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Neurowissenschaften statt Sandstrand: Neurocamp-Gründerin Natalia Filvarova (2.v.li.), ihre Mitorganisatoren und einige Kursteilnehmer lassen sich von der 17-jährigen Manaswini Agnihotri (re.) erklären, was sie bei ihrer Projektarbeit im Labor herausgefunden hat.

Erstes „NeuroCamp“ für Schüler auf Martinsrieder Campus

In den Sommerferien an die Uni

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Eine Premiere der besonderen Art: Auf dem Martinsrieder LMU-Campus gab es heuer zum ersten Mal eine Summer School für Gymnasiasten. Zwei Wochen konnten die Jugendlichen Einblicke in die Neurowissenschaften gewinnen. Und durften selbst erste Experimente durchführen.

Martinsried – Wenn es draußen über 30 Grad hat und die meisten Schüler am See oder am Meeresstrand Entspannung suchen, gibt es andere, die in ihren Sommerferien freiwillig etwas für ihre grauen Zellen tun. Und dabei schon mal ein bisschen Universitätsluft schnuppern. Denn ein neunköpfiges Team aus Masterstudenten, Doktoranden und jungen Wissenschaftlern hat es den Jugendlichen erstmalig ermöglicht, sich bei einer Sommerakademie auf dem Martinsrieder LMU-Campus selbst ein Bild von den Forschungsbereichen der Neurowissenschaften zu machen.

In der ersten Woche des „NeuroCamps“, wie die Veranstaltung offiziell heißt, stand der theoretische Input in Form von Vorlesungen und Workshops auf dem Stundenplan. In der zweiten Woche durften die Teilnehmer selbst Hand anlegen. Eine kleine Besonderheit: Fast alle Veranstaltungen waren auf Englisch. Schließlich sollte die Sommerakademie unter möglichst realitätsnahen Bedingungen stattfinden – und Wissenschaftssprache ist nun mal Englisch.

Ein halbes Jahr Vorbereitung liegt hinter Natalia Filvarova, die die Idee zum „NeuroCamp“ hatte. Die 23-jährige gebürtige Ukrainerin wechselte nach ihrem Bachelor in Oxford an die Ludwig-Maximilians-Universität, um dort ihren Master zu machen. Im September beginnt sie mit ihrer Doktorarbeit. Über Facebook suchte sie sich ihre Mitstreiter zusammen. Gemeinsam stellten sie die Sommerakademie für Schüler auf die Beine. „Ich organisiere einfach unglaublich gerne“, so die 23-Jährige. Die zwei Wochen waren zwar anstrengend, aber sie hätten Spaß gemacht. An ein paar Stellschrauben müsse man noch drehen, um den Ablauf möglichst reibungslos zu gestalten. Eines steht für Filvarova schon fest: Von nun an soll die Sommerakademie einen festen Platz im Jahreskalender der Martinsrieder Neurowissenschaftler haben.

Zum Abschuss stellten sich die 13 Teilnehmer gegenseitig ihre Projektarbeiten vor. Drei Tage hatten sie im Labor gestanden. Anhand selbstgestalteter Plakate erklärten sie den anderen Teilnehmern und interessierten Besuchern, was sie herausgefunden hatten. Die Themen waren vielfältig: von Stammzellen und wie sie sich zu Neuronen entwickeln bis zur Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose.

Manaswini Agnihotri, die in Starnberg die Munich International School besucht hat und ab dem Wintersemester selbst Neurowissenschaften studiert, untersuchte mit ihrem Teampartner, dem Italiener Davide Morgante, wie sich die Hirnaktivität unter verschiedenen visuellen Stimuli verändert. „Ich wollte wissen, wie das in der Wissenschaft ist und einmal die Laborarbeit kennenlernen“, sagt Agnihotri. Sie hat über ihre Mutter vom „NeuroCamp“ erfahren. Der 18-jährige Morgante war durch seinen Biologielehrer auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht worden – und hierfür eigens von seiner Heimatstadt Udine nach München gereist.

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