Kiesförderband der Firma Glück in Planegg, ist auf 400 Meter Länge abgebrannt
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Die Feuerwehren von Planegg und Gräfelfing waren mehrere Stunden im Einsatz, um das auf 400 Meter Länge brennende Förderband zu löschen.

1,2 Millionen Euro Schaden

Glück-Förderband: „Es war Brandstiftung“

  • Martin Schullerus
    VonMartin Schullerus
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Auf einer Länge von 400 Metern ist das Kies-Förderband der Firma Glück Anfang August in Flammen aufgegangen. Jetzt fanden Ermittler Spuren von Brandbeschleuniger.

„Das Feuer am Förderband im Planegger Werk der Firma Glück Kies wurde absichtlich gelegt. Zu diesem Ergebnis kommen die Ermittlungen der Kriminalpolizei München“, teilte die Firma Glück am Dienstagnachmittag mit. Damit bestätigt sich ein Verdacht von Glück-Geschäftsführer Markus Wahl, der schon am Tag des Brandes eine Brandstiftung für wahrscheinlich gehalten hatte. Allein der wirtschaftliche Schaden beträgt rund 1,2 Millionen Euro, hinzu kommt ein ökologischer.

Grundsätzlich bestätigt das Polizeipräsidium München den Sachverhalt

In den frühen Morgenstunden des 3. August war das Kies-Förderband der Firma Glück auf einer Länge von 400 Metern in Flammen aufgegangen, die ein Anwohner aus Planegg entdeckte. Die Feuerwehren von Planegg und Gräfelfing konnten damals gerade noch verhindern, dass das Feuer sich auch in den Tunnel ausbreiteten, in dem das zum Teil unterirdische Förderband größtenteils verläuft. Es transportiert Rohkies über eine Distanz von gut 2,5 Kilometern vom Planegger Abbaugebiet zur Weiterverarbeitung ins Gräfelfinger Kieswerk.

Nun teilte die Firma Glück mit, die Brandfahnder seien bei ihren Ermittlungen zu der Feststellung gelangt, dass es sich um Brandstiftung handle. Es seien Spuren von Brandbeschleunigern gefunden worden. Das Polizeipräsidium München bestätigte den Sachverhalt grundsätzlich; es fehle nur noch ein abschließendes Gutachten.

Durch den Brand entsteht ein enormer Klimaschaden

„Das vorsätzlich gelegte Feuer hat enorme ökologische wie ökonomische Auswirkungen“, so Markus Wahl. Das Band muss derzeit für viel Geld erneuert werden. Die Arbeiten sollen bis Dezember beendet sein. Derweil muss der Rohkies ein knappes halbes Jahr lang mit Lastwagen ins Kieswerk transportiert werden. Annika Grewe, Umweltingenieurin bei der Firma Glück, sagt: „Der Brand und der damit verbundene Ausfall des Förderbandes in Planegg erfährt aus ökologischer Sicht eine besondere Tragik.“ Die nun für ein halbes Jahr eingesetzten Lastwagen würden allein durch ihren Kraftstoffverbrauch etwa 400 Tonnen CO2 emittieren. „Der mutwillig angerichtete Klimaschaden entspricht insgesamt sicherlich dem Verlust von deutlich mehr als einem Hektar Wald“, so Annika Grewe. Binde ein Hektar Wald umgerechnet etwa elf Tonnen CO2 im Jahr, seien für die Kompensation der erzwungenen Maßnahme rund 36 Jahre zu veranschlagen. Hinzu kommt der giftige Rauch, der von dem dicken Gummiband aufstieg, das auf 400 Metern komplett verbrannte. Die Anlage war regelmäßig gewartet und das Band erst vor kurzem erneuert worden.

Der Brand ist auch im Kontext der aufgeheizten Stimmung zu sehen, die im Frühsommer wegen des geplanten Kiesabbaugebietes im Forst Kasten im Würmtal herrschte. Allerdings ist die Firma Glück gerade nicht der Gewinner der Ausschreibung für das neue Abbaugebiet.

Die Ermittlungen wegen Brandstiftung laufen weiter

Die Firma Glück steht nun weiterhin in enger Abstimmung mit der Kriminalpolizei München. „Es werden weiterführende Ermittlungen wegen Brandstiftung nach § 306 StGB geführt“, teilte das Unternehmen mit. Auf Merkur-Anfrage zeigte sich Markus Wahl allerdings skeptisch, dass die Firma von den Tätern eine Entschädigung zu erwarten habe.

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