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„18 Jahre wischt man nicht einfach so weg“: das Wirte-Ehepaar Bernhard und Vlasta Kursawe, langjährige Pächter des Planegger Gasthofs „Zur Eiche“, mit Bedienung Renata Mlichercikova (li.) und Koch Harald Sellinger.

Gaststätte wird abgerissen

Gasthof „Zur Eiche“: Am 27. Dezember wird zugesperrt

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Bürgermeister Heinrich Hofmann brachte ihm die Kündigung persönlich. Als der Rathauschef im Juli um einen Termin im Planegger Gasthof „Zur Eiche“ bat, war dem Wirt Bernhard Kursawe gleich klar, worum es bei dem Treffen gehen würde: Jetzt war die Zeit der befristeten Pachtverträge zu Ende. Jetzt wird die „Eiche“ abgerissen.

Planegg– Am 27. Dezember ist es nun so weit. Dann sperrt der 56-Jährige die Gaststätte an der Bahnhofstraße zu. Im Januar werden die Bäume gefällt, im Frühjahr, spätestens Frühsommer, rücken die Bagger an. Kursawe verliert damit ein Stück seiner Heimat. „18 Jahre wischt man nicht einfach so weg“, sagt er. Seit 1999 war er für das Gasthaus verantwortlich. Und seine Verbindung reicht noch weiter zurück. Der Cousin seines Opas betrieb die Wirtschaft von 1958 bis 1984. Kursawes Mutter arbeitete in der Küche. Er meint, er selbst sei in der „Eiche“ entstanden. Wenn die Bagger anrücken, werden also auch seine Wurzeln gekappt.

Kursawe hatte Zeit, sich darauf vorzubereiten. Das Ende der „Eiche“ kam nicht überraschend. Seit 2009 bekam der Wirt nur mehr Drei-Monats-Verträge. Der Abriss drohte schon lange. Und Kursawe hat dafür Verständnis. „Eine Sanierung lohnt sich nicht.“ Der Wirt meint, er habe kein Problem mit den kurzen Pachtverträgen gehabt. „Das hat mich nie gestört.“ Nur mit den Nachbarn habe es immer wieder Ärger gegeben.

Am liebsten erinnert er sich an Zeiten, die schon etwas länger zurückliegen, als die „Eiche“ noch eine richtige bayerische Wirtschaft gewesen sei. Er schwärmt von Sonntagen mit Musik und 500 Essen, von Zeiten, in denen die Gäste noch Karten spielten und rauchten. „Das war was anderes als heute“, sagt er etwas wehmütig. Kursawe hängt an der „Eiche“. „Das Haus hat irgendwas.“ Das Personal habe auch heute keine Fehltage, „es ist nie einer krank gewesen“. Und: „Die Bude war immer voll.“ „Ich hätte noch zwei Jahre gebraucht, dann wäre ich in Rente gegangen“, sagt er. Aber jetzt kam es, wie lange erwartet. Und er erklärt: „Eigentlich bin ich froh.“

Der Wirt blickt nach vorne. „Ich nehme das Leben wie es kommt.“ Jetzt mache er eben Betten, statt Essen zu kochen. Bereits seit 1. November betreibe er in Augsburg ein Hotel. Das trifft sich für ihn besonders günstig, denn seit drei Jahren lebt er nicht mehr in Krailling, sondern in Gersthofen. Künftig betrage sein Weg zur Arbeit statt 30 nur noch fünf Minuten.

Über die Gemeinde Planegg spricht Bernhard Kursawe nur positiv. Sein letzter Pachtvertrag sei keine drei, sondern sechs Monate gegangen. Damit habe er genug Zeit gehabt, sich nach etwas Neuem umzusehen. Doch auch als Hotelier in Augsburg wird ihn die „Eiche“ so schnell nicht loslassen: „Wenn sie die Bude abreißen, setze ich mich am Bahnhof ins Café und schau zu.“

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