Josef Brustmann mit Band
+
Der Kabarettist und seine „All-Star-Truppe“ (v.li.): Benni Schäfer (Kontrabass), Martin Regnat (Akkordeon), Luke Cyrus Goetze (Gitarren) und Mathias Götz (Posaune) begleiten Josef Brustmann (Mitte) mit Crossover-Musik durch ein unterhaltsames und spannungsreiches Programm. 

Livestream - Kabarettist Josef Brustmann gastiert mit Band im Planegger Kupferhaus

Erinnerungen an das pralle Leben

„Ich hatte schon einen Auftritt hier, da war ich meinem Publikum zahlenmäßig überlegen“, unkte Josef Brustmann 2016 auf der Freiburger Künstlerbörse. Was damals Lacher provozierte, ist fünf Jahre später bitterer Künstleralltag – und eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für den Protagonisten.

Planegg - Josef Brustmann erinnert sich mit Schrecken an seinen ersten Soloauftritt während der Pandemie. Er fand coronakonform vor leeren Stühlen statt und wurde per Livestream übertragen. „Als Comedian, der sich ans Publikum wendet, ist das wahnsinnig anstrengend.“ Es fühle sich an, als schlage man mit dem Kopf gegen eine Betonwand, sagt der Ickinger Kabarettist und Musiker.

Inzwischen hat Josef Brustmann Routine bekommen. Und bei seinem nächsten Auftritt im Planegger Kupferhaus muss der Saal zwar ebenfalls leer bleiben, aber auf der Bühne wird ihm seine „All-Star-Truppe“, bestehend aus Luke Cyrus Goetze, Mathias Götz, Martin Regnat und Benni Schäfer, lautstark unter die Arme greifen. Natürlich hätte er lieber – wie geplant – vor physisch anwesenden Fans gespielt, aber dass die Verantwortlichen vom Kulturforum Planegg die Veranstaltung am kommenden Donnerstag 15. April, nicht abgesagt haben, das freue ihn sehr, so der 66-Jährige.

„Brustmanns Lust“

Das Publikum dürfte derselben Meinung sein. Denn mit seinem Programm „Brustmanns Lust“ weckt der vielfach ausgezeichnete Solokabarettist Erinnerungen an das pralle Leben, nach dem wir uns momentan wohl alle sehnen. Es geht an die Isar, wo ein Goldfisch seine Freiheit entdecken soll. Er verliebt sich in ein Mädchen, erlebt den schönsten Sommer seines Lebens. So wird er zum Flaneur durch sein früheres Leben. Immer mit dabei: die Musik, die ihn auf seinem Weg vom Musiklehrer an einem Münchner Gymnasium bis zum gefeierten Kabarettstar begleitet hat.

Josef Brustmann ist mit acht Geschwistern „mit viel Volksmusik“ aufgewachsen, hatte als 15-Jähriger seine ersten öffentlichen Auftritte. Ein Bildungsurlaub bescherte ihm den Einblick in afrikanische Klangwelten und ließ den Entschluss reifen, den Lehrerberuf an den Nagel zu hängen. Die Entscheidung hat er nie bereut. Die Bandbreite seines musikalischen Repertoires ist riesig. Es reicht von besagter Volksmusik, über Folk, Rock, Trash-Polka bis hin zu Franz Schuberts Winterreise. Die Lieblingssongs der letzten Jahrzehnte tragen ihn durch seine Erinnerungen und das Publikum durch sein Programm – überraschende Begegnungen mit musikalischen Highlights inklusive. Dafür hat er ein paar Klassiker „umkomponiert“, wie „Highway to hell“ für die Zither.

Der Abend im Kupferhaus ist aber auch noch in ganz anderer Hinsicht etwas Besonderes. Es ist der erste gemeinsame Auftritt von Brustmann und seiner Band seit Beginn der Corona-Pandemie, den sie dank Schnelltests endlich wieder wagen können.

Tickets für den Livestream von Josef Brustmann & Band für die Aufführung am Donnerstag, 15. April, 20.30 Uhr, gibt es online beim Kulturforum Planegg für 9 bis 15 Euro.

Margot Deny

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare