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Die Arbeiten an der neuen Turnhalle laufen weiter. Doch wann der Sportboden verlegt werden kann, ist offen.

Firma lässt Auftrag sausen

Halle ohne Sportboden

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Die Planegger Grundschule begrüßt ihre Erstklässler am 10. September in der neuen Turnhalle. Sport wird dort vorerst nicht getrieben. Die Gemeinde muss die Verlegung des Spezialbodens neu ausschreiben. Die Arbeiten sollten im Mai beginnen. Doch die beauftragte Firma tauchte nicht auf.

Planegg– Der Bauausschuss des Planegger Gemeinderates beschloss im Dezember 2017, den Auftrag für die Verlegung von 700 Quadratmeter Sportboden in der neuen Turnhalle sowie zwei Multifunktionsräumen einer Berliner Firma zu erteilen. Die hatte mit rund 40 000 Euro von insgesamt sieben Unternehmen nicht nur das wirtschaftlichste Angebot abgegeben, sondern lag zudem 18 000 Euro unter der Kostenberechnung.

Im Mai sollte die Firma anrücken. Geplant war eine Fertigstellung rechtzeitig zum Beginn des nächsten Schuljahres. Doch schon im März schwante den Mitarbeitern des Bauamtes sowie der externen Bauleitung nichts Gutes. „Normalerweise lesen Firmen ihr Baustellenprotokolle und die E-Mails von der Bauleitung“, sagt Andreas Löbe, stellvertretender Leiter des Planegger Bau- und Umweltamtes. „Man versucht, telefonisch in Kontakt zu treten, und trifft sich vor Ort.“ Das Ganze war ein schleichender Prozess, der Austausch wurde zunehmend zäh und versiegte schließlich ganz. Die Nervosität wuchs. Löbe: „Man fängt an, Mahnungen zu schreiben.“ Als auch keinerlei Reaktion auf Schreiben mit Fristsetzung erfolgte, kündigte die Gemeinde Anfang Juni den Berlinern. Nun muss sie eine neue Firma finden. Die sechs Unternehmen, die bei der Vergabe Ende 2017 nicht zum Zug kamen, wurden bereits kontaktiert. Sie signalisierten, dass die Angebote aufgrund von Kostensteigerungen bei Material und Lohn komplett neu kalkuliert werden müssten.

Die Generalsanierung der Grundschule inklusive Neubau der Turnhalle zieht sich voraussichtlich über acht Jahre. 2014 begannen die ersten Planungen, 2021 sollen die letzten Rechnungen beglichen werden. Insgesamt sind 11,8 Millionen veranschlagt. Inzwischen deutet sich an, dass das Projekt bis zu 1 Million teurer wird (wir berichteten). Da fällt eine Kostensteigerung beim Sportboden nicht allzu schwer ins Gewicht.

„Das Problem ist die zeitliche Komponente. Ohne Sportboden kann die Halle nicht genutzt werden“, sagt Löbe. Die Einschulungsveranstaltung am ersten Schultag wird voraussichtlich auf Estrich stattfinden. Auch die geplante Auslagerung einer Schulklasse in einen der Multifunktionsräume ist möglich – auf Estrich.

Eine Prognose, wann der Sportboden samt Spielfeldmarkierungen verlegt sein wird, wagt er nicht. „Wir haben noch keine Firma, die sagt, wann sie liefern kann.“ Erfahrungsgemäß gingen sämtliche Hallensanierungen in den Sommerferien über die Bühne. Löbe: „Das ist Hauptkampfzeit.“ Die Firmen dürften mit Aufträgen gut eingedeckt sein.

Die Umkleiden sind pünktlich zu Schuljahresbeginn fertig. Die Mädchen und Buben können sich dann dort umziehen, müssen sich aber darauf gefasst machen, länger als geplant im Freien Sportunterricht zu haben. Löbe: „Die Schule weiß um die Problematik.“

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