Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und Christian Rentsch
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Erzbischof Reinhard Kardinal Marx (r.) weihte Christian Rentsch zum Priester

Mit Christian Rentsch wird erstmals in Maria Eich ein Priester geweiht

„Ein Fest mit unserem Christian“

Erstmals in der Geschichte des Wallfahrtsortes wurde am Samstag ein Priester in Maria Eich geweiht. Erzbischof Reinhard Kardinal Marx zelebrierte den Weihegottesdienst für Christian Rentsch, Prior des Augustinerklosters.

Planegg – „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“ erklang es am Samstagvormittag in Maria Eich. Zu einem „Fest mit unserem Christian“ hieß Pater Felix Meckl die Besucher willkommen, die sich zur Priesterweihe Bruder Christians eingefunden hatten. Die Sonnenblumen vor dem Altar strahlten mit der Sonne am wolkenlosen Himmel um die Wette. Das Wetter ermöglichte einen Gottesdienst ohne Eintrittsbeschränkungen und Masken. Locker gruppierten sich auf den zahlreichen Bänken vor dem Freialtar die Gäste aus der Familie und aus Münnerstadt, der Heimat von Rentsch, von seiner Studentenverbindung, aus den Konventen des Ordens bis aus Wien sowie aus dem Einzugsbereich von Maria Eich. Viele begrüßten freudig Pater Matthäus aus Berlin und Pater Wilfried, die früher an der Wallfahrtskirche gewirkt haben. Schola und Organist umrahmten den feierlichen Gottesdienst musikalisch.

Der Weihekandidat und sein Orden hatten den Wunsch geäußert, als Termin das Ordensfest „Maria, Mutter des Trostes“ zu wählen, dem der Erzbischof von München-Freising, Kardinal Reinhard Marx, gerne nachgekommen war. Immer wieder wurden der Trost und die Hoffnung angesprochen, die Maria durch ihren Sohn Jesus den Menschen vermittelt. In der ersten Lesung hieß es mit den Worten des Propheten Jesaja: „ Zur Zeit der Gnade will ich dich erheben… – Wie kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter den leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht.“

Bote des Trostes Gottes

Kardinal Marx definierte den Priester als Boten des Trostes Gottes. Mit den Worten des Apostels Paulus wurden in der zweiten Lesung die verschiedenen Aufgaben der Gläubigen in dem einen Leib Christi angesprochen: „Wer zum Trösten und Ermahnen berufen ist, der tröste und ermahne. Wer Vorsteher ist, setze sich eifrig ein.“ Das Evangelium vom letzten Abendmahl erinnerte an den Auftrag Jesu an die Apostel „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ als Aufforderung an den Priester zur Feier des Messopfers, zugleich an die Mahnung „der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste“. Wie schon bei seiner Diakonsweihe hatte Bruder Christian diesen Dienstgedanken in den Mittelpunkt seines Amtsverständnisses gestellt.

In der Predigt nahm der Bischof den Gedanken vom Trost Gottes wieder auf, der tiefer geht als Mitleid und Hilfe der Menschen. Gott tröstet nicht „von oben her“, der Schöpfer selbst leidet mit den Betroffenen und gibt die unzerstörbare Hoffnung, dass das Leiden aufgehoben wird. „Gott spielt nicht Mensch – er wird Mensch.“ Nach Augustinus ist das Wichtigste im Christentum die Humilitas – das auf den Boden Hinunterlegen: „Als ich erkannte, dass Gott in Jesus sich zu mir hinunter gelegt hat, da bin ich Christ geworden.“ Der Priester solle diese Hingabe Jesu ahnen lassen. Dies wurde deutlich, als sich der Kandidat vor der Weihe zum Gebet vor dem Altar auf dem Boden ausstreckte.

Erklärung der Bereitschaft

Auf die Anrufung des Geistes Gottes folgte die Vorstellung durch die Ordensbrüder und die Erklärung der Bereitschaft zum Dienst am Wort Gottes, an der Feier der Sakramente, an den Notleidenden und das Versprechen zu Gehorsam, zum Gebet und zum Bemühen, sich Christus immer enger zu verbinden. Darauf legte der Erzbischof feierlich die Hände auf Bruder Christians Haupt und übertrug ihm den Auftrag Christi an die Apostel, wie auch er ihn empfangen hatte. Alle anwesenden Priester folgten seinem Beispiel. „Durch die unter Handauflegung und Gebet geschehene Mitteilung des Heiligen Geistes werden die Geweihten sich selbst enteignet und befähigt, in der Person Christi handeln zu können“, definiert das Lexikon für Theologie und Kirche.

Der Neupriester empfing Gewand und Gefäße für die Messfeier, die er anschließend in Konzelebration mit dem Bischof beging. Vor dem sehnlich erwarteten „Primizsegen“, für den man nach einem bayerischen Sprichwort gern ein paar Schuhsohlen durchlaufe, sprach der Neugeweihte Pater Christian Dankesworte und bekräftigte nochmals: „Ich bin geweiht für den Dienst am Leib Christi – und der seid ihr alle!“

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