Spezielle Handschuhe streifen sich viele Spieler über, um besseren Halt an den Griffen zu haben. Unser Foto zeigt (v.li.) Bernhard Müller aus Augsburg in der Partie gegen Jürgen Will vom TFC Bamberg.
1 von 2
Spezielle Handschuhe streifen sich viele Spieler über, um besseren Halt an den Griffen zu haben. Unser Foto zeigt (v.li.) Bernhard Müller aus Augsburg in der Partie gegen Jürgen Will vom TFC Bamberg.
An 25 Turnierkickern ermittelten die Tischfußballer im Martinsrieder „Happy Billard“ die Bayerischen Meister
2 von 2
An 25 Turnierkickern ermittelten die Tischfußballer im Martinsrieder „Happy Billard“ die Bayerischen Meister.

Bayerische Meisterschaft der Tischfußballer

Duelle dicht an dicht

Bayerns beste Tischfußballer haben im Martinsrieder „Happy Billard“ um Meisterehren gekämpft.

Martinsried – Ein großer Zuschauermagnet ist der Tischfußballsport nicht. „Man kann das Ganze ja auch per Livestream im Internet verfolgen, daher gibt es nicht so viele Zuschauer“, sagt Samuel Brantner, Mitorganisator der Bayerischen Meisterschaften, die in der Martinsrieder Sportsbar „Happy Billard“ stattfanden. Auch im Würmtal lockte das außergewöhnliche Event kaum jemanden hinter dem Ofen hervor. Nur wenige externe Zuschauer fanden sich in Martinsried ein. Unbeobachtet waren die 130 Teilnehmer jedoch freilich nicht: Andere Spieler schauten in ihren Pausen gerne an den Tischen der Konkurrenz vorbei.

Auf laute Stimmung wartete man in der Sportsbar an diesem Tag vergeblich. Auch die Spieler selbst wechseln beim Tischfußball während der Partie kein Wort. Allenfalls beim Wurf des Balls in die Mitte gibt es ein kurzes „Bereit?“, und dann wird gespielt – ohne Schiedsrichter. Die Spieler seien fair genug, so Brantner, der selbst für den TFC Bamberg am Turnier teilnahm. „Fast jeder kennt jeden, daher ist es auch nicht so schwer, untereinander fair zu bleiben.“ Davon zeugte auch die entspannte Atmosphäre vor Ort.

Dass sich in der Würmtaler Sportsbar keine hobbymäßigen Kicker-Spieler trafen, wurde auf den ersten Blick deutlich. Kaum ein Teilnehmer ließ den Tisch vor seinen Partien unverändert. Fast alle verbanden ihre Griffe für eine bessere Haftung mit Bändern aus Gummi. Einige spielten sogar mit speziellen Handschuhen und ölten den Tisch. „Es gibt hier doch klare Klassenunterschiede“, stellte Brantner klar. Bei der Landesmeisterschaft, die vom Bayerischen Tischfußballverband (BTFV) veranstaltet wurde, traten Spieler sowohl im Doppel als auch im Einzel gegeneinander an. Männer, Frauen, Senioren und Junioren maßen sich in unterschiedlichen Turnieren – jede Altersklasse und jedes Geschlecht war willkommen. „Allerdings muss man in einem Verein spielen, damit man auch wirklich teilnehmen darf“, sagt Brantner, der bereits zum vierten Mal bei den bayerischen Titelkämpfen an den Start ging. Der Bamberger war bereits einen Tag vor Turnierbeginn angereist, um beim Aufbau der Tische zu helfen. „Normalerweise stehen im Happy Billard nur sechs Tische. Jetzt sind es 25.“ Dicht an dicht gedrängt fanden die Duelle statt.

Brantner freute sich, dass sich auch zahlreiche Senioren in Martinsried eingefunden hatten. Beim Tischfußball seien Alter und körperliche Fitness nicht von sonderlich großer Bedeutung. „Es kommt prinzipiell nur auf Konzentration und Ballgeschick an. Wenn das vorhanden ist und man genug Übung hat, kann man ein guter Tischfußballer werden“, meinte er. Am Ende eines langen Tages wurden alle elf Klassensieger geehrt. Für Brantner reichte es nicht zum großen Wurf. Die Laune ließ er sich davon aber nicht verderben. „Auch wenn ich nicht gewinne, lohnt sich die Reise für mich. Es macht Spaß, die Leute wiederzusehen und zu spielen.“

Thomas Okon

Auch interessant

Mehr zum Thema