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Christian Finkensieper fordert eine Verlängerung der U-Bahn von Martinsried bis zum S-Bahnhof Planegg.

U-Bahn-Verlängerung bis Planegg gefordert

„Es fehlt die Vernetzung mit der S-Bahn“

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Die U-Bahnverlängerung nach Martinsried ist beschlossene Sache. Doch das reicht Christian Finkensieper nicht. „Es fehlt die Anbindung an die S-Bahnlinie 6 bei Planegg“, sagt der 52-Jährige, der vor drei Jahrzehnten die Idee zur Weiterführung der U6 hatte.

Planegg – Als Student der Betriebswirtschaftslehre aus Krailling ließ Finkensieper 1990 den Würmtaler Bürgermeistern und ihrem Germeringer Kollegen eine 17-seitige Informationsschrift zukommen. Neben der U6, die über Martinsried nach Planegg und eventuell Germering fortgesetzt werden sollte, hatte er darin auch die Verlängerung der U3 über Martinsried nach Lochham und Freiham sowie der U4/5 vom Laimer Platz über Neuaubing und Freiham nach Germering angerissen.

„Ich habe diese Überlegungen nicht angestellt, weil es mein Eigeninteresse ist. Ich habe mich für mein Umfeld interessiert.“ Und das war schon damals einer hohen Verkehrsbelastung ausgesetzt. „Irgendwann ist der Entwicklungsdruck zu groß. Wenn noch mehr gebaut wird im Westen, wird auch der Verkehr zunehmen, und man wird nach Lösungen suchen. Die Lösung liegt auf der Hand“, sagt Finkensieper, der inzwischen seit 20 Jahren in Gräfelfing lebt.

Seine Vorstellungen, wie sich die Verkehrsproblematik durch eine Vernetzung von U- und S-Bahn in den Griff kriegen lässt, entwickelte er nicht permanent weiter. Zum einen, weil er merkte, dass es „an der regionalen Denke der Politiker scheitert. Jeder denkt nur bis zu seiner Ortsgrenze. Das ist mir ein Graus. Man muss überregional denken. Meine Ideen sind auf den Netzcharakter ausgerichtet, nicht nur auf die U6 nach Planegg.“ Zum anderen verlor sein Entwurf über die Jahre hinweg nichts, weil sich einfach wenig tat.

Finkensieper blieb dem Thema aber treu und besuchte Workshops der Stadt München oder des MVV. Auch an der Bürgerwerkstatt der Gemeinde Gräfelfing in diesem Frühjahr beteiligte er sich. Dass der Planegger Gemeinderatsbeschluss zur U-Bahnverlängerung nach Martinsried einstimmig fiel, stimmt ihn positiv. „Ich freue mich, dass es jetzt in die Richtung geht.“ Doch er betont auch: „Die Einbeziehung und Vernetzung von Ausbau-Optionen beim MVV mit regionalen und örtlichen Entwicklungsvorhaben ist dringend nötig.“ Für Planegg hätten vor allem die Umgestaltung des Bahnhofsareals, die Verkehrssituation in der Germeringer Straße und die Auswirkungen der Bauvorhaben in München-Freiham Bedeutung, wo in den nächsten beiden Jahrzehnten in unmittelbarer Nähe zum Würmtal 8000 Wohnungen entstehen sollen.

Für Finkensieper liegt auf der Hand, dass eine Vernetzung von U- und S-Bahn zu einer deutlichen Entlastung beim Pendlerverkehr führen würde. Und dass vorausschauende Planung die Kosten für künftige U-Bahn-Bauwerke niedrig halten könnte. Den Beschluss zur Verlängerung der U6 nach Martinsried nennt er „einen Meilenstein“. Er biete die Chance, „weitere Überlegungen und den Beginn längst überfälliger Planungen voranzutreiben“.

Als Finkensieper 1990 seine Exposee verteilte, schloss er mit einem Freund eine Wette ab. In zehn Jahren werde die U-Bahn nach Planegg fahren. Das kostete ihn damals ein Essen in einem guten Restaurant. Später ging er noch einmal eine Zehn-Jahres-Wette ein. „Jetzt wette ich nicht mehr“, sagt Finkensieper. Aber er ist optimistisch: „Wenn alle wollen, kommt das Geld schon irgendwo her.“

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