Bis zur Bundestagswahl möchte Bela Bach noch ihr Mandat im Bundestag ausüben.
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Bis zur Bundestagswahl möchte Bela Bach noch ihr Mandat im Bundestag ausüben.

Bela Bach über die Gründe für ihren Rückzug aus der Politik und ihre Zukunft

„Das war eine organisierte Sache“

  • Peter Seybold
    vonPeter Seybold
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Noch vor wenigen Tagen galt sie als politisches Nachwuchstalent ihrer Partei mit einer vielleicht großen Zukunft. Nach ihrer Niederlage bei der Listen-Aufstellung der bayerischen SPD zieht die Planeggerin Bela Bach nun aber ihre Bundestagskandidatur komplett zurück. Bach war Anfang vergangenen Jahres in den Bundestag nachgerückt und hatte erst vor wenigen Monaten ein entsprechendes Bürgerbüro in Martinsried eröffnet.

Planegg - Im Interview mit dem Würmtal-Merkur begründet die 30-Jährige nun ihren Rückzug, erklärt, ob sie weiterhin als Planegger Gemeinderätin aktiv sein wird und wie sie sich ihre Zukunft ohne Politik vorstellt.

Frau Bach, Sie hätten trotz Ihrer Niederlage bei der Listen-Aufstellung weiter Direktkandidatin im Stimmkreis München-Land bleiben können. Warum ziehen Sie auch Ihre Direktkandidatur zurück?

Bela Bach: Zum einen, weil es eine völlig aussichtslose Kandidatur gewesen wäre, auch wenn ich hier vor Ort von meinen Parteifreunden massiven Rückenwind bekommen habe, was stets eine große Stütze für mich war. Die Funktionäre der bayerischen SPD haben mich aber definitiv abgewählt. Auch wenn ich als Direktkandidatin kandidieren würde, würde ich mit SPD-Logo antreten und meine Partei repräsentieren. Das kann ich momentan emotional nicht durchziehen. Ich bin aber natürlich nach wie vor der Ansicht, dass die Sozialdemokraten das beste Politikangebot haben und in Berlin exzellente Arbeit leisten. Wer sein Kreuz bei der SPD machen möchte, soll dies also natürlich weiterhin tun.

Wie erklären Sie sich Ihre Niederlage gegen die Vize-Juso-Landesvorsitzende Carmen Wegge?

Das war völlig offenkundig eine organisierte Sache. Es gab unterschiedliche Interessen. Die Mehrheit hat mich nicht unterstützt. Weiter will ich dies nicht kommentieren.

Welche Reaktionen kamen von Ihren Parteifreunden?

Viele waren völlig schockiert und konnten es gar nicht glauben. Ich habe von vielen Seiten Bedauern gehört.

Sie hatten erst vor kurzer Zeit in Martinsried ein Bürgerbüro eröffnet und erst letztes Jahr in Berlin Ihr Bundestagsbüro eingerichtet. Wie sehr schmerzt Sie es, dass dies nun viel Arbeit für kurze Zeit war?

Politiker haben immer das Berufsrisiko, mit vollem Herzen Strukturen aufzubauen, die dann nur für kurze Zeit bis zur nächsten Wahl aufrechterhalten werden können. Dass gehört zur Job-Beschreibung mit dazu. Ich werde aber natürlich bis zur Bundestagswahl weiter voll für die Bürger da sein und mein Mandat ausüben. Das Bürgerbüro in Martinsried habe ich allerdings bereits gekündigt.

Wie sieht Ihre Zukunft nach dem Bundestag aus? Bleiben Sie im Planegger Gemeinderat?

Ich werde zunächst meine Doktorarbeit fertig schreiben und vorerst im Gemeinderat bleiben. Nach meiner Doktorarbeit möchte ich mich beruflich neu orientieren und kann mir dafür vieles vorstellen. Ich habe viele Interessen. Ob ich dann weiter dem Gemeinderat angehören werde, hängt von meiner beruflichen Entwicklung ab. Ich freue mich auf die Zeit nach der Politik, neue Herausforderungen und bleibe selbstverständlich SPD-Mitglied.

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