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Mit 22 Millionen Euro Gewerbesteuer kann die Gemeinde heuer rechnen.

Planegg kommt glimpflich durchs erste Pandemie-Jahr

Gewerbesteuer-Plus trotz Corona

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Die Gemeinde Planegg kommt, was die Finanzen angeht, glimpflich durch das erste Jahr der Corona-Pandemie. Einbrüche bei der Einkommensteuer werden durch ein Plus bei der Gewerbesteuer wettgemacht.

Planegg – Lange Zeit hielt sich die Planegger Kämmerei zurück mit Aussagen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Einnahmen der Gemeinde. Zu unabsehbar war die Entwicklung. Inzwischen steht fest, dass bei den Einnahmen aus der Einkommensteuer ein Einbruch von rund einer Million Euro zu verkraften ist. Den kann allerdings die Gewerbesteuer wettmachen. Sie liegt trotz Lockdowns im Frühjahr und weiterhin geltender Einschränkungen mit derzeit 22 Millionen deutlich über dem Ansatz von 19,5 Millionen.

„Wir hatten einen sehr guten Jahresauftakt“, sagt Planeggs Kämmerer Peter Vogel. „Wir waren schon bei ungefähr 22 Millionen Euro Gewerbesteuer.“ Dann kam SARS-CoV-2 und in der Folge die Maßnahmenpakete von Bundesregierung und Bayerischer Staatsregierung zur Abfederung der Pandemie-Auswirkungen. Firmen konnten ohne strikte Prüfung Gewerbesteuer-Nachzahlungen stunden und -Vorauszahlungen herabsetzen lassen. In Planegg nutzten „einige Betriebe“ vor allem die Herabsetzung der Vorauszahlungen. „Das Aufkommen ging auf 19 Millionen herunter“, so Vogel. Mitte Juni beruhigte sich die Lage, die Unternehmen nahmen die Möglichkeit nicht mehr in Anspruch. Im Gegenteil: „Manche, die zuerst auf Null waren, haben die Vorauszahlung wieder höher anpassen lassen.“

Von den 2,4 Milliarden Euro, die Bund und Freistaat in diesem Jahr für den pauschalen Ausgleich von Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer für die bayerischen Kommunen bereithalten, erhält Planegg keinen Cent. Ausschlaggebend für die Berechnung ist der Durchschnitt der Gewerbesteuereinnahmen der letzten drei Jahre, und der liegt in der Gemeinde eben bei 22 Millionen. „Ich bin froh, dass wir das nicht in Anspruch nehmen müssen“, sagt Vogel, der an die Vorauszahlungen im kommenden Jahr denkt. „2021 berechnet sich aus der aktuellen Datenlage. Man setzt auf höherem Niveau auf.“ Für den Kämmerer ist klar: „2021 wird schwieriger und 2022 das allerschwierigste Planungsjahr.“ Denn dann gilt als Basisjahr das Corona-Jahr 2020.

Dass es heuer keinen Einbruch gab, führt Vogel auf den Planegger Branchenmix mitsamt den Martinsrieder Biotechnologie-Unternehmen zurück. „Biotech und Medizintechnik sind natürlich gefragt.“

Für Mindereinnahmen bei der Einkommensteuer ist keine Kompensation durch Bund und Freistaat vorgesehen. Der Haushaltsansatz beträgt 9,8 Millionen Euro, nun werden es nur knapp 9 Millionen. Auch die Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 16 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2020 wirkt sich negativ aus. 2,5 Millionen Euro waren heuer als Anteil der Gemeinde eingeplant. Vogel: „Da werden circa 400 000 Euro fehlen.“

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