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Mit der Kraft der zwei Markworts: Liberale Wahlkämpfer (v.li.) Fritz Haugg (Gemeinderat Planegg), Bezirksrätin Gabriela Berg und Landtagskandidat Helmut Markwort.

Liberaler „Stammtisch“

Helmut Markwort teilt bei FDP in Planegg aus

Ex-Focus-Chef Helmut Markwort, FDP-Kandidat bei der Landtagswahl, war zu Gast in Planegg - und äußerte sich zu schwierigen Themen wie der Causa Mesut Özil.

Planegg – Unübersehbar parkte am Montagabend das gelbe „Faktomobil“ auf dem Parkplatz vor dem Heide-Volm. Bei ihrem „Planegger Stammtisch“ diskutierten Mitglieder des FDP-Ortsverbandes in der Traditionsgaststätte aktuell ihre Themen für ein „frisches Bayern“.

Helmut Markwort zu Gast in Planegg

Auf dem Podium saßen der Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Fritz Haugg, FDP-Bezirksrätin Gabriela Berg und „Wahlkampf-Zugpferd“ Helmut Markwort. Der versierte Journalist des Bayerischen Rundfunks (BR), Unternehmensgründer und langjährige Chefredakteur des „Focus“, will seine Prominenz bei den Landtagswahlen im Oktober für die Liberalen einbringen. Er kandidiert im Stimmkreis München-Land Süd.

Nach der Kandidatur für die FDP München-Land Süd folgt Rausschmiss

Die Gewohnheiten seines „Sonntags-Stammtisch“ im BR-Fernsehen brachte Markwort mit zum Stammtisch nach Planegg. Angehalten waren die Anwesenden, „Ärger“ und „Freude“ gleichermaßen in die Runde zu geben. Nach vielen Jahren quotenstarker Moderation wurde Markwort beim BR nach zehnjähriger Tätigkeit von Tilman Schöberl kurzerhand abgelöst, als sein Engagement spruchreif wurde. Die Kandidatur für ein politisches Amt sei nicht mit der Moderation einer Sendung im BR vereinbar, ließ der Sender verlauten. Nicht auszuschließen sei, dass Markus Söder per direkter Leitung zu BR-Intendant Ulrich Wilhelm für den „Rausschmiss“ gesorgt habe, spekulierte Markwort am Montag.

Markwort neugierig auf „Politik hinter den Kulissen“

„Ich bin Rentner mit abgeschlossener Vermögensbildung“, witzelte er gegen den Vorwurf einer Kandidatur aus finanziellen Gründen. Es sei die pure Neugier auf „Politik hinter den Kulissen“ und der Wunsch, etwas ändern zu wollen, was ihn nach 50-jähriger Mitgliedschaft in der FDP zur Kandidatur bewogen habe.

Und geändert gehöre eine ganze Menge. Unzufrieden äußerten sich die „Stammtisch-Gäste“ gleichermaßen zu bundespolitischen wie lokalen Themen, und so lag der Schwerpunkt der Diskussion eindeutig auf Seiten des „Ärgers“. Zu viel Bürokratie bringe das System zum Erliegen, hieß es.

Markwort fordert Umkehr des Denkens

Markwort forderte eine Umkehr des Denkens. Überall werde der Bürger als Feind betrachtet. Der „Staatsdiener“ müsse unbedingt zum „Bürgerdiener“ werden. In einem Klima, in dem die Freude über eine Antragsablehnung vorherrsche, könne man nicht weiterkommen. „Die FDP muss für einen Ruck in der Verwaltung sorgen“, so der Journalist. Er plädierte dafür, aus den Ministerien eine ganze Ebene herauszunehmen.

Rassismus-Vorwurf: Helmut Markwort verärgert über Mesut Özil

Zum Rassismus-Vorwurf von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) bezog Markwort Stellung: Barley vergifte das Klima in Deutschland. Gerade in deutschen Fußballvereinen sei die Integrationsbereitschaft sehr hoch. Verärgert äußerte er sich zu Mesut Özil: „Der kapiert einfach nicht, dass er sich auf die Seite eines tyrannischen Unterdrückers in dessen Wahlkampf geschlagen hat.“

Beim Thema „Gesundheitssystem“ schien der Druck am größten zu sein. „Wir gehen in einen dramatischen Versorgungsmangel hinein“, prangerte Professor Dr. med. Ulrike Gresser an. Die Situation sei alarmierend. Betten und Kliniken würden geschlossen, Ärzte wie Krankenpfleger und Altenpfleger seien Mangelware. „Es geht nur noch um Wirtschaftlichkeit.“ Altersarmut, Einwanderungsgesetz oder Bayerisches Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (BayPsychKHG): Die FDP-Mitglieder setzten zum Rundumschlag an, ohne jedoch das eigene Profil an diesem Abend klar zu umreißen.

Zum Thema „Südring“ meldete sich Thomas Ranft, FDP-Stadtrat der Landeshauptstadt München, zu Wort: „Wenn wir die Kröten schützen müssen, dann müssen wir eben unter der Erde durch.“ Er wünsche sich eine eiserne Hand bei der Durchsetzung.

Alexandra Joepen-Schuster

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