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Mittagessen bei künstlichem Licht: Elternbeiratsvorsitzende Alexandra Löffler ist empört, dass aus dem Provisorium im Keller eine Dauerlösung für die Mittagsbetreuung der Martinsrieder Grundschule werden soll.

Grundschule Martinsried

Mittagsbetreuung beklagt Keller-Domizil

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„Die Mittagsbetreuung der Grundschule Martinsried soll endlich aus dem Kellerloch“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Alexandra Löffler. Unterstützung bekommt sie von Rektorin Margot Baran-Lander. Beide werfen der Gemeindeverwaltung vor, sich nicht an Absprachen zu halten. Bürgermeister Heinrich Hofmann weist das zurück.

Planegg– Seit die Mittagsbetreuung vor über einem Jahrzehnt an der Grundschule eingeführt wurde, ist sie im Untergeschoss des Gebäudes untergebracht. „Seit Jahren funktioniert das alles“, sagt Bürgermeister Hofmann. Die Eltern der betreuten Kinder und die Schulleitung sehen das anders. Tageslicht falle nur durch Lichtschächte ein. „Deckenrohre und Linoleum-Fußböden machen die Gesamtsituation nicht schöner“, sagt Löffler. Eine Möglichkeit, nach dem Mittagessen vernünftig zu lüften, gebe es nicht.

Während die eine Gruppe, die Bärenhöhle, ihren festen Raum hat, verbringt die Biberburg einen Teil des Nachmittags im Jugendtreff Marteeny, der an anderer Stelle im Untergeschoss des Schulkomplexes angesiedelt ist. Um 14.30 Uhr, wenn sich in beiden Gruppen bereits ein Teil der Kinder verabschiedet hat, ziehen die Biber in die Bärenhöhle um. Aktuell besuchen 28 bis 38 Kinder die Bärenhöhle und 13 bis 18 die Biberburg, je nachdem, welche Tage und Stunden die Eltern gebucht haben.

Als Baran-Lander vor elf Jahren nach Martinsried kam, „gab es die Diskussion um den Kellerraum schon. Bereits damals hieß es, es sei ein Provisorium“, sagt sie. Anbaupläne seien in ihrer Anfangszeit verworfen worden mit der Begründung, dass die Mittagsbetreuung in die Hausmeisterwohnung umziehen könne, sobald diese leer stehe. Die Wohnung befindet sich im ersten Obergeschoss und ist seit diesem Sommer frei. Der neue Hausmeister benötigt sie nicht.

„Wir sind alle davon ausgegangen, dass die Räume jetzt der Mittagsbetreuung zugeschrieben werden“, so Baran -Lander.Durch Zufall habe sie erfahren, dass die Wohnung vermietet werden soll. Sie habe sich daraufhin schriftlich an Bürgermeister Hofmann gewandt und „gebeten, die Kellersituation endlich zu beenden“. Aus dem Rathaus sei die Antwort gekommen, weder Hort, noch Mittagsbetreuung hätten Bedarf angemeldet. Nachfragen, so die Rektorin, hätten jedoch ergeben, dass beide Einrichtungen gar nicht gefragt worden seien. Seit Jahren weise man immer wieder auf die unbefriedigende Situation hin, so Löffler. Auch das Schulamt wurde inzwischen eingeschaltet.

„Erstens ist es nicht richtig, dass die Wohnung zugesagt war, davon war nie die Rede. Zweitens verwahre ich mich gegen den Begriff Kellerloch“, sagt Bürgermeister Hofmann. „Das Raumangebot, das die Mittagsbetreuung jetzt hat, kann die Wohnung nie darstellen“, so Hofmann, der von zweieinhalb Zimmern spricht. „Die Wohnung ist sehr wertvoll für uns. Wir haben Personal im Rathaus und im Betriebshof, für das wir dringend Wohnraum brauchen, um es zu halten.“

Die Gemeinde investiert gerade 250 000 Euro in den Ausbau der Räumlichkeiten der Mittagsbetreuung. Ein Gruppenraum wurde ausgebaut und mit einer Tür nach außen versehen, wo das Gelände abgeböscht wurde. Dieser Teil der Maßnahme ist inzwischen abgeschlossen. Zudem wird ein Lagerraum in einen weiteren Gruppenraum umgewandelt. Er soll ebenfalls größere Fenster und eine Tür nach außen bekommen. Das soll bis Ende der Osterferien 2020 geschehen.

Anfang Oktober gab es bereits einen Runden Tisch, an dem neben Bürgermeister Heinrich Hofmann und Mitgliedern der Gemeindeverwaltung, Schulleiterin Margit Baran-Lander, eine Verbindungslehrerin, Alexandra Löffler und ihre Stellvertreterin teilnahmen. Nächste Woche stehen laut Hofmann Gespräche mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an, die die Mittagsbetreuung übernommen hat. Nach den Herbstferien soll es zu einem weiteren Runden Tisch kommen. Löffler: „Die Eltern sind vor den Kopf gestoßen. Sie haben Bedenken, dass die Interimslösung schon längst der Standard ist.“

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