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Wünschen sich Wohnungen statt Bücher hinter Gittern: (v.l.) Hans-Christian Haugg, Peter von Schall-Riaucour und Fritz Haugg vor dem Magazin der Universitätsbibliothek.

FDP will Flächennutzungsplanentwurf ablehnen

„Das Signal ist verkehrt“

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Die FDP-Fraktion im Planegger Gemeinderat lehnt den Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan ab. In der Sitzung am Donnerstag, 26. April,  will sie gegen den Billigungsbeschluss stimmen.

Planegg –  „Dem Ganzen liegt ein rückwärtsgewandtes Konzept zugrunde“, sagt Hans-Christian Haugg. „Das Signal, das vom Flächennutzungsplan ausgeht, ist verkehrt. Es führt zur Verstädterung von Planegg und verändert den Ortscharakter massiv.“

Statt zusätzliche Flächen zu versiegeln, um neuen Wohnraum zu ermöglichen, solle man einen anderen Ansatz entwickeln. „Die Frage ist, wie wir intelligent mit der begrenzten Ressource Fläche umgehen“, so Haugg. Die FDP bringt mit der alten Schlosswirtschaft in der Pasinger Straße und dem Bücherdepot der Ludwig-Maximilians-Universität an der Bahnhofstraße Ecke Bräuhausstraße zwei Grundstücke in bester Lage ins Spiel.

Die Schlosswirtschaft, die sich in Privatbesitz befindet, steht seit über 50 Jahren leer. Einem Abriss verweigerte in den vergangenen Jahrzehnten das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die Zustimmung. Das Magazin der Münchner Universitätsbibliothek beherbergt in einem ehemaligen Kornspeicher auf 5000 Quadratmetern 850 000 Bücher. „Das Grundstück ist in öffentlicher Hand. So viel totes Kapital in bester Lage ist ein Unding“, sagt Haugg, der sich ein neues, modernes Magazin auf dem Martinsrieder Campus als Ersatz vorstellen kann. Das Kornspeicher-Areal sei „eine Wohngegend par excellence“. „Bevor man die Natur angeht, sollte man hier handeln. Für diese Idee melden wir Urheberrecht an“, so Peter von Schall-Riaucour im Pressegespräch.

Eine weitere Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen, sieht die FDP-Fraktion darin, oberirdische Parkplätze wie etwa auf dem Gelände der Max-Planck-Institute oder beim OBI-Markt in Martinsried unter die Erde zu bringen und die gewonnenen Flächen zu bebauen. Das neue Bahnhofsareal bringe Wohnungen, eine Bebauung in Martinsried in der Röntgenstraße Süd sowie auf einem Acker in der Alexander-Fleming-Straße sei denkbar, Projekte wie in der Josef-Beyerl-, Hofmark- oder Herzog-Wilhelm-Straße stünden kurz vor dem Abschluss oder seien in Planung. „Wir verschließen uns nicht der Tatsache, dass Siedlungsdruck existiert, aber wir gehen mit dem Flächennutzungsplan ohne Not in die Versiegelung rein“, sagt Hans-Christian Haugg. Ein Wohngebiet auf dem Wall zwischen Röntgen- und Fraunhoferstraße in Martinsried sei ein Tabubruch. Außerdem lehnt die Fraktion ein Wohngebiet auf dem MPI-Gelände am Klopferspitz ab, da dort bereits zwei Baugenehmigungen bestünden. „Wir müssen den Spagat schaffen zwischen der Schaffung von Wohnraum und dem Wunsch, den Gartenstadtcharakter zu erhalten“, so Fritz Haugg.

In ihrer Ablehnung des Flächennutzungsplanentwurfs sind sich die drei Fraktionsmitglieder einig, was die Ausweisung eines Wohngebietes auf dem Acker im Grund angeht, leisten sie sich unterschiedliche Meinungen. Von Zustimmung (Fritz Haugg) über Skepsis (Hans-Christian Haugg) bis hin zu rigoroser Ablehnung. Für von Schall-Riaucour ist klar: „Natur muss Natur bleiben, und wenn es ein Acker ist.“

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