Schülerinnen mit Masken bei Schneefall vor Feodor-Lynen-Gymnasium Planegg
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Auch an Schulen gelten seit gestern verschärfte Corona-Regeln: Ab der achten Jahrgangsstufe wechseln die Klassen nun zwischen Präsenz- und Distanzunterricht. Damit sollen die Zahl der Schüler im Gebäude sowie in den Schulbussen und damit die Kontakte reduziert werden. Ausgenommen sind die Abschlussklassen.

46 Kohlendioxid-Sensoren sollen kommende Woche geliefert werden

Eine Handvoll Luftreinigungsgeräte fürs Feodor-Lynen-Gymnasium

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Das Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium bekommt mobile Lüftungsgeräte. Sechs bis sieben Stück. Mehr sind nicht förderfähig. 46 CO2-Sensoren sollen in der kommenden Woche geliefert werden.

Planegg – Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fördert der Freistaat Bayern mit bis zu 50 Millionen Euro „Investitionskosten für technische Maßnahmen zu infektionsgerechtem Lüften in Kitas, Großtagespflegestellen, Heilpädagogischen Tagesstätten und Schulen“, wie es in einer Richtlinie des Kultusministeriums heißt. Gemeint sind CO2-Messgeräte und mobile Luftreinigungsgeräte. Die CO2-Konzentration gilt als Indikator für das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2. Untersuchungen belegen, dass CO2- und Aerosolkonzentration korrelieren. Das Robert-Koch-Institut nennt das Einatmen von virushaltigen Aerosolen einen Hauptübertragungsweg von Covid-19.

Die Lüftungsgeräte reinigen mittels Filtern die Raumluft. Sie werden als Ergänzung zu AHA-Regel (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) und Lüftungskonzept gesehen. Bei den CO2-Messgeräten gibt es keine Anforderungen an die Räumlichkeiten, bei den Lüftern schon. Gefördert werden diese nur in Klassen- und Fachräumen, wenn ausreichendes Lüften nicht durch Öffnen der Fenster garantiert werden kann.

Fast alle Räume können ausreichend über Fenster gelüftet werden

Das Feodor-Lynen-Gymnasium (FLG) verfügt über 50 Räume, von denen laut Christin Muhr, Geschäftsleiterin des für die Schule zuständigen Zweckverbands staatliches Gymnasium im Würmtal, sechs bis sieben zu wenig oder zu schlecht erreichbare Fenster haben. Der 130 Quadratmeter große Computerraum im Untergeschoss ist ein Beispiel. Die Fenster befinden sich ausschließlich auf einer Seite in einer Höhe von zwei Metern. „Da steigt niemand alle 20 Minuten auf einen Tisch, um sie zu öffnen. Das ist auch viel zu gefährlich“, sagt Muhr.

Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes beschloss auf ihrer Sitzung am Dienstag einstimmig, Lüftungsgeräte für die förderfähigen Räume zu beschaffen. Wie groß und wie teuer diese werden, ist noch offen. Der Freistaat übernimmt bis zu 100 Prozent der Kosten, allerdings maximal 3500 Euro pro Raum und auch nur, solange die Fördermittel nicht ausgeschöpft sind. Teilweise sind die Decken in den FLG-Räumen bis zu vier Meter hoch, was einen größeren Luftumsatz erfordert. Das wiederum treibt den Preis für die Geräte in die Höhe, sollen diese auch noch möglichst geräuscharm arbeiten.

Der Zweckverband lässt sich vom Bundesverband Straßenbeleuchtung und Infrastruktur (bvsi), einem Netzwerk für den öffentlichen Sektor, beraten. Muhr hofft, das der bvsi in der kommenden Woche geeignete Geräte präsentieren sowie Aussagen zu den Folgekosten machen kann, die etwa durch regelmäßige Filterwechsel durch Fachpersonal entstehen. Dass die Luftreiniger noch heuer geliefert werden, hält Muhr für unwahrscheinlich. Schließlich sind sie gerade sehr begehrt. „Vielleicht haben wir Glück wegen der geringen Stückzahl.“

Ein Testgerät kam in der Schule bereits zum Einsatz. „Da gehen die Meinungen im Lehrerkollegium weit auseinander“, berichtete FLG-Direktor Matthias Spohrer der Verbandsversammlung. Manch einer habe das Geräusch der Lüfter als zu laut empfunden.

Die Eltern hingegen hätten gerne sämtliche Räume ausgestattet. Das wurde bei einer Online-Konferenz in der vergangenen Woche deutlich, an der neben Muhr und Spohrer auch Vertreter des Elternbeirates teilnahmen.

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