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