Angela Kuhn-Ntanelis den Impfstoff aus der Glasampulle auf die Spritze.
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Angela Kuhn-Ntanelis zieht den Impfstoff aus der Glasampulle in die Spritze.

Planegger Impfzentrum eröffnet

Die ersten 60 über 80-Jährigen sind geimpft

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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60 Dosen Biontech-Impfstoff: Damit ist das Planegger Impfzentrum am Dienstag gestartet. Ab Mittwoch immunisiert das Bayerische Rote Kreuz täglich 120 Würmtaler in der Containeranlage auf dem P&R-Parkplatz westlich des Bahnhofs. Möglich sind 200 Impfungen, doch es fehlt noch am Vakzin.

Planegg – Die ersten Impfwilligen kommen kurz nach neun. Jörg Leismüller, der die Station gemeinsam mit Alberto Di Miele leitet, schickt sie wieder weg. Die beiden Frauen haben keinen Termin. Als es um 10 Uhr losgeht, wartet dann schon ein halbes Dutzend – mit Termin. „Über 80-Jährige sind immer sehr pünktlich“, sagt Stefan Müller, Verwaltungsleiter des Impfzentrums Unterschleißheim, als dessen Außenstelle die Planegger Einrichtung fungiert. Das Ehepaar Haberl aus Neuried, er 89, sie 86, hatte sich vergangene Woche angemeldet. Am Samstag kam der Anruf, dass sie am Dienstag an der Reihe seien. Und Adolf Schauer aus Martinsried ließ sich mit seiner Impfregistrierung so lange Zeit, bis klar war, dass er nach Planegg kommen würde. „Wenn das Zentrum nicht aufgemacht hätte, hätte ich gewartet, bis der Hausarzt impft. Nach Unterschleißheim wollte ich auf keinen Fall“, sagt der 84-Jährige.

Vierte Station im Landkreis

Nach Haar, Oberhaching und Unterschleißheim ist Planegg das vierte Impfzentrum im Landkreis München, wenn auch nicht eigenständig. „Von der Einwohnerzahl braucht das Würmtal kein eigenes Zentrum“, so Landrat Christoph Göbel bei der Eröffnung. „Wir gehen aber davon aus, dass innerhalb weniger Wochen täglich einige Tausend Impfdosen zur Verfügung stehen.“ Planegg ergänze „unser System gut“.

Betrieben wird der Standort, wie auch Unterschleißheim, vom BRK-Kreisverband München. 15 Mitarbeiter, medizinisches Fachpersonal und Verwaltungskräfte, sind im Impfzentrum beim Bahnhof tätig, dazu Security. Auf 550 Quadratmetern sind 25 Räume untergebracht. „Wir haben damit zu kämpfen, dass der Platz begrenzt ist“, sagt Verwaltungsleiter Müller. Wegen der Bäume im Westen und der Bahngleise im Osten habe man nicht in die Breite gehen können. Müller: „Ich finde die Station superschnuckelig.“

Im Zentrum herrscht FFP2-Maskenpflicht. Wer es betreten möchte, muss erst seine Temperatur messen lassen. Hinter dem Eingang links steht ein Spender mit Handdesinfektionsmittel. Die Anmeldung bietet Platz für drei Impflinge. Um im nächsten Raum am Stehtisch oder im Sitzen den Aufklärungsbogen ausfüllen zu können, erhält jeder einen eigenen Kugelschreiber, den er behalten darf. Dann geht es in den Warteraum, in dem ein Infofilm rund um das Thema Corona läuft. Dahinter warten sechs Kabinen auf die Impfwilligen, teilweise mit Liege. Die Station ist barrierefrei, es gibt einen eigenen Rollstuhleingang und die erste Impfkabine hat eine breitere Tür. Daneben befindet sich das rollstuhlgerechte WC. In der Impfkabine verabreichen die BRK-Mitarbeiter nach dem persönlichen Arztgespräch die Injektion. Danach geht es in den Überwachungsraum. Wenn keine Nebenwirkungen auftreten, können die Geimpften das Zentrum verlassen, um einige Wochen später zur zweiten Dosis zurückzukommen. Geimpft wird von Montag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 18 sowie von Freitag bis Sonntag von 8 bis 16 Uhr.

Zwei Kühlschränke stehen für den Impfstoff parat

In einem Lagerraum werden die Spritzen aufgezogen, dahinter befindet sich der Raum mit den beiden Kühlschränken, deren Temperatur konstant zwischen zwei und sechs Grad liegt. Der Landkreis erhält zwei Impfstofflieferungen pro Woche vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Vom Klinikum rechts der Isar in München werden die fürs Würmtal bestimmten Vakzine in Kühlboxen nach Unterschleißheim und von dort am selben Tag nach Planegg gebracht. Planegg als untergeordnete Stelle in den Fahrprozess einzugliedern, sei nicht möglich, erklärt Müller. „Die Auftauphase beginn mit der Anlieferung der Dosen vom Klinikum rechts der Isar.“ Fünf Tage bleiben dann, um den mRNA-basierten Impfstoff von Biontech oder Moderna zu spritzen. Die ersten 60 Dosen fuhr Müller am Montag persönlich nach Planegg. Im Laufe des Dienstags folgte eine weitere Lieferung. Neben Biontech enthielt sie Astrazeneca, den Impfstoff, der bisher nur für unter 65-Jährige zugelassen ist. Am ersten Tag wurden ausschließlich über 80-Jährige immunisiert, ab Mittwoch „wird auch jüngeres Klientel vor der Türe stehen“, so Müller. Die Mitarbeiter der Station sind als „Ersatzimpflinge vorgesehen, wenn am Abend etwas übrig bleibt“.

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