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Westlich der Bahnhofsunterführung ist das neue Bike&Ride-Gebäude geplant. Die Planegger Grünen möchten Impulse geben, die einfließen sollen in den bisherigen Entwurf, eine Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Messner.

Bike&Ride-Gebäude

Grüne stellen Planung infrage

  • Nicole Kalenda
    VonNicole Kalenda
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Die Planegger Grünen stellen die bisherige Planung für das Bike&Ride-Gebäude am Bahnhof infrage. Sie beantragen „eine gründliche Aussprache“ im Gemeinderat.

Planegg – „Es ist wichtig, dass wir die Debatte führen“, sagt Gemeinderätin Judith Grimme. Ihre Fraktion spricht sich für mehr Wohnraum, die Verlegung der Parkplätze unter die Erde und ein funktionierendes Verkehrskonzept aus.

Die Neugestaltung des Bahnhofsareals gehört zu den wichtigsten Projekten der kommenden Jahre. Im Süden des Bahnhofsvorplatzes lässt die Familie Heide ein Gebäude mit Parkplätzen im Erdgeschoss, Supermarkt im ersten Stock und darüber Wohnungen errichten. Auf der Nordseite sind auf der gemeindeeigenen Fläche, die sich bis zur Germeringer Straße erstreckt, 50 bis 60 Wohnungen möglich, dazu Gewerbe zur Bahnhofstraße hin. Bis es zu einer Realisierung kommt, dürften allerdings noch Jahre vergehen.

Wesentlich weiter sind die Pläne für ein Bike&Ride-Gebäude im Westen parallel zu den Gleisen gediehen. Diese Fläche befindet sich ebenfalls im Eigentum der Gemeinde. Im April wurde die Baugesellschaft München-Land mit der Verwirklichung beauftragt. Eine Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Messner sieht vier Gebäude vor, einen Kopfbau zur Bahnhofsunterführung hin sowie drei pavillonartige Bauten, die eigenständig auf dem Sockelgeschoss stehen, in dem mindestens 400 Fahrradabstellplätze eingerichtet werden sollen. 20 Eineinhalb- bis Dreizimmerwohnungen sollen entstehen.

Wohnfläche geht verloren

Die Grünen geben zu bedenken, dass durch die Lücken zwischen den Baukörpern ein Viertel der möglichen Wohnfläche verloren gehe. „Die Schaffung von Wohnraum stand bei allen Parteien vor Kurzem erst im Wahlprogramm“, heißt es im Antrag. Und weiter: „Wenn wir Wohnraum schaffen und gleichzeitig den Flächenverbrauch begrenzen wollen, müssen wir höher bauen.“ Gemessen an der übrigen Bebauung der Bahnhofstraße, so Grimme, „würden wir nicht aus dem Rahmen fallen, wenn wir ein oder zwei Stockwerke mehr draufsetzen“. Zudem sei ein Aufzug wünschenswert, um den Wohnraum barrierefrei zugänglich zu machen. „Wir leben in einer alternden Bevölkerung.“.

Auch bei einem lang gestreckten Baukörper sei eine ansprechende und abwechslungsreiche Fassadengestaltung möglich. Als Stilelement mit „wertvollen ökologischen Qualitäten“ empfehlen die Grünen eine Fassadenbegrünung.

Kritik an Verkehrskonzept

„Das Verkehrskonzept ist in unsere Augen viel zu kurz gekommen“, sagt Grimme. Ein Supermarkt und ein Bahnhof zögen Verkehr an. „Ich kann mir nicht vorstellen, am Ende einer Sackgasse einen Supermarkt zu haben. Der Verkehr muss über die Bahnhofstraße laufen.“ Alle Parteien und Gruppierungen hätten sich aber in ihren Wahlprogrammen für eine verkehrsberuhigte Bahnhofstraße ausgesprochen.

Die Grünen waren im alten Gemeinderat, der die Weichen für die Neuordnung des Bahnhofsareals stellte, nicht vertreten. Seit der Kommunalwahl im März verfügen sie über vier Sitze und stellen mit Grimme die 2. Bürgermeisterin. Insgesamt sind 13 der 24 Gemeinderäte neu in dem Gremium. Es gab eine Informationsveranstaltung zum aktuellen Planungsstand in Sachen Bahnhofsumfeld. „Das reicht uns nicht“, sagt Grimme. „Wir wünschen uns noch mal eine Aussprache. Viele Sachen springen uns an, die wir uns anders gewünscht hätten.“ Ziel des Antrags sei es, sich mit neuen und alten Gemeinderäten auszutauschen. „Vielleicht haben sie ja Argumente, die sich uns bisher nicht erschließen.“

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