Kehrtwende

Planegg lehnt zweites Glück-Betonwerk ab

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Kehrtwende in Sachen Transportbetonwerk: Im September 2016 hatte die Gemeinde Planegg der Errichtung einer zweiten Mischanlage auf dem Gelände der Kiesgrube Glück unter Bedingungen zugestimmt. Nun wird sie abgelehnt.

Planegg– Seit 2015 bemüht sich Glück darum, eine zweite Transportbetonmischanlage errichten zu dürfen. Weil der Standort im Kieswerk nahe Martinsried liegt, sind Stellungnahmen aus Planegg erforderlich. Auf ein erstes Schreiben erhielt die Gemeinde nie eine Antwort aus der Nachbargemeinde. Im wiederholten Beteiligungsverfahren zum notwendigen vorhabenbezogenen Bebauungsplan wurde sie nun erneut aufgefordert, sich zu äußern. Der Anlagentyp entspricht nicht mehr dem ursprünglichen Glück-Antrag, sondern ist gewachsen: in der Höhe von 15 auf 16 Meter und in der Kapazität von 120 000 auf 150 000 Tonnen jährlich. Mehrere Gutachten weisen die Machbarkeit des Vorhabens, auch in Kombination mit dem bereits bestehenden Transportbetonwerk und bei voller Auslastung, nach. Weder Lärm noch Staub würden zu erheblicher Belastung führen.

Das Planegger Bau- und Umweltamt empfahl trotzdem, dem Vorhaben nicht zuzustimmen und erneut das Einverständnis von der Erfüllung gewisser Rahmenbedingungen abhängig zu machen. Das ging den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Bauleitplanung und Verkehr am Donnerstag nicht weit genug. „Ich habe ein Problem damit, die Zustimmung in Aussicht zu stellen. Es gibt jetzt schon ein erhöhtes Verkehrsaufkommen“, sagte Roman Brugger (SPD). Hans-Christian Haugg (FDP) nannte es einen „Anachronismus, mitten zwischen Wohnbebauung eine so große Kiesabbaufläche zu haben“. Er sagte: „Man muss den Planern, Genehmigungsbehörden und dem Betreiber vorwerfen, unsere Anliegen immer wieder außer Acht zu lassen und unpräzise Formulierungen zu verwenden.“ Haugg riet, mit einer Ablehnung ein Signal zu setzen, auch weil die vorgelegten Gutachten „zum Teil schlampig und oberflächlich“ seien.

Giovanni Sammataro (CSU) forderte, die Anlage kommentarlos abzulehnen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Mit 7:2 Stimmen entschied der Ausschuss, sein Nein zu begründen. Zum einen sei nicht sichergestellt, dass die Anlage ohne Zuführung von Fremdkies betrieben werde. Außerdem sei die Unschädlichkeit der Auswirkungen aller parallel laufenden Betriebsformen – bestehendes und neues Transportbetonwerk, bestehendes Werkgelände und Kiesgrubenerweiterung Martinsrieder Feld – nicht vollständig nachgewiesen. Sammataro: „Wir Planegger haben nichts von der Firma Glück außer Lärm, Dreck und Verkehr.“

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