Planegger Haushaltsentwurf 2018

75 000 Euro für Vereinsmanager

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Die Gemeinde Planegg hat eine weitere Möglichkeit gefunden, die Sportvereine zu unterstützen: Im Haushaltsentwurf 2018 sind 75 000 Euro für die Finanzierung von Vereinsmanagern eingestellt.

Planegg – Der TSV Neuried leistet sich seit Umzug in den Sportpark 2007 einen Vollzeit-Geschäftsführer, der TSV Gräfelfing zog Anfang 2014 mit einer Halbtagsstelle nach. SV Planegg-Krailling, DJK Würmtal und TV Planegg-Krailling behelfen sich bisher ohne professionelle Unterstützung. Das bringt eine hohe Belastung der ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder mit. Bei der DJK etwa fungiert Präsident Martin Götz kommissarisch auch als Geschäftsführer. Beim SV Planegg-Krailling sucht Präsident Max Häringer seit über sechs Jahren vergebens nach einem Nachfolger. Im Frühjahr 2018 tritt er endgültig nicht mehr an. Ein hauptamtlicher Geschäftsführer könnte etwaigen Kandidaten die Entscheidung leichter machen, das Amt an der Vereinsspitze zu übernehmen.

Bürgermeister Heinrich Hofmann, Vereinsvertreter und Mitglieder der Gemeindeverwaltung sprachen in den vergangenen Monaten über Vor- und Nachteile von Vereinsmanagern. Eine Umfrage bei den kleineren Vereinen wie Naturfreunde Würmtal oder den Stockschützen des EC Planegg-Geisenbrunn ergab laut Hofmann, dass deren Verwaltungsaufwand ehrenamtlich zu bewältigen ist. Das Geld ist also für die drei größten Vereine gedacht, die von der Gemeinde unterstützt werden. „Es sind einige Ansätze diskutiert worden“, so Hofmann. Genaue Vergabebedingungen gebe es noch nicht. „75 000 Euro reichen nicht aus. Die Vereine müssen selbst etwas beitragen und bei den Nachbargemeinden anfragen“, sagte Hofmann bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs im Haupt-, Finanz- und Kulturausschuss. Ein Vereinsmanager beschäftige sich nicht allein mit Verwaltungsarbeit, er sei für die Gesamtorganisation zuständig, für Controlling, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Zukunftsplanung. Hofmann: „Eine Finanzierung über eine Beitragserhöhung ist keine Lösung. Sportvereine haben eine gesellschaftliche Aufgabe.“

„Früher waren dafür Ehrenamtliche zuständig. Leider geht das offensichtlich nicht mehr“, sagte Peter Heizer (Freie Wähler-Dynamische). Michael Book (CSU) sah die Unterstützung kritisch: „Mittelfristig sollen die Vereine die Kosten selbst tragen können. Es sollte kein Dauerzustand für die Gemeinde sein.“ Anneliese Bradel (Grüne Gruppe 21) fand, dass Vereinsmanager sich durch „Mitteleinwerbung selbst finanzieren“ müssten. „Man kann eventuell eine Anschubfinanzierung leisten, aber es ist ein falscher Ansatz, großen Vereinen Mittel fürs Personal zu stellen.“ Das letzte Wort hat der Gemeinderat, der in seiner Sitzung am Donnerstag, 21. Dezember, den Haushalt verabschieden wird (19 Uhr, Rathaus).

Der neue Posten für Vereinsmanager macht rund 16 Prozent der Zuschüsse für die Sportvereine aus, die 2018 fließen sollen. Unverändert sind die Betriebsmittelzuschüsse in Höhe von 220 500 Euro und die 115 000 Euro für die Jugendarbeit. Die Eissportvereine können mit 25 000 Euro für die Anmietung fremder Eishallen rechnen. Außerdem soll der TV Planegg-Krailling für den Bau von Beachvolleyballplätzen 22 500 Euro erhalten. Insgesamt will sich die Gemeinde die Sportvereine im kommenden Jahr 458 000 Euro kosten lassen.

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