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Baustelle draußen wie drinnen: Während sich der Abriss der alten Turnhalle dem Ende zuneigt, werden im Schulinneren bereits Stürze eingezogen und Träger eingebaut.

Falsche Kostenberechnungen

Gum-Bauer fordert stärkere Kontrolle

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Die Berechnungen für die Sanierung der Grundschule in der Josef-von-Hirsch-Straße und den Neubau der Turnhalle bringen Max Gum-Bauer auf die Palme. „Sämtliche Kostenberechnungen haben nicht gestimmt“, sagt der Gemeinderat der Freien Wähler Dynamischen (FWD).

Planegg– Max Gum-Bauer will beantragen, dass jede Mehrung, und sei sie noch so klein, im Bauausschuss genehmigt werden muss. In der jüngsten Sitzung des Gremiums stimmte er trotz erneuter erheblicher Unterschiede zwischen den errechneten Kosten und den eingegangenen Angeboten mit der Mehrheit für eine Vergabe der Aufträge. „Es hilft nichts. Wir müssen bauen. Wir können bloß den Schaden begrenzen, indem wir alles kontrollieren. Dann wissen wir, wo wir eingreifen müssen.“

11,6 Millionen Euro sind für die Sanierung der Schule und den Neubau der Turnhalle veranschlagt. Beauftragt ist das Geretsrieder Büro G+O Architekten. Das musste schon im November vergangenen Jahres Kritik von Gum-Bauer und anderen Gemeinderäten einstecken. Bevor überhaupt der erste Bagger angerollt war, waren die Kosten um 1 Million auf 11,6 Millionen Euro gestiegen. Und das ohne wesentliche Änderungen an Planung und Ausstattung.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Bauleistungen zu vergeben. Im Juni etwa gingen die Abbrucharbeiten im Schulgebäude für 233 000 Euro an die Firma Rizgar GmbH aus München. Das Büro G+O hatte hier 529 000 Euro angesetzt gehabt. In derselben Bauausschuss-Sitzung wurde die Herbert Maier Bau GmbH aus Bad Wörishofen mit den Baumeister- und Erdarbeiten für den Turnhallenneubau beauftragt. Mit 795 000 Euro lag sie 127 000 Euro über der Kostenberechnung.

Jetzt standen weitere Bauleistungen zur Vergabe an. G+O hatte für Dachabdichtungsarbeiten im Vorfeld 86 000 Euro ermittelt. Tatsächlich war mit 203 000 Euro die Bauwerksanierung Ringenberger GmbH & Co.KG aus Planegg die günstigste Firma. Bei der Fassadenbekleidung lag das beste Angebot mit 134 000 Euro knapp 42 000 Euro über der Kostenberechnung, bei den Trockenbauarbeiten betrug die Differenz 58 000 Euro, diesmal zugunsten der Gemeinde. Die Putzarbeiten Innenwände wurden für 191 000 Euro vergeben statt der von G+O veranschlagten 464 000 Euro. Nur bei den Stahlbauarbeiten Turnhalle lag das Büro nahezu richtig.

Nicht nur Gum-Bauer irritierte die Diskrepanz. Fritz Haugg (FDP) forderte Peter Oppenheimer von G+O auf, „die großen Unterschiede zu erklären. Die Zahlen sind ja nicht gewürfelt worden.“ Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21) fand es „ein bisschen schwierig zu sagen, weil’s summarisch stimmt, passt das“. Oppenheimer verwies auf den allgemeinen Trend: „Dachabdichtungsarbeiten fallen sehr teuer aus. Das habe ich momentan auf vielen Baustellen.“ Würden Arbeiten wie das Verputzen der Innenwände EU-weit ausgeschrieben, gebe es einen Preiskampf. In anderen Segmenten lasse die Marktlage zu, dass „Firmen sehr speziell aussuchen“, wo sie Angebote machen.

Gum-Bauer, als Inhaber der Gum Bauunternehmung selbst vom Fach, gibt zu: „Im Moment ist es schwierig, gescheite Firmen zu bekommen.“ Er betont: „Die Entwicklung war aber absehbar und muss berücksichtigt werden.“ Als Positivbeispiel nennt er die Projektanten, die für die Sparte Heizung, Lüftung, Sanitär bei der Grundschule zuständig waren. Die Kostenschätzung betrug 554 000, vergeben worden war der Auftrag für 567 000 Euro. Bis zu zehn Prozent hin oder her, so Gum-Bauer, seien tolerierbar, nicht aber, dass einzelne Kostenbereiche gegeneinander verrechnet werden müssten, um in der Gesamtsumme keine zu starke Abweichung zu erhalten. „Das ist rechtlich nicht zulässig.“

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