Neuaufstellung des Flächennutzungsplans

Grüne lehnen neue Wohngebiete ab

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„Wir wollen eine grüne Gemeinde bleiben“, sagt Sabine Haugg, Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen in Planegg. Der Ausweisung weiterer Wohngebiete im neuen Flächennutzungsplan steht der Ortsverband kritisch gegenüber. „Das haben wir nicht nötig. „Wir sehen das im Bürgergutachten geforderte moderate Wachstum auf 15 bis 20 Jahre hinlänglich erfüllt.“

Planegg– Der Planegger Gemeinderat hat beschlossen, nach über 40 Jahren einen neuen Flächennutzungsplan aufzustellen, um die Entwicklung der Gemeinde grundsätzlich zu steuern. Mitte März beriet das Gremium über einen ersten Entwurf und dutzende Anträge der verschiedenen Fraktionen. Bis Donnerstag, 26. April, werden die Änderungen eingearbeitet. Dann steht der Billigungsbeschluss zur Abstimmung (19 Uhr, Sitzungssaal im Rathaus).

Der im September vergangenen Jahres gegründete Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen ist nicht im Gemeinderat vertreten. Haugg und ihre Sprecher-Kollegin Judith Grimme verfolgten die Diskussion von den Zuhörerbänken aus. Sie lehnen die Ausweisung von Entwicklungsflächen Wohnbau im Grund, am Klopferspitz und auf dem Wall zwischen Röntgen- und Fraunhoferstraße ab. Haugg erinnert an die „Verantwortung, die die Entscheidungsträger für die Menschen haben, die dort wohnen“.

Gerade die „180-Grad-Kehrwendung der SPD“ in Sachen Wohngebiet im Grund sei nicht nachzuvollziehen. „Das können wir uns auch mit dem Argument Siedlungsdruck nicht erklären“, so Haugg. Als das Thema 2013 von CSU und FDP auf den Tisch gebracht worden war, hatten die Sozialdemokraten eine ablehnende Haltung eingenommen.

Genauso wenig Verständnis bringen Haugg und Grimme für die Ausweisung des Walls in Martinsried als Wohngebiet auf, die auf Initiative der Grünen Gruppe 21 in den Entwurf aufgenommen wurde. Bezahlbaren Wohnraum auf Gemeindegrund schaffen zu wollen, sei aller Ehren wert, so Grimme, der Wall eigne sich jedoch nicht. Es sei unsinnig, „im engsten Raum, der vorhanden ist, noch mal etwas reinzubauen“.

Die Max-Planck-Gesellschaft verfüge auf ihrem Gelände am Klopferspitz bereits über zwei Baugenehmigungen, die nicht ausgeschöpft seien. Es sei nicht notwendig, dort eine weitere Fläche für Wohnbebauung auszuweisen. Grimme: „Es ist schon so viel in der Mache. Wir sind nicht dafür, zusätzliche Umwidmungen vorzunehmen, bevor das nicht alles realisiert ist.“

Ihre Sprecher-Kollegin Haugg kommt beim Überschlagen derzeit entstehender Projekte auf Platz für 800 bis 900 Bürger. Sie geht unter anderem von 300 Personen aus, die auf dem neuen Bahnhofsareal ein Zuhause finden könnten, sowie 330 Neubürgern im Unikum in der neuen Martinsrieder Ortsmitte, dessen 280 Studentenappartements und 24 Eigentumswohnungen im Herbst bezogen werden sollen. Die seniorengerechten Wohnungen in der Josef-Beyerl-Straße stehen vor dem Abschluss, in der Hofmarkstraße rollen noch dieses Jahr die Bagger an. Grimme: „Die Gemeinde kommt da schnell an ihre Grenzen, was die Infrastruktur betrifft.“ 

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