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Die neue Führungsriege des Feuerwehrvereins Planegg (v.li.); Sonja Stolz (Vorsitzende), Martin Küßner (2. Vorsitzender), Mathias Kellner (Schriftführer), Jens Gabold (Beisitzer), Thomas Probst (1. Kassier), Martin Fladerer (Beisitzer), Andreas Schrittenlocher (2. Kassier), Gerd Ritter (Beisitzer), Ludwig Kos (Beisitzer), Josef Reithmeier (Fähnrich), und Peter Heizer (Beisitzer).

Nach mehr als 140 Jahren

Feuerwehr wählt erstmals Frau an die Spitze

Planegg - Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Feuerwehr Planegg haben die Mitglieder eine Frau an die Spitze gewählt. Bei der Hauptversammlung setzte sich Sonja Stolz (36) in einer Kampfabstimmung durch.

Vor fast 143 Jahren, am 6. April 1873, wurde die Freiwillige Feuerwehr Planegg gegründet. Seither haben 14 Vorsitzende den Feuerwehrverein geleitet – allesamt Männer. Ab sofort steht eine Frau an der Spitze: Sonja Stolz.

Nach acht Jahren hatte der bisherige Vereins-Chef Reinbold Scharf sein Amt an den Nagel gehängt. Unter anhaltendem Beifall ehrten Bürgermeister Heinrich Hofmann und Kommandant Martin Heizer den verdienten Feuerwehrmann für vier Jahrzehnte aktiven Dienst. Bei der Neuwahl folgte dann die große Überraschung. „Dass sich auch Mario Kuberek der Wahl stellt, war mir nicht klar“, bekennt die bisherige Beirätin Sonja Stolz. In einer Kampfabstimmung setzte sie sich aber durch: 31 Stimmen entfielen auf Stolz, 23 Feuerwehrleute votierten für den früheren Jugendwart Mario Kuberek, 20 Mitglieder enthielten sich bei der geheimen Wahl der Stimme.

Trotz des knappen Ergebnisses gab es kein böses Blut. „Mario war sehr kameradschaftlich. Er hat mir als Erster gratuliert“, betont Sonja Stolz. Die 36-Jährige stammt aus Köln und ist seit 2009 bei der Planegger Wehr aktiv. Die studierte Architektin kam „beruflich bedingt“ in die Würmtal-Gemeinde. Sie arbeitet inzwischen an der Schönklinik am Chiemsee als Brandschutz-Ingenieurin. Zum 2. Vorsitzenden und Stellvertreter wurde Martin Küßner gewählt.

Mit massiven Sturmschäden hatten die 95 Aktiven der Planegger Feuerwehr im Vorjahr zu kämpfen, berichtete Kommandant Martin Heizer im Rückblick. Nachdem Orkan Niklas Ende März übers Würmtal gefegt war, musste die Wehr 77 Mal ausrücken, um entwurzelte oder auf Hausdächer gekippte Bäume zu beseitigen. Die klassischen Brandeinsätze stünden „im Verhältnis eins zu zehn“, so der Kommandant. Insgesamt 13 537 ehrenamtliche Einsatzstunden leisteten die Aktiven im Vorjahr. Setzt man einen Stundenlohn von 19 Euro an, entspreche dies einer Summe von einer Viertelmillion Euro, rechnete der Kommandant vor. Über Nachwuchs freute sich Jugendwart Markus Hugo. Insgesamt 13 Buben und fünf Mädels sind in der Planegger Jugendgruppe aktiv.

Noch einmal gab der scheidende Vorsitzende Reinbold Scharf einen Überblick über die zahlreichen Vereinsaktivitäten im Vorjahr. Unter anderem hatten die Planegger die benachbarte Feuerwehr Stockdorf bei deren Feier zum 125-jährigen Bestehen tatkräftig unterstützt. Ein tolles Fest sei auch der Aktionstag am Feuerwehrhaus Martinsried gewesen. Nur wenige Gäste seien leider zur zweiten „Pumpenparty“ gekommen, bedauerte Reinbold. Die neue Vorstandschaft müsse sich deshalb überlegen, ob sie die Faschings-Veranstaltung nochmals anbiete.

Bürgermeister Heinrich Hofmann würdigte das Engagement der ehrenamtlichen Helfer und ihre Einsatzbereitschaft „mit Leib und Leben.“ Deshalb sei es auch nicht so schwer gewesen, Planeggs Gemeinderäte von anstehenden Investitionen „im siebenstelligen Euro-Bereich“ zu überzeugen. Mittelfristig seien bis 2020 zwei Mehrzweckfahrzeuge, zwei Löschfahrzeuge, ein Wechsellader und ein Abroll-Schlauch neu zu beschaffen.

cc

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