Ortstermin: (v.l.) Matthias Fahrmeir, Leiter des Dezernats Liegenschaften und Technik der Ludwig-Maximilians-Universität, die Gemeinderäte Herbert Stepp und Roman Brugger, Katrin Müller-Broszat vom Staatlichen Bauamt München 2 und Martina Dorn vom Planegger Bauamt. foto: dagmar rutt

Universitätscampus

Protest erfolgreich: Rüttelstrecke verschwindet im Herbst

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Der Protest der Planegger Gemeinderäte hat Erfolg: Die Tage der Rüttelstrecke auf dem Universitätscampus in Martinsried sind gezählt. Im Herbst soll das Großsteinpflaster durch gesägte Steine ersetzt werden.

Planegg– 21 Räte unterzeichneten zu Jahresanfang einen von Herbert Stepp (Grüne Liste 21) initiierten Brief an das Bauamt der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Sie kritisierten darin das bei der Neugestaltung der Großhaderner Straße verwendete Großsteinpflaster, das Radfahrer durchschüttelt und für Rollstuhlfahrer ein Hindernis darstellt. In einem Vertrag zwischen Gemeinde und Freistaat ist festgelegt, dass sie als Fuß- und Radweg anzulegen ist.

„Das ist unsere Hauptradlstrecke“, sagte Martina Dorn vom Planegger Bauamt jetzt bei einem Ortstermin mit Gemeinderäten sowie Vertretern von LMU und Staatlichem Bauamt. Großsteinpflaster, wie es auf Höhe des im Bau befindlichen „StuBistros“ auf einem gut 20 Meter langen Stück auf kompletter Breite verwendet wurde, sei absolut nicht tragbar, selbst das ebenfalls an anderer Stelle benutzte Kleinsteinpflaster gelte längst nicht mehr als barrierefrei. Das sieht die LMU anders, die auf eine Begehung der als „Shared Space“ angelegten Fläche mit Vertretern der Bayerischen Architektenkammer verwies. „Ziel der Planung war hier, den Verkehr zu entschleunigen“, sagte Matthias Fahrmeir, Leiter des Dezernats Liegenschaften und Technik der LMU. Er gab zu: „Wenn wir noch mal anfangen würden, würden wir es vielleicht anders machen.“

Da das Großsteinpflaster durch den Baustellenverkehr zum „StuBistro“ gelitten hat und ohnehin ausgebessert werden muss, wird es, wenn das Bistro für Studenten und Mitarbeiter zu Beginn des Wintersemesters 2018/19 eröffnet wird, gesägten Steinen weichen. Die Großsteinpflasterstreifen beidseitig des 2,7 Meter breiten Asphaltbandes bleiben jedoch erst einmal, ebenso das Pflaster, das im Kreuzungsbereich mit der Campus-Magistrale verlegt wurde. „Wir bauen hier letztlich auch mit Ihren Steuergeldern“, sagte Fahrmeier. Auszutauschen, was noch in einwandfreiem Zustand ist, lässt sich laut Katrin Müller-Broszat vom für den Campus zuständigen Staatlichen Bauamt München 2, nicht durchsetzen. Sollten irgendwann Ausbesserungsarbeiten nötig sein, könne man das Pflaster allerdings ersetzen. Die Anregung Stepps, Radfahrer bei künftigen Planungen auf dem Campus miteinzubeziehen, will sie aufgreifen.

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