Älterer Mann beim Stockschießen
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Die Stockschützen haben den Spielbetrieb wieder aufgenommen.

EC Planegg-Geisenbrunn: Neue Stockbahnen sind fertig

Das Einschießen hat begonnen

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Die acht Bahnen sind fertig, jetzt fehlen nur noch Kleinigkeiten: die Abnahme der Elektrik und die Sprossen auf dem Dach der nach Osten offenen Halle. Die Stockschützen des EC Planegg-Geisenbrunn haben anstrengende Monate hinter sich. Die Mühe hat sich gelohnt.

Planegg – „Schießen, schießen, schießen, dann wird’s feiner“, sagt Erwin Eckl, Vorsitzender des EC Planegg-Geisenbrunn. Sein erster Eindruck von den neuen Bahnen: „Noch ziemlich rau.“ Die Steine, mit denen gepflastert wurde, sind wesentlich härter als die alten Kantsteine, die ersetzt wurden.

Am Donnerstag vergangener Woche trafen sich die Stockschützen auf ihrer Anlage am Feodor-Lynen-Gymnasium, um die Bahnen zum ersten Mal auszuprobieren. Jetzt wechseln sie immer, vor allem die Turnierschützen mit den schwereren Stöcken, um alle Bahnen gleich schnell abzuschleifen. In der Halle gehe das rascher vonstatten, denn dort komme der Staub nicht hin, sagt Eckl.

Viel Geduld nötig

Nach jahrelangem Kampf geht ein Projekt zu Ende, das Kraft gekostet hat. 2013 war die Anlage eingeweiht worden, 2015 wies die Gemeinde als Eigentümer den Hersteller darauf hin, dass sechs der acht Bahnen uneben seien, und forderte eine Nachbesserung. Es kam zu einem Rechtsstreit, den das Landgericht München I 2019 zugunsten Planeggs entschied. Da hegten die Stockschützen schon mehrere Jahre lang den Wunsch, einen Teil der Bahnen zu überdachen, um auch bei schlechter Witterung ihren Sport ausüben zu können. Doch sie mussten sich gedulden, bis das Urteil gefällt war und darüber hinaus, bis geklärt war, wie die Erneuerung der Bahnen und den Bau der an drei Seiten geschlossenen Halle mit begrüntem Dach in einem Aufwasch verwirklicht werden konnte.

Erbpachtvertrag bis 2047

Mitte Mai vergangenen Jahres wurde beim Notar der Erbpachtvertrag für die Stockanlage unterschrieben, der wie der fürs Vereinsheim 2047 ausläuft. Der EC machte sich daran, seinen Traum Realität werden zu lassen. Im Juli wurde die Holzbande von den Bahnen eins bis fünf entfernt, im August erfolgte deren Abbau. 15 162 Pflastersteine wurden abgetragen, um Platz für die Fundamente der Überdachung zu schaffen. Im März dieses Jahres waren die neuen Bahnen spielbereit, nun ging es daran, die Bahnen sechs bis acht abzubauen und zu erneuern. Mitte April schließlich war auch das erledigt. Im Mai folgten noch Verfeinerungen wie die Klarsichtscheiben in der Nordwand, sodass mehr Licht einfällt und man von der Terrasse des Vereinsheims den Spielbetrieb in der Halle verfolgen kann.

Knapp 2000 Stunden Eigenleistung

335 000 Euro sind für das Projekt veranschlagt. „Nach schwierigsten Verhandlungen kommen wir mit dem Geld vermutlich aus“, sagt Eckl. Der Eigenanteil des Vereins liegt bei rund 110 000 Euro. Jahrelang hatten die Mitglieder jedes Fünferl umgedreht, um genug Geld zusammenzubekommen, sich um Sponsoren und Spender bemüht. Knapp 2000 Stunden Eigenleistung kamen hinzu. 47 Mitglieder halfen, der harte Kern investierte zwischen 80 und 100 Stunden, darunter auch Hans Kisslinger, Verwalter des Vereinsheims. „Unermüdlich“, so Eckl, sei Kisslinger gewesen, der die Mitglieder gemeinsam mit ihm für die Arbeiten einteilte.

Jetzt sind die Bahnen fertig, die Arbeiten an der Halle so gut wie abgeschlossen und das Gelände, knapp 1300 Quadratmeter Stockbahnen plus 460 Quadratmeter für Vereinsheim und Garten, umgibt ein 1,80 Meter hoher Zaun, der vor Vandalismus schützen soll. Eine Einweihungsfeier ist noch nicht geplant, sie muss warten, bis es die Corona-Pandemie zulässt.

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