Das Team vom „Gusto mio“: (v.l.) Florim Topalli, Daniela Armenciu, Ilaria Satalino, Eis-Fachmann Luca Calabrese und Besitzer Pietro Bianco.
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Das Team vom „Gusto mio“: (v.l.) Florim Topalli, Daniela Armenciu, Ilaria Satalino, Eis-Fachmann Luca Calabrese und Besitzer Pietro Bianco.
„Eislabor“: Luca Calabrese füllt Bananeneis ab, das dann noch bei minus 18 Grad gekühlt wird.
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„Eislabor“: Luca Calabrese füllt Bananeneis ab, das dann noch bei minus 18 Grad gekühlt wird.
Die Röstmaschine verwandelt in 20 Minuten rohe grüne in duftende braune Kaffeebohnen.
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Die Röstmaschine verwandelt in 20 Minuten rohe grüne in duftende braune Kaffeebohnen.

Neueröffnung „Gusto mio“ in Planegg

Die Wahl zwischen Eis und Premiumeis

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Planegg hat wieder eine echte Eisdiele. Eine Gelateria, in der es außer Eis nur Kaffee gibt und vielleicht ein Stück Kuchen, aber keine Pizza. Knapp zwei Jahre nach Schließung des „Purogelato“ hat jetzt das „Gusto mio“ in der Bahnhofstraße eröffnet. Es dürfte bald Konkurrenz bekommen durch das „Tiziano“.

Planegg– Als das „Purogelato“ im Oktober 2015 die Saison beendete, war es ein Abschied für immer. Der Eigentümer des Gebäudes in der Poststraße wollte den auslaufenden Mietvertrag nicht verlängern. 2000 Planegger unterzeichneten einen Aufruf an die Gemeinde, ein Ersatzlokal zu finden. Mehrere Objekte erwiesen sich als ungeeignet. Im Sommer 2016 kam Bewegung in die Sache. Für den ehemaligen Bioladen in der Mathildenstraße 1 wurden Umbaupläne eingereicht. Eine italienische Eismacher-Familie wollte dort ein Eiscafé einrichten.

Das wusste Pietro Bianco, als er sich im Frühjahr entschloss, selbst ein Eiscafé zu eröffnen. Der Gastronom, seit 1987 in Planegg ansässig, betreibt das „La Terrazza“ , ein Restaurant mit Weinbar und Hotel, in der Bahnhofstraße. Erfahrungen mit einem Eiscafé sammelte er vor 15 Jahren in Großhadern. „Die Entfernung macht viel aus“, sagt er. Zwischen seinem Restaurant mit der Hausnummer 30 und dem neuen Eiscafé 38A liegen nur wenige Meter. „Dieser Platz hat mir gefallen.“ Als die Starnberger Bäckerei Meier im April ihre Filiale in dem Flachbau schloss, begann er, beim Eigentümer vorzufühlen. Dem gehört auch das östlich angrenzende Gebäude Bahnhofstraße 38. Bianco konnte nicht nur den Flachbau mieten, sondern auch die Terrasse des Nachbarhauses neu gestalten.

Nach monatelangen Umbauarbeiten begann das „Gusto mio“ in der vergangenen Woche mit dem Straßenverkauf. Da wurde noch fleißig an der Terrasse gesägt. „Wir haben das nach und nach ausgeweitet“, sagt Bianco. Inzwischen kann man in einem Strandkorb auf der Terrasse oder an Stehtischen vor der Gelateria Platz nehmen, um sein Eis zu genießen. 24 Sorten warten in einer großen Vitrine auf Kunden. Die Kugel kostet 1,40 Euro. Keine Rezeptur ist endgültig. Bianco schätzt die Meinung seiner Kunden. „Ich lasse die Leute gerne probieren.“ Er selbst mag Karamell oder Malaga am liebsten.

Links daneben im Eck steht eine kleinere Vitrine mit einer niedrigeren Temperatur. Dort kommt Eis hinein, das Kunden in größeren Mengen kaufen und nach Hause transportieren. Es soll nicht auf dem Weg schmelzen. Rechts gibt es eine dritte Kühlung – für die exklusiven Sorten. Pistazieneis etwa, das aufgrund der hohen Preise für Pistazien teuer in der Herstellung ist. Oder veganes Schokoladeneis, das schmeckt wie eine tiefdunkle, kalte Mousse au Chocolat, hergestellt mit Kakao aus Ecuador. „Premiumeis“ nennt Bianco diese Sorten, die für 2 Euro pro Kugel zu haben sind.

Hergestellt wird das Eis im hinteren Teil des Flachbaus, dem „Eislabor“, wo Luca Calabrese sein Reich hat. Der Meister des Speiseeises wacht über die Maschinen, in denen zum Beispiel die Milch auf 85 Grad erhitzt wird, um dann wieder für einige Stunden oder über Nacht auf zwei bis drei Grad runtergekühlt zu werden, bevor sie mit den weiteren Zutaten in einem anderen Teil des Raumes zu Eis wird, das schließlich noch bei minus 18 Grad gefrostet wird, bevor es zum Verkauf angeboten wird.

Zwischen Eislabor und Verkaufstheke steht an der Wand eine weitere Maschine, auf die Bianco besonders stolz ist. Dort werden die Kaffeebohnen für den Espresso geröstet, den das „Gusto mio“ und auch das „La Terrazza“ anbieten. „Ich beschäftige mich schon lange mit Kaffee“, sagt Bianco. Seine Mischung besteht zu 70 Prozent aus Arabica und zu 30 Prozent aus Robusta. Der Wunsch, selbst zu rösten, scheiterte bisher immer an der Menge. 30 bis 50 Kilogramm mussten auf einmal geröstet werden. Die neue, kleine Maschine ist auf eineinhalb Kilogramm ausgerichtet. Bianco: „Das ist der Renner in Italien. Die Wartezeit für die Maschine beträgt drei Monate.“

Spätestens im Winter will Bianco die Röstung auch so zum Verkauf anbieten. Er spielt mit dem Gedanken, zu einer Kaffeeverkostung einzuladen. Das „Gusto mio“ hat 365 Tage im Jahr geöffnet. Sobald sich alles eingespielt hat, soll man von 8 bis 22 Uhr Espresso, ein Croissant oder Eis bekommen.

Während Bianco seit vergangener Woche interessierte Eisesser durch seine Gelateria führt, wird wenige Meter weiter in der Mathildenstraße noch umgebaut. Die Konkurrenz fürchtet Bianco nicht: „Die Qualität und der Standort entscheiden.“

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